Freitag, 25. Juni 2021

„Geschlechtersensible“ Gottesbilder…

Ins Nachdenken gekommen bin ich gestern auch noch über einen Blogbeitrag von Invenimus Messiam über eine Handreichung des Bistums Hildesheim zur „geschlechtersensiblen Sprache“. 

Vorweg: ich gebe Invenimus Messiam in jedem Punkt recht, der Beitrag ist auch wegen seiner Solidität und Redlichkeit äußerst lesenswert. 

Die in der Handreichung vorgestellten Gottesanreden sind meiner unmaßgeblichen Einschätzung nach unterirdisch. Man lasse sich „geschlechtersensibel“ ruhig in aller Ruhe auf der Zunge zergehen und auch, daß diesem Papier zufolge wohl selbst Gott möglicherweise benachteiligt werden könnte, falls wir ihn nicht „geschlechtersensibel“ oder „vielfältig“ genug anreden. Mein lieber Schwan, weder werde ich solche Sprache im Munde führen, noch möchte ich sie in der Liturgie hören! Tut mir leid, falls das jetzt irgendwem zu drastisch war. 

Wobei man überlegen kann, ob es nicht tatsächlich verschiedene Gottesbilder bzw. Vorstellungen von Gott geben kann, die einem „im Glaubensleben helfen“ (die Anführungszeichen hier deshalb, weil auch dies eine Formulierung des Bistums Hildesheim ist). 

Wenn etwa die große heilige Teresa einerseits[1] von „Seiner Majestät“ spricht und an anderer Stelle[2] über das innere Gebet zum Ausdruck bringt: „Denn meiner Meinung nach ist inneres Beten nichts anderes als Verweilen bei einem Freund, mit dem wir oft allein zusammenkommen, einfach um bei ihm zu sein, weil wir sicher wissen, daß er uns liebt“, dann hilft mir persönlich zwar nicht die „Majestät“[3], aber die Vorstellung Gottes als guter Freund, zu dem ich oft und gern kommen kann – und auch soll, weil er es gern möchte und weil es mir guttut. Viel mehr jedenfalls, als wenn man sich gegenseitig anschweigt, wie es einmal ein Kartäuser formuliert hat.

Bei „Jesus, unser Bruder“ zucke ich allerdings auch jedesmal innerlich zusammen. Falls jetzt etwa noch „Gott, der du uns Vater und Mutter bist…“, dazukäme, dann weiß ich auch nicht weiter. Jedenfalls würde ich mich dann wohl dauerhaft an die in Einheit mit Rom stehenden Zelebranten der außerordentlichen Form des römischen Ritus wenden. Sprich: St. Philipp Neri.

PS: ich habe den ersten Link repariert, sorry, falls jemand beim Klicken ins Blognirwana gelangt ist.

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[1] Die Innere Burg

[2] Vida/Das Buch meines Lebens

[3] Wiewohl ich mit Visionen der Verherrlichung des Namens Jesu oder dem Titel Christus König durchaus sehr viel anfangen kann. Bei König des Weltalls komme ich der Astronomie wegen ins theologische Grübeln, bis mir schwindelig wird. Davon vielleicht ein andermal. Oder auch nicht. Interessiert das jemanden?

2 Kommentare:

Anonym hat gesagt…

"Interessiert das jemanden?"

JA!

Braut des Lammes hat gesagt…

Na dann… an sich wollte ich den kleinen Exkurs zwischendurch wieder löschen, da ich eigentlich nicht anstrebe, beim Bloggen womöglich in Häresien und Ketzereien zu verfallen… 8} Im Ernst, findet jemand etwas, das nicht mit der Lehre der Kirche übereinstimmt, wäre ich ggf. dankbar für einen Hinweis. Allerdings aber ist die Reflexion über die Anrufung ''König des Weltalls'' wohl eher eine Art Gedankenexperiment.

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