Montag, 28. Juni 2021

Geht auch als Mantilla durch…





SCNR – tut mir leid, falls jemandem der bloße Anblick von wollenem Tuch gerade zuviel sein sollte…

Freitag, 25. Juni 2021

„Geschlechtersensible“ Gottesbilder…

Ins Nachdenken gekommen bin ich gestern auch noch über einen Blogbeitrag von Invenimus Messiam über eine Handreichung des Bistums Hildesheim zur „geschlechtersensiblen Sprache“. 

Vorweg: ich gebe Invenimus Messiam in jedem Punkt recht, der Beitrag ist auch wegen seiner Solidität und Redlichkeit äußerst lesenswert. 

Die in der Handreichung vorgestellten Gottesanreden sind meiner unmaßgeblichen Einschätzung nach unterirdisch. Man lasse sich „geschlechtersensibel“ ruhig in aller Ruhe auf der Zunge zergehen und auch, daß diesem Papier zufolge wohl selbst Gott möglicherweise benachteiligt werden könnte, falls wir ihn nicht „geschlechtersensibel“ oder „vielfältig“ genug anreden. Mein lieber Schwan, weder werde ich solche Sprache im Munde führen, noch möchte ich sie in der Liturgie hören! Tut mir leid, falls das jetzt irgendwem zu drastisch war. 

Wobei man überlegen kann, ob es nicht tatsächlich verschiedene Gottesbilder bzw. Vorstellungen von Gott geben kann, die einem „im Glaubensleben helfen“ (die Anführungszeichen hier deshalb, weil auch dies eine Formulierung des Bistums Hildesheim ist). 

Wenn etwa die große heilige Teresa einerseits[1] von „Seiner Majestät“ spricht und an anderer Stelle[2] über das innere Gebet zum Ausdruck bringt: „Denn meiner Meinung nach ist inneres Beten nichts anderes als Verweilen bei einem Freund, mit dem wir oft allein zusammenkommen, einfach um bei ihm zu sein, weil wir sicher wissen, daß er uns liebt“, dann hilft mir persönlich zwar nicht die „Majestät“[3], aber die Vorstellung Gottes als guter Freund, zu dem ich oft und gern kommen kann – und auch soll, weil er es gern möchte und weil es mir guttut. Viel mehr jedenfalls, als wenn man sich gegenseitig anschweigt, wie es einmal ein Kartäuser formuliert hat.

Bei „Jesus, unser Bruder“ zucke ich allerdings auch jedesmal innerlich zusammen. Falls jetzt etwa noch „Gott, der du uns Vater und Mutter bist…“, dazukäme, dann weiß ich auch nicht weiter. Jedenfalls würde ich mich dann wohl dauerhaft an die in Einheit mit Rom stehenden Zelebranten der außerordentlichen Form des römischen Ritus wenden. Sprich: St. Philipp Neri.

PS: ich habe den ersten Link repariert, sorry, falls jemand beim Klicken ins Blognirwana gelangt ist.

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[1] Die Innere Burg

[2] Vida/Das Buch meines Lebens

[3] Wiewohl ich mit Visionen der Verherrlichung des Namens Jesu oder dem Titel Christus König durchaus sehr viel anfangen kann. Bei König des Weltalls komme ich der Astronomie wegen ins theologische Grübeln, bis mir schwindelig wird. Davon vielleicht ein andermal. Oder auch nicht. Interessiert das jemanden?

Donnerstag, 24. Juni 2021

Erste Vesper des hl. Johannes des Täufers

Kennt ihr das Gefühl, bei der Betrachtung der Texte des Stundengebets (das heißt mittelbar auch: bei ihrem Gesang oder ihrer Rezitation), es käme eine Pranke aus den Zeilen der Liturgie und schlüge einem mitten ins Gesicht? 

Die Schreiberin dieser Zeilen hat Tage hinter sich, die als Drehbuch für einen Film wie Tage wie dieser hätten dienen können. Anders gesagt: Murphys Law[1] wurde jeweils übererfüllt.

Um überhaupt noch durchzublicken, legte sich die Endesunterzeichnende Listen an, um Erledigtes dann durchstreichen können – und ans Ende Liste unter Umständen weitere Punkte anzufügen, die sich zwischenzeitlich ergeben hatten oder einem noch eingefallen waren. Dazu macht man sich, wo möglich, in iCal Termine, die zur rechten Zeit aufpoppen und herumnerven. Oder aber man freut sich, weil man das gerade gestern noch erledigt hat, obwohl es heute erst dran gewesen wäre. Oder man macht sich Sorgen, wie dieses oder jenes hinkommen wird. Erfolgreich abgeschlossene Recherchen führen zu immer neuen Recherchen. Und so weiter, man versteht schon. 

Dazu braucht man für (fast) alles die gefühlt vierfache Zeit und muß alles und jedes nochmals gegenprüfen. Weil der Mr. Monk in einem das so will, oder auch, weil es tatsächlich nötig ist. Etwa, weil über dem hiesigen Land die ebenfalls gefühlt oder auch tatsächlich schlimmste Hitzewelle aller Zeiten lastet und einfach nicht weichen will. Der hauseigene Kater muß derweil drin bleiben, die Hitze brächte ihn einfach um. Das versteht er heuer nicht und dauermiaut.

Beim Abarbeiten der Listen erleidet die Schreiberin dieser Zeilen den ersten Arbeitsunfall ihres beruflichen Lebens überhaupt – gleichfalls in Verbindung mit einem klassischen Murphy. Der Schutzengel verhindert Schlimmeres. 

Zu all dem liest man Schweigen von Shūsaku Endō oder Endō Shūsaku, wie man will. Ein wunderbares Buch, das aber wegen all der Ambivalenzen, die es enthält und die sich beim Lesen in einem auftun, viel Nachdenken und inneres Argumentieren erfordert. Teils grübelt man auch regelrecht darüber.

Zur ersten Vesper des hl. Johannes verheddert man sich trotz vorherigen Markierens der richtigen Texte prompt im Hymnus der Laudes und wundert sich, warum alle anderen viel mehr Strophen haben als man selbst. Hint: der Hymnus zu den Laudes ist ein Kondensat des Vesperhymnus, mit nur drei statt sechs Strophen. Zu den letzten beiden Strophen kommt man dann wieder zurecht. Dabei steht über dem Laudeshymnus in Großbuchstaben LAUDES. See what I mean? 

Nun ja. Rein musikalisch gesehen gerät die Vesper übrigens zur Vollkatastrophe, entweder weil alle übrigen genauso verwirrt sind wie ich oder weil kein Organist da ist und offenbar auch keine Stimmgabel. (Disclaimer: ich habe auch nicht gerade angelisch gesungen.) Aber dann: 

Haucht der Mensch sein Leben aus und kehrt er zurück zur Erde, dann ist es aus mit all seinen Plänen. 

Vergleiche dazu auch Ps. 115: 

Tote können den Herrn nicht mehr loben, keiner, der ins Schweigen hinabfuhr. Wir aber preisen den Herrn von nun an bis in Ewigkeit.

Was bedeutet dagegen etwa zehn Tage Leben mit Murphys Gesetz? Ich höre jetzt auf, noch weitere Check- und sonstige Listen zu führen und zu recherchieren. Heiliger Johannes, bitte für uns!

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 [1] Um dem Leser weitere Recherchen – hihi! – zu ersparen: Murphy's Law bedeutet: was immer schiefgehen kann, wird auch schiefgehen.

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