Montag, 12. Juli 2021

Wer ist hier dick?!


Die hiesige Stadt, wie sie leibt – buchstäblich! – und lebt. Neulich: ich sammle mein Tierchen auf dem Hof ein und trage es dabei auf dem Arm. Zuruf eines eher, äh, …beleibten Mannes von weitem:

„???!“
„(Wie)bitte?“
„Is wohl ziemlich dick, wa?!“
„Der ist nicht dick, das ist alles das Fell!“
„!!!?“

Ab da hab ich dann nicht mehr weiterdiskutiert, zumal das Tierchen nicht goutiert, wenn man ihm ins Ohr ruft. Daß es sich um sein Fell und nichts anderes handelt, ist übrigens die Wahrheit und nichts als die Wahrheit. Aktuell hat man sogar das Sommergewicht, das ist bis zu einem Kilo weniger.


Mittwoch, 7. Juli 2021

Dein ist der Tag und dein ist die Nacht…

Immer wieder rührt die schiere Schönheit der Orationen im römischen Stundenbuch an mein Herz. Diese kam so etwas unerwarteterweise gestern vorbei, als zur Vesper die hl. Maria Goretti nicht genommen wurde, dafür aber der Dienstag der 14. Woche im Jahreskreis hiermit „entschädigte“:

Herr, unser Gott, dein ist der Tag und dein ist die Nacht. Laß Christus, die Sonne der Gerechtigkeit, in unseren Herzen nicht untergehen, damit wir aus dem Dunkel dieser Zeit in das Licht gelangen, in dem du wohnst.

Dienstag, 6. Juli 2021

Ich fürchte kein Unheil, denn du bist bei mir – zum Fest der hl. Maria Goretti

Hl. Maria Goretti von Noah Buchanan (Detail)
Gewiß sind wir nicht alle zum Martyrium berufen, wohl aber zu christlicher Tugend. Die Tugend erfordert Kraft. Wenn sie auch den großen Starkmut nicht erreicht, wie wir ihn bei der engelgleichen Jungfrau sehen, so verlangt die Tugend doch auch eine langanhaltende eifrige, niemals nachlassende Mühe von uns bis ans Ende des Lebens Auch das kann ein langsames, fortgesetztes Martyrium genannt werden. Dieses durchzuhalten, mahnt unser göttlicher Lehrer Jesus Christus: „Dem Himmelreich wird Gewalt angetan; die Gewalttätigen reißen es an sich." Danach wollen wir, auf die Gnade Gottes gestützt, streben. Dazu bewege uns die heilige Jungfrau und Märtyrin Maria Goretti. Das erflehe sie uns auf dem himmlischen Thron, wo sie sich der ewigen Seligkeit erfreut, vom göttlichen Erlöser, damit wir alle, ein jeder in seiner besonderen Lebenslage, ihren ruhmvollen Spuren im Wollen und im Handeln folgen.

(Aus der Homilie Papst Pius' XII. bei der Heiligsprechung)

Montag, 28. Juni 2021

Geht auch als Mantilla durch…





SCNR – tut mir leid, falls jemandem der bloße Anblick von wollenem Tuch gerade zuviel sein sollte…

Freitag, 25. Juni 2021

„Geschlechtersensible“ Gottesbilder…

Ins Nachdenken gekommen bin ich gestern auch noch über einen Blogbeitrag von Invenimus Messiam über eine Handreichung des Bistums Hildesheim zur „geschlechtersensiblen Sprache“. 

Vorweg: ich gebe Invenimus Messiam in jedem Punkt recht, der Beitrag ist auch wegen seiner Solidität und Redlichkeit äußerst lesenswert. 

Die in der Handreichung vorgestellten Gottesanreden sind meiner unmaßgeblichen Einschätzung nach unterirdisch. Man lasse sich „geschlechtersensibel“ ruhig in aller Ruhe auf der Zunge zergehen und auch, daß diesem Papier zufolge wohl selbst Gott möglicherweise benachteiligt werden könnte, falls wir ihn nicht „geschlechtersensibel“ oder „vielfältig“ genug anreden. Mein lieber Schwan, weder werde ich solche Sprache im Munde führen, noch möchte ich sie in der Liturgie hören! Tut mir leid, falls das jetzt irgendwem zu drastisch war. 

Wobei man überlegen kann, ob es nicht tatsächlich verschiedene Gottesbilder bzw. Vorstellungen von Gott geben kann, die einem „im Glaubensleben helfen“ (die Anführungszeichen hier deshalb, weil auch dies eine Formulierung des Bistums Hildesheim ist). 

Wenn etwa die große heilige Teresa einerseits[1] von „Seiner Majestät“ spricht und an anderer Stelle[2] über das innere Gebet zum Ausdruck bringt: „Denn meiner Meinung nach ist inneres Beten nichts anderes als Verweilen bei einem Freund, mit dem wir oft allein zusammenkommen, einfach um bei ihm zu sein, weil wir sicher wissen, daß er uns liebt“, dann hilft mir persönlich zwar nicht die „Majestät“[3], aber die Vorstellung Gottes als guter Freund, zu dem ich oft und gern kommen kann – und auch soll, weil er es gern möchte und weil es mir guttut. Viel mehr jedenfalls, als wenn man sich gegenseitig anschweigt, wie es einmal ein Kartäuser formuliert hat.

Bei „Jesus, unser Bruder“ zucke ich allerdings auch jedesmal innerlich zusammen. Falls jetzt etwa noch „Gott, der du uns Vater und Mutter bist…“, dazukäme, dann weiß ich auch nicht weiter. Jedenfalls würde ich mich dann wohl dauerhaft an die in Einheit mit Rom stehenden Zelebranten der außerordentlichen Form des römischen Ritus wenden. Sprich: St. Philipp Neri.

PS: ich habe den ersten Link repariert, sorry, falls jemand beim Klicken ins Blognirwana gelangt ist.

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[1] Die Innere Burg

[2] Vida/Das Buch meines Lebens

[3] Wiewohl ich mit Visionen der Verherrlichung des Namens Jesu oder dem Titel Christus König durchaus sehr viel anfangen kann. Bei König des Weltalls komme ich der Astronomie wegen ins theologische Grübeln, bis mir schwindelig wird. Davon vielleicht ein andermal. Oder auch nicht. Interessiert das jemanden?

Donnerstag, 24. Juni 2021

Erste Vesper des hl. Johannes des Täufers

Kennt ihr das Gefühl, bei der Betrachtung der Texte des Stundengebets (das heißt mittelbar auch: bei ihrem Gesang oder ihrer Rezitation), es käme eine Pranke aus den Zeilen der Liturgie und schlüge einem mitten ins Gesicht? 

Die Schreiberin dieser Zeilen hat Tage hinter sich, die als Drehbuch für einen Film wie Tage wie dieser hätten dienen können. Anders gesagt: Murphys Law[1] wurde jeweils übererfüllt.

Um überhaupt noch durchzublicken, legte sich die Endesunterzeichnende Listen an, um Erledigtes dann durchstreichen können – und ans Ende Liste unter Umständen weitere Punkte anzufügen, die sich zwischenzeitlich ergeben hatten oder einem noch eingefallen waren. Dazu macht man sich, wo möglich, in iCal Termine, die zur rechten Zeit aufpoppen und herumnerven. Oder aber man freut sich, weil man das gerade gestern noch erledigt hat, obwohl es heute erst dran gewesen wäre. Oder man macht sich Sorgen, wie dieses oder jenes hinkommen wird. Erfolgreich abgeschlossene Recherchen führen zu immer neuen Recherchen. Und so weiter, man versteht schon. 

Dazu braucht man für (fast) alles die gefühlt vierfache Zeit und muß alles und jedes nochmals gegenprüfen. Weil der Mr. Monk in einem das so will, oder auch, weil es tatsächlich nötig ist. Etwa, weil über dem hiesigen Land die ebenfalls gefühlt oder auch tatsächlich schlimmste Hitzewelle aller Zeiten lastet und einfach nicht weichen will. Der hauseigene Kater muß derweil drin bleiben, die Hitze brächte ihn einfach um. Das versteht er heuer nicht und dauermiaut.

Beim Abarbeiten der Listen erleidet die Schreiberin dieser Zeilen den ersten Arbeitsunfall ihres beruflichen Lebens überhaupt – gleichfalls in Verbindung mit einem klassischen Murphy. Der Schutzengel verhindert Schlimmeres. 

Zu all dem liest man Schweigen von Shūsaku Endō oder Endō Shūsaku, wie man will. Ein wunderbares Buch, das aber wegen all der Ambivalenzen, die es enthält und die sich beim Lesen in einem auftun, viel Nachdenken und inneres Argumentieren erfordert. Teils grübelt man auch regelrecht darüber.

Zur ersten Vesper des hl. Johannes verheddert man sich trotz vorherigen Markierens der richtigen Texte prompt im Hymnus der Laudes und wundert sich, warum alle anderen viel mehr Strophen haben als man selbst. Hint: der Hymnus zu den Laudes ist ein Kondensat des Vesperhymnus, mit nur drei statt sechs Strophen. Zu den letzten beiden Strophen kommt man dann wieder zurecht. Dabei steht über dem Laudeshymnus in Großbuchstaben LAUDES. See what I mean? 

Nun ja. Rein musikalisch gesehen gerät die Vesper übrigens zur Vollkatastrophe, entweder weil alle übrigen genauso verwirrt sind wie ich oder weil kein Organist da ist und offenbar auch keine Stimmgabel. (Disclaimer: ich habe auch nicht gerade angelisch gesungen.) Aber dann: 

Haucht der Mensch sein Leben aus und kehrt er zurück zur Erde, dann ist es aus mit all seinen Plänen. 

Vergleiche dazu auch Ps. 115: 

Tote können den Herrn nicht mehr loben, keiner, der ins Schweigen hinabfuhr. Wir aber preisen den Herrn von nun an bis in Ewigkeit.

Was bedeutet dagegen etwa zehn Tage Leben mit Murphys Gesetz? Ich höre jetzt auf, noch weitere Check- und sonstige Listen zu führen und zu recherchieren. Heiliger Johannes, bitte für uns!

___

 [1] Um dem Leser weitere Recherchen – hihi! – zu ersparen: Murphy's Law bedeutet: was immer schiefgehen kann, wird auch schiefgehen.

Freitag, 23. April 2021

The reluctant fundamentalist


Es war einmal ein Mensch, der in einem bekannten Online-Lexikon etwas nachlesen wollte und dabei zufällig an einer haarsträubenden Stilblüte vorbeikam. Der Mensch, dem solches ein Greuel ist, meldete sich kurzerhand an und betätigte sich fürderhin in seiner Freizeit gerne einmal als Autor und Besserwisser. Nach einiger Zeit lud man ihn ob seiner Verdienste seitens der Enzyklopädie sogar zu einer Reise nach Westdeutschland ein, wo er mit anderen einen Preis entgegennehmen sollte. 

So ging es einige Jahre, fast hätte man ihm noch Gratulationen zum 10jährigen Jubiläum geschickt, da geschah es, daß ein anderer, dem erst vor kurzem völlig zu Recht ein Zeugnis als geprüfter „völlig fanatischer Religionshasser mit diktatorischem Gebaren“ ausgestellt wurde, anfing, dem Menschen nachzusteigen, sich für Artikel, in denen unser Mensch zu tätig war, zu interessieren und dort „schöpferisch“ tätig zu werden. Fortan tat der gar nichts anderes mehr, jahrelang.

Dabei legte er seinen Tätigkeitsschwerpunkt darauf, ganze Artikel dergestalt umzufrisieren, daß alles Positive aus einem Artikel herausgestrichen würde, weil es aus papistischen Quellen stamme, hingegen alles irgendwie erdenklich Abträgliche in den Artikel hineingeschrieben wurde. So bleibt vom Artikel eines veritablen Heiligen oft nichts anderes übrig, als die Aussage, jener sei ein arger Betrüger gewesen und habe wahrscheinlich Läuse gehabt.

Auch brachte er seinen höchsteigenen Neusprechdiktionär zur Anwendung, der etwa so ging:

Kommunion = Stückchen Brot 
Reliquien = Leichnam, Leichenteile, Knochen 
Reliquienschrein = Glassarg, „oder wie man ein solches Ding auch immer physisch nennen mag“ 
schrieb ihre Visionen nieder = halluzinierte, phantasierte 
Kasteiung = Selbstbeschädigung, Selbstverstümmelung

Schiere Erkenntnisse wie diese, daß Reliquien durchaus nicht nur „Knochen“ sind und Heilige wie auch Reliquien nicht „angebetet“ werden – wer braucht sowas? Beliebt und dabei bis heute täglich zu beobachten ist die Bezeichnung eines jedweden als „Fundamentalist“, obwohl derjenige einen Fundamentalisten offenbar nicht von einem Milchkrug unterscheiden kann. Zwar hatte sich unser Mensch noch nie für einen solchen (einen Fundamentalisten, nicht einen Milchkrug!) gehalten und kennt auch wohl niemanden, der ihn so bezeichnen würde, wie auch immer. Bemühungen, herauszufinden, was eigentlich unter einem „Fundamentalisten“ verstanden werde, verliefen sämtlich im Sande. Ein Fundamentalist ist, so scheint es, möglicherweise einfach nur einer, der anderer Meinung ist als der Schikanierer selbst. Aha. 

Darüber hinaus erwartet man in einem Nachschlagwerk wie einem solchen unbedingt, daß es sich dümmlicher Wertungen enthält und jemand nicht schon deshalb disqualifiziert wird, weil er Exorzist seiner Diözese ist, im Wege allfälliger Krittelei auch nicht deshalb, weil er katholisch ist, Ordensfrau oder Ordenspriester, Weltpriester, Papst, an Wunder glaubt oder sie wenigstens für möglich hält, an einer Hochschule die katholische Theologie lehrt, ein Biograph ist, der über Katholiken publiziert oder einer, der über Heilige oder auch Katholiken schreibt, ohne aber selbst Katholik zu sein, ferner auch nicht solche, auf die einige Punkte oder sogar fast alle auf dieser Liste zutreffen. 

Derjenige welcher sammelt zwar Sperren wie andere Leute Rabattmarken, es stellte sich jedoch immer wieder einmal heraus, daß die Unaussprechliche zwar Regeln hat, denen zufolge bestimmte Dinge wie etwa das Verfolgen bis ins Privatleben hinein, das Pöbeln und Beleidigen, unzulässig sind, das Genannte aber irgendwie doch permanent geht, wenn man nur die Richtigen verfolgt, bepöbelt und beleidigt. Wohingegen es ganz arg schlimm sei, wenn ein permanent Schikanierter sich dem Schikaniertwerden einfach so entziehen möchte. Wo kommen wir denn da hin? 

Auch hat der Schikanierer, wiewohl selbst weder mit großer Intelligenz noch Eloquenz gesegnet, einen Büttel, der ihn immer wieder raushaut. Frei nach dem Motto: steckt man zehn Katholiken in einen Sack und haut drauf, trifft man immer den Richtigen. 

Nach einigen Jahren des Leidens überlegte sich unser Mensch, daß er auch noch etwas Anderes und sicherlich viel Besseres zu tun hätte und wandte sich anderem zu, zumal er sich über die Haltung, die anderen beständig einen solch fanatischen Streithammel zumutet, zeitweise nicht wenig erbittert hatte. Und auch, um dem Schikanierer nicht eines Tages doch noch einmal als das zu bezeichnen, als was er sich so beständig gebärdet. Sowieso kann man in der Unaussprechlichen Exkrement nicht einfach Exkrement nennen, auch wenn es das ist, man muß es „die längste Praline der Welt“ nennen. Jedenfalls beschloß der Mensch, diesem Projekt fürderhin auch nicht einen einzigen Buchstaben mehr zu spenden.

Unterdessen warfen auch ein renommierter Schriftsteller auf dem Gebiet der Mystik Gertrud von Helftas und ein durchaus bekannter österreichischer Priester und Hochschullehrer das Handtuch, womöglich aus genau demselben Grund. Und auch heute noch kann man den Religionshasser gelegentlich über die erfolgreich Weggeekelten herziehen hören und dabei lügen, daß sich die Balken biegen. Und lange schallts im Walde noch: Der Fundamentalist, er lebe hoch!
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