Montag, 8. Juni 2015

Früher™ war alles besser oder aber: Habemus episcopum!

Früher™ war alles besser. Alles. Da erfuhren wir Bischofsernennungen noch zur rechten Zeit am rechten Ort und nicht, weil vorher jemand das Wasser nicht halten konnte, was mittlerweile schon zur Gewohnheit zu werden scheint, und sei es beim Konklave. So wußte ich von der bevorstehenden Ernennung Bischof Woelkis, hatte aber immerhin den Anstand, darüber zu schweigen. Andere hingegen wollen unbedingt als der Fernsehsender in die Geschichte eingehen, der es zuerst gemeldet hat.

Ich muß sagen, mir nehmen dergleichen Indiskretionen ein gut Teil der Freude, die es macht, auf die Bekanntgabe zu warten, sobald die Einladung zu ihr erfolgt. Da dergleichen Bekanntgaben hierzukirch aber mit aller Gewalt schmucklos daherkommen, brauche ich eigentlich auch auf sie kaum mehr zu warten. So könnte man aus solchem Anlaß etwa eine Einzugsprozession des Kapitels machen, mit Kreuz und Leuchter und allem Drumherum. Stattdessen haben wir bei den letzten Malen zu einigen Herren im Klerikeranzug hinaufgeäugt, wenngleich diesmal immerhin anläßlich eines Angelus und nicht einer dieser unsäglichen „Meditationen“ zur Mittagszeit. Warum aber nicht vorher mit der versammelten Gemeinde die Terz oder die Sext singen?

Wenn einem dann noch zum Namen des Erwählten ein etwas ironisches „Überraschung!!!“ auf der Zunge liegt, kann man sich die Anreise zur Bekanntgabe so mitten am Montag aus dem beruflichen Alltag heraus eigentlich auch gleich sparen, da wäre nichts Neues unter der Sonne. Tut mir leid, daß das nun so klingt, aber so empfinde ich es.

Psssend zum Tage lese ich heute morgen in der Unaussprechlichen, Bischof Koch stehe in dem Ruf (was immer das heißen mag) gegen „episkopalen Pomp und fürstbischöfliches Gehabe“ zu sein. Nun, in diesem Fall wird er sich in der Hedwigskathedrale, umgebaut oder nicht, vorzüglich ausnehmen. Nichts könnte weniger fürstbischöflich oder von episkopalem Pomp geprägt sein. Jedenfalls: Habemus episcopum! Schön finde ich das Motto des neuen Hirten: Freut euch im Herrn zu jeder Zeit. Das machen wir jetzt.

1 Kommentar:

Thomas Sebbel hat gesagt…

Herzlichen Glückwunsch nach Berlin, jetzt steht wohl die nächste Sedisvakanz in Dresden an

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