Sonntag, 17. August 2014

Des Sommers Farben vertiefen sich

Eigentlich kann ich es nicht leiden, wenn man schon im Sommer anfängt, den Herbst besingen (dazu ist im Oktober noch Zeit und außerdem wird man davon melancholisch. Nicht vom Herbst, sondern von der fortwährenden Zelebration des Herbstwerdens von August bis November). Und doch, die Farben des Sommers vertiefen sich, das Licht hat diese stille, goldene Qualität, mein Kürbis hat einen kleinen Kürbis bekommen, ich konnte für Mariä Himmelfahrt erstmals selbst angebaute Kräuter und Blumen verwenden, und jetzt pflanze ich Heide. Da ich weiße Blumen liebe, war ich entzückt, als ich weiße aufgetan habe, katholische noch dazu, nach einem irischen Heiligen benannt, Daboecia cantabrica.

Bei dem Kürbis war ich an sich der Ansicht, man überließe am besten alles der Natur. Trotz genügend Blümchen und Bienchen passierte aber – nichts. Bei der zweiten weiblichen Blüte schritt ich dann beim gelben Zentner mit einer männlichen Blüte vom roten Zentner selbst zur Tat, aber Ameisen wollen auch von etwas leben und daher trugen sie den Pollen davon (und sagten auch noch allen ihren Freunden Bescheid).

Beim dritten Mal hab ich schließlich früh morgens, ausgiebig und ziemlich grob selber bestäubt, indem ich die männliche Blüte kurzerhand abgezupft und anschließend mit ihr den Weg zum Blütenstempel der weiblichen blockiert habe. Als ich später las, was manche da für einen Aufwand empfehlen: Blüte abends vorher zubinden (oder war es ein Strumpf, den man nehmen sollte?), damit einem kein Insekt zuvorkommt – ich dachte, wie gesagt, das wäre eigentlich deren ureigenste Aufgabe –, bestäuben, und die Blüte wieder tagelang mit einem Strumpf verhüllen, dachte ich mir, wenn es jetzt nichts wird, mache ich das nächstes Jahr, oder eben nicht und ich lasse sie einfach so wachsen.

Trotz der kruden Technik war aber gleich klar, daß es diesmal funktioniert hat. Einen Riesenkürbis werde ich allerdings wohl nicht mehr ernten, eher schon einen Zierkürbis für Halloween. Fazit: Kürbispflanzen anbauen und blühen sehen macht viel Spaß, große Exemplare kauft man vielleicht doch besser im Supermarkt. Und: Kürbispflanzen brauchen tatsächlich viel Platz.

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