Samstag, 12. Juli 2014

Shopping at iKEA as a martial art

Also ich beherrsche die Technik, bei iKEA nur das zu kaufen, was ich vorher wenigstens ansatzweise kaufen wollte bzw. brauche, eigentlich ganz gut (man liest immer von den Schwierigkeiten, die andere da haben). Auch hatten bisher alle Möbel, die ich da im Laufe der Zeit gekauft (und später wieder verkauft) habe, alle Schrauben im Sack, und nur einmal fehlte eine ganze Seitenwand, die aber vorbildlicherweise in gar nicht langer Zeit mit einem Kleinbus nachgeliefert wurde. Ich bringe es auch glatt fertig, bei iKEA gar nichts zu kaufen und am Schluß nur einen dieser typischen Hotdogs zu essen, weil der Geschmack halt irgendwie dazu gehört. Wirklich, sonst esse ich solche oder auch andere Hotdogs nie, nur dort.

Manchmal brauche ich aber, trotzdem ich vor langer Zeit auf Oma-Möbel mit Gebrauchsspuren (wer will schon, daß seine Wohnung aussieht wie die aller anderen?) umgestiegen bin, doch etwas, da bestimmte Dinge nicht ewig halten, Leintücher etwa, und wie meine Mutter aus zwei Leintüchern eines herausreparieren, das mache ich nicht. Kommt man früh genug, kann man bei iKEA Tempelhof übrigens auch samstags gut sein, bevor die nervigsten Pärchen dort eintrudeln. Nimmt man zum Schluß den Weg über die Expreßkassen zum Selberscannen (die den meisten Leuten anscheinend noch zu unheimlich sind), kann man die Rekordzeit bei der Verweildauer noch unter einer Stunde halten. Ich gehe dort nämlich im allgemeinen nicht hin, um zu verweilen.

In diesem Frühjahr ist mir allerdings aufgefallen, daß ich inzwischen dazu neige, Waren danach zu auszusuchen, wie zufrieden das abgebildete Männchen aussieht. Schlummert es selig und lächelt dabei, muß das Kopfkissen gut sein. Vor dem Übertopf mit Spitzenmuster, den so ungefähr jeder unter der Sonne kauft (und dann für etwas ganz anderes verwendet), schrecke ich noch zurück und werde es genau aus dem Grund wohl auch lassen. Es gibt da aber seit neuestem so ein grünes Irgendwas aus Metall auf Rädern, das aussieht, als käme es direkt aus den vierziger Jahren… Unter der Woche hatte ich ja schon bei der Bettwäsche (brauche ich) zugeschlagen – STRANDKRYPA, wirklich sehr hübsch – und dabei gesehen, daß EMMiE SPETS, eine entzückend nostalgische Bettwäsche, sogar mit Wäscheknöpfen, wieder da ist, nachdem sie monatelang vergriffen war (die brauche ich natürlich auch).

Also heute nochmal hin, schon weil mich die Gartenbauer direkt aus der Hölle vor Tau und Tag aus dem Schlaf der Gerechten gerissen hatten (wie ungerecht!). Heutige Beute – eigentlich – ein ganz süßes Schneidbrett (brauche ich) aus Holz namens PROPPMÄTT (also wirklich, wer denkt sich nur solche Namen aus?), das man auch aufhängen könnte – beim Umstieg von einer Riesen- zu einer Winzküche ein nicht zu unterschätzender Faktor –, und natürlich die Bettwäsche. Dummerweise hatte ich mir auf der Suche nach dem schönsten Schneidbrett vor Ort zielsicher ein Muster gegriffen. Solche kann man aber bei iKEA auf keinen Fall kaufen, da helfen auch schöne blaue Augen nichts. Was bedeutet, daß ich nächste Woche noch einmal hintrecke und das Schneidbrett hole. Und wer weiß, was ich dann noch alles brauchen werde.

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