Donnerstag, 17. Juli 2014

Seien wir glücklich und danken Gott – zum Fest der seligen Märtyrinnen von Compiègne

Dieses Kirchenfenster mag ich besonders gern, es
zeigt, wozu die Karmelitinnen wahrhaft hinaufsteigen:
nicht auf die Guillotine, sondern zu Christus und
den Heiligen
In einer Zeit, in der manche sich hierzulande schon per Buchtitel öffentlich erklären, daß sie Katholisch und trotzdem OK seien (der Originaltitel ist im übrigen durchaus nicht so humorlos, er heißt How to survive being married to a Catholic) erinnern wir uns heute an selige Märtyrinnen, die stolz waren, als Katholikinnen und für den Glauben sterben zu dürfen: „Seien wir glücklich und danken wir Gott, da wir für unseren Glauben sterben und weil wir der heiligen römisch-katholischen Kirche angehören!“, sprach die frühere Priorin Henriette von Jesus ihren Mitschwestern nach dem Prozeß zu.

Zu diesem waren weder Verteidiger noch Zeugen zugelassen, einzig Ankläger und Richter. Zu den Beweismitteln, die man gegen die Karmelitinnen von Compiègne vorbrachte, gehörten vor allem ein Hymnus zum heiligsten Herzen und einige Bilder desselben sowie auch ein Bild des französischen Königs. Der Hymnus zum heiligsten Herzen besang Christus, den König, man kann sich das ähnlich wie das Laudes festivae vorstellen. Vom Lob des Königs, der uns frei machen wird, bis zur böswilligen Unterstellung durch die gedankliche Verknüpfung mit einem anderen König, der gar nicht gemeint war, war es für die Revolutionäre nur ein kurzer Schritt.

Die gebrechliche Sr. Charlotte von der Auferstehung, zum Zeitpunkt des Martyriums immerhin siebenundachtzig Jahre alt, warfen die Soldaten förmlich von dem Karren, der die Schwestern zu ihrer Hinrichtung gebracht hatte. Sie vergab ihnen auf der Stelle. Eine andere, Sr. Julie Louise von Jesus, sprach, obwohl sie sich sehr vor der Guillotine fürchtete, ihren Mitschwestern gut zu. Jede der Schwestern küßte, bevor sie den Segen empfing und hinaufstieg, eine Statuette der Muttergottes mit dem Kind, die die Priorin in Händen hielt.

Die Menge, die sonst die Verurteilten zu verspottete und beschimpfte, wurde still angesichts der sechzehn Karmelitinnen, und auch die Soldaten schlugen ihre Trommeln nicht, weshalb der folgende Gesang verhältnismäßig weit trug:
Lobet den Herrn, alle Völker, preist ihn, alle Nationen! Denn mächtig waltet über uns seine Huld, die Treue des Herrn währt in Ewigkeit.
Was für ein Zeugnis, damals wie heute – liebe selige Märtyrinnen von Compiègne, betet für uns!

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