Freitag, 11. Juli 2014

Rainer Maria Kardinal Woelki wird Erzbischof von Köln

Meldungen und mediale Berichterstattungen der letzten Tage habe ich als leider typisch empfunden – irgendwer kann anscheinend immer das Wasser nicht halten. Da liest man von Rochaden und hinterlassenen Baustellen, unerwartet erfüllten und gescheiterten Hoffnungen und krausen Vorstellungen, besonders kraß etwa beim Kulturradio des RBB, dessen Redakteurin Voßhenrich über Kardinal Woelki zu sagen wußte, „daß er nicht den Gedanken der Reformer verfolgt, Laien in der Gemeinde so zu stärken, daß der Gottesdienst auch ohne Priester stattfinden kann“. Hierzu wäre manches anzumerken, spontan lag mir aber dazu ein „Gehts noch?“ auf der Zunge. Gottesdienste gibts einige, der Gottesdienst aber ist die Heilige Messe. Gerade das entschiedene Festhalten Rainer Maria Kardinal Woelkis an der Heiligen Messe (anstelle eines Wortgottesdienstes) habe ich ihm bei all dem Niederdrückenden dieser pastoralen Umstrukturierungsgeschichte immer hoch angerechnet.

Von ölfdrölfzig Zeitungen setzten nur zwei – beide bezeichnenderweise aus dem schwäbischen Raum – überhaupt ein Fragezeichen hinter ihre Aussage und auf Facebook schrub am Mittwoch jemand bereits die erste Eulogie auf den weiland Erzbischof von Berlin. Hier hätte ich mir mehr sentire cum ecclesia gewünscht. Nun ist es also bekanntgegeben: nach nur drei Jahren ist der Bischofsstuhl von Berlin wieder vakant, was heißt, daß sich Berlin in der Reihe der vakanten deutschen Bistümer wieder hinten anstellen darf. Schade eigentlich. Was kommt, wird sicher interessant werden.

Kommentare:

Jürgen Niebecker hat gesagt…

Was kommt?
Es schießen ja schon heute die Spekulationen ins Kraut.
"Die Welt" sieht z.B. Marx nach Berlin gehen und Gänswein nach München.

Also ich würde es als Tritt in den Hintern empfinden, wenn ich von München nach Berlin versetzt würde…

Braut des Lammes hat gesagt…

Die WELT hat erkennbar keine Ahnung von Schach, sonst würde sie Marx nicht immer wieder „rochieren“ lassen wollen. Spekulatius gibts bei dergleichen Anlässen immer viel, und wenn man sieht, was aus so mancher Terna geworden ist, läßt man sich am besten überraschen.

Andreas hat gesagt…

Spekulazieren wir trotzdem ... was spräche eigentlich gegen Gänswein in Berlin? Die Umbaupläne von St. Hedwig? ;-)

Anonym hat gesagt…

das Zitat von Voßhenrich, RBB habe ich nicht gefunden. Wurde der Artikel von ihr nachträglich "gemildert"?
Ein süddeutscher Leser

Braut des Lammes hat gesagt…

Das war ein Radiobeitrag, hier http://mediathek.rbb-online.de/kulturradio/kulturradio-am-morgen/ist-kardinal-woelki-zu-ersetzen-in-berlin?documentId=22312052
abrufbar.

Braut des Lammes hat gesagt…

@ Andreas: Na ja, mir käme schon einiges in den Sinn, wieso daraus vermutlich nichts werden wird. Davon abgesehen muß, wie sich meiner Ansicht nach bei der letzten derartigen Gelegenheit am Rande gezeigt hat, derjenige ja auch uns wollen.

Simplicius hat gesagt…

Könnte man jetzt, wo Kardinal Woelki ja nicht mehr ins "Loch" predigen muß, die Kathedrale nicht einfach so lassen, wie sie ist?

Braut des Lammes hat gesagt…

Das hab ich mich schon irgendwie auch gefragt, indes scheint man an den Plänen (die ja letztendlich von einem ganzen „Preisgericht“ abgesegnet worden sind) eigener Aussage zufolge festhalten zu wollen. Hausherr der Kathedrale ist auch ja gar nicht der Kardinal.

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