Dienstag, 22. Juli 2014

Gibst du ihnen, dann sammeln sie ein – der Psalmist im täglichen Leben

Sie alle warten auf dich,
daß du ihnen Speise gibst zur rechten Zeit.
Gibst du ihnen, dann sammeln sie ein;
öffnest du deine Hand,
werden sie satt an Gutem. (Ps. 104)

Ich finde es immer wieder beeindruckend, ja eigentlich ehrfurchterregend, was einfach so wächst, wenn der Mensch die Tiere nicht daran hindert, einzusammeln, was Gott ihnen gegeben hat, indem er Wiesen und was eine Wiese werden könnte, wenn man es nur ließe, abmäht, ohne Sinn und Verstand (manchesmal hat man ja den Eindruck, diese Gartenbauer sind komplett verrückt geworden) – wieviele Tiere dann wirklich kommen und einsammeln, was Gott ihnen gegeben hat und satt werden an Gutem. Es ist ja meist noch nicht einmal so, daß, wie früher, das Gemähte wiederum zur Speise würde, den Kühen oder den Stallhasen. Meine Eltern haben früher mit der Sense am Rand der Wiese oder des Weges gemaht, das ist was anderes. Aber ein kurzgeschorener Rasen, bei dem der Rasenmäher noch bald die Stoppeln ausreißt – wem werden diese Pflanzen zur Speise?

Ich bin übrigens in den warmen Jahreszeiten von Woche zu Woche leicht erstaunt, wenn ich am Sonntag die Bienen und Hummeln wie immer beim Pollensammeln sehe und denke, komisch, für die ist ja nicht Sonntag, sondern ein Tag wie jeder andere, an dem sie losfliegen müssen. (Andererseits bereiten die wohl meisten Christen ja Sonntags auch Essen zu, ganz logisch ist das also nicht. Vielleicht, weil ich mir die Insekten als solche vorstelle, die morgens zur Arbeit aufbrechen. Vielleicht auch, weil Pollensammeln ein Geschäft ist, das man den ganzen Tag betreiben muß, damit man zu etwas kommt. Irgendwie hätte ich gern, daß es auch für die Insekten einen Sonntag gäbe.)



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