Samstag, 7. Juni 2014

Komm, Heiliger Geist und entzünde in ihnen das Feuer deiner Liebe – Priesterweihe an der Hedwigskathedrale

An sich sollte man den Tag viel öfter mit einer Priesterweihe beginnen. Daß man sich dabei  (oder wars doch danach?) als Ministrant auch einen Sonnenbrand im Gesicht holen kann, ist mal was anderes. Gleich vier Neupriester für das Bistum sind ein Grund zu großer Freude und der Herr Kardinal der die Händewaschung (endlich einmal an der Kathedra und mit knienden Ministranten) mit „Ihr seid klasse!“ kommentierte, trug auch zur stillen Erheiterung bei.

Geweiht wird bei uns traditionell bei Temperaturen um 30 Grad, sei es nun zu Peter und Paul oder zu Pfingsten. Vor einigen Jahren konnte man dabei mit Bedauern einem der Weihekandidaten zusehen, wie er unter der Kuppel zuerst erbleichte, dann einen leichten Grünstich und zum Schluß ein großes Glas Wasser gereicht bekam. Das ist heute Gottseidank nicht passiert, immerhin hatte ich einen langärmligen Talar an und dachte zwischendurch, daß Priesterweihen am 21. Dezember etwas für sich haben müßten.

Schön finde ich bei der Einzugsprozession den Moment, wenn sich die Ordinandi ihr anschließen, indem sie aus der Unterkirche, wo sie die Zeit vor der Weihe im Gebet verharren, in die Prozession treten; später dann den Aufruf der Kandidaten. Ein gewisses Faszinosum ist, daß wohl die Handauflegung durch die anwesenden Priester in ihrer eigentlichen Bedeutung oftmals wohl nicht erkannt wird, weil es da ganz still ist und nicht viel zu „passieren“ scheint. Wenngleich mir am Anfang der Weihe immer das Tagesgebet auffällt, das ausdrücklich von der Freundlichkeit spricht (ich finde, damit ist für einen Priester schon viel gewonnen), ist doch natürlich das eigentliche Weihegebet, das der Bischof im Namen der Kirche singt, viel schöner:
Um dir ein priesterliches Volk zu bereiten,
erwählst du in der Kraft des Heiligen Geistes
Diener deines Sohnes Jesus Christus
und ordnest ihren Dienst in den geistlichen Ämtern.…

In der Fülle der Zeit
hast du, heiliger Vater,
deinen Sohn in die Welt gesandt,
Jesus, deinen Apostel und Hohenpriester,
zu dem wir uns alle bekennen.
Er hat sich dir dargebracht im Heiligen Geist
als makelloses Opfer.

Seine Apostel hat er durch die Wahrheit geheiligt
und ihnen Anteil geschenkt
an seiner eigenen Sendung.
Ihnen hast du Gefährten zugesellt,
die auf dem ganzen Erdkreis
das Werk deines Heiles verkünden und vollziehen.

Allmächtiger Vater, wir bitten dich,
gib diesen deinen Dienern
die Würde des Priestertums.
Erneuere in ihnen den Geist der Heiligkeit.
Das Amt, das sie aus deiner Hand,
o Gott, empfangen,
die Teilhabe am Priesterdienst,
sei ihr Anteil für immer.
So sei ihr Leben für alle
Vorbild und Richtschnur.

Uns Bischöfen seien sie zuverlässige Helfer.
In der Gnade des Heiligen Geistes
bringe das Wort der Frohen Botschaft
durch ihre Verkündigung
reiche Frucht in den Herzen der Menschen,
und es gelange bis an die Enden der Erde.

Mit uns seien sie treue Verwalter
deiner heiligen Mysterien:
So wird dein Volk durch das Bad
der Wiedergeburt erneuert,
so wird es genährt an deinem Altar;
so werden die Sünder versöhnt,
so werden die Kranken gesalbt zu ihrer Heilung.
Bei den ausdeutenden Zeichen scheint man mittlerweile indes dauerhaft dazu übergegangen zu sein, nach der Salbung der Hände mit Chrisam auch für die Ordinandi ein Lavabo vorzusehen. Ich finde das schade und eigentlich dem Zeichen der Salbung widersprechend, indes, wer bin ich schon? Zu einem „Fazzoletto del sacerdote“ wird man auf diese Art halt wohl nicht kommen. Dabei weiß man nicht mal, ob die Neupriester nicht vielleicht sogar gerne eines hätten.

Komm, Heiliger Geist, erfülle die Herzen deiner Gläubigen, und entzünde in ihnen das Feuer deiner Liebe, so heißt es im Ruf vor dem Evangelium des Pfingstfestes. Eine Bitte, die die Kirche kniend erfleht und die in Hymnus und der wunderbaren Sequenz das ganze Fest durchzieht. In seiner Predigt verwob der Herr Kardinal den Gedanken, daß bei der Priesterweihe ein Herz, ein ganzer Mensch, so entflammt ist, so daß er vor Liebe wahrhaft brennt. Wundersamerweise (das ist jetzt mein Gedanke) ist das eine Liebe, die nicht denjenigen verbrennt und die sich nicht verzehrt.

Kommentare:

Anonym hat gesagt…

Da bist du ja wieder! Ich befürchtete schon du wärst erkrankt...
Liebe Grüße us dem ebenfalls brüllendheißen Colonia!
Nicole-Mathea

Anonym hat gesagt…

Ich stelle mir vor, Sie sei bei Ihren Rosen ...

Theodor hat gesagt…

Ich kenne es so, dass die Hände nach der Salbung mit Binden umwickelt werden, diese Binden der Mutter übergeben werden und nach ihrem Tod ihre Hände damit umwickelt werden.

In wenigen Wochen darf ich in Gricigliano bei den Weihen des ICKH dabei sein und werde noch einmal genau auf diese Sache achten ...

Psallite Deo hat gesagt…

Sehr schönes Bild!

viasvitae hat gesagt…

Ich finde das Foto auch so nett! Es erinnert mich an die Pointe des vormals von Dir eingestellten Mantillencomics, bei dem das kleine Mädchen auch einen Schleier haben wollte, nachdem es eine erwachsene Frau damit in der Kirche gesehen hatte :)

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