Mittwoch, 21. Mai 2014

Sternguckerei des Tages – der Rosenknospennebel


An einem meiner Rosenstöcke hat heute morgen die erste (rosa) Knospe begonnen, die äußeren Blätter zu entfalten (ich bin gespannt, wie das heute abend aussieht, da sie extrem viele Blütenblätter hat). Daher heute mal Sternguckerei in Rosenform: diese Aufnahme des Spitzer-Weltraumteleskops zeigt eine Ansammlung ganz junger Sterne, deren Nebel in Farbe und Form eine Rosenknospe erinnert, weshalb man sie glatt „Rosenknospennebel“ nennen möchte. (Eigentlich hört sie auf den profanen Namen NGC 7129, aber so what? – den Pferdekopfnebel gibt es ja auch.)

Dieser hübsche Nebel liegt etwa 3300 Lichtjahre von uns entfernt, im Sternbild Kepheus (am nördlichen Himmel). Er enthält etwa 130 neue Sterne, die aus einer Gaswolke hervorgehen, deren Zusammensetzung noch für die Entstehung von tausenden sonnenähnlicher Sterne ausreicht. Dabei kühlen Teile dieser molekularen Wolke so stark ab und verändern gleichzeitig ihre Dichte derart, daß Sterne daraus entstehen. Wie das genau abläuft, verstehen selbst Astronomen bisher noch kaum.

Die Farbe des Nebels „entsteht“ durch glühende Staubpartikel an der Außenseite einer Art Blase, die die Sterne in einem Zeitraum von einer Million Jahren innerhalb der molekularen Wolke gebildet haben. Diese Partikel werden von den Sternen im Inneren der Blase erhitzt und geraten dann in den von Spitzer wahrnehmbaren Infrarotbereich. Die rötliche Farbe ist ein Hinweis auf reichliches Vorhandensein von Kohlenwasserstoffen (Basis der Formen organischen Lebens, die wir kennen). Links oben noch eine kleinere Sternenkinderstube mit nur wenigen jungen Sternen.

Kommentare:

Anonym hat gesagt…

Die Bilder, die von den Weltraum-Teleskopen kommen, sind alle schwarz/weiss. Erst ein Graphiker bringt danach Farbe und Inspiration in das Bild.

Das ist nicht weiter schlimm, im Gegenteil: Denn genauso liegt es an uns, wie wir unsere Welt sehen und welche Farben wir ihr geben.

Je mehr wir Wertschätzung entwickeln, je mehr wir staunen und träumen, desto bunter und schöner kann sie werden.

Ganz herzliche Grüße

RG

Anonym hat gesagt…

PS: (Hätte ich fast vergessen)
Danke für das wunderbare Bild. Da geht einem glatt das Herz auf.
RG

martina hat gesagt…

Oh, Signore nostro Dio, quanto è grande il tuo nome su tutta la terra!

Braut des Lammes hat gesagt…

Lieber RG,
das Spitzer-Teleskop ist ein Infrarotteleskop, das heißt, es erfaßt bestimme Wellenlängen, die zwar von anderen Teleskopen nicht wahrnehmbar, aber durchaus dem Farbenspektrum zugeordnet sind. Das heißt, das Rot entstammt nicht der Imagination eines Graphikers.

Bellfrell hat gesagt…

Einfach nur schön - egal ob direkt vom Teleskop oder durch einen Graphiker - einfach nur wunderschön!

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