Dienstag, 13. Mai 2014

Glaube, Hoffnung und Liebe – zur Seligsprechung Pauls VI. (2)

Gerade anläßlich der angekündigten Seligsprechung Pauls VI. ist mir noch einmal recht zu Bewußtsein gekommen, daß wir eigentlich nicht auf die formelle Erhebung eines Menschen zur Ehre der Altäre warten, bevor wir uns mit der Bitte um fürbittendes Gebet an ihn wenden, vielleicht, weil ich mich selber im Gebet an Paul VI. wende. So geschehen ja auch Wunder auf die Fürsprache dieser Seligen oder Heiligen, an die sich Gläubige im vertrauenden Gebet gewandt haben.

Die FAZ wiederum macht aus dem Himmel einen Ort der bürokratischen Zuständigkeiten: „Der Selige wird hernach zunächst nur in seiner Heimat verehrt. Erst mit der Heiligsprechung würde Paul VI. für alle Christen weltweit zum Fürbitter bei Gott.“ Aua! Vor der Heiligsprechung weist Paul VI. jedes Gebetsanliegen glatt zurück, das nicht aus seiner Heimat kommt. (Hint: Deshalb hat die Kommission das Wunder an einem Ungeborenen aus Kalifornien für die Seligsprechung anerkannt…) Wirklich, man wundert sich immer wieder. Früher™ wußten Journalisten großer Zeitungen, worüber sie schrieben oder machten sich wenigstens vorher kundig. Richtig ist, daß die Verehrung eines Seligen erst durch die Heiligsprechung auf die Weltkirche ausgedehnt wird. Einen Seligen, gleich wo er geboren wurde oder gelebt hat, um Fürsprache bei Gott anzurufen oder ihm einfach die eigene Verehrung zu erweisen, ist hingegen immer möglich.

In ihrem Kanonisationsakt stellt die Kirche ja auch fest, daß nach „reiflicher Überlegung und Anrufung der göttlichen Hilfe, dem Rat vieler unserer Brüder folgend, kraft der Autorität unseres Herrn Jesus Christus, der heiligen Apostel Petrus und Paulus und in der Vollmacht des uns übertragenen Amtes, … der selige N. ein Heiliger ist. Wir nehmen ihn in das Verzeichnis der Heiligen auf und bestimmen, daß er in der gesamten Kirche als Heiliger verehrt wird.“

Darin kommt meinem Empfinden nach die Gewißheit der Kirche – nach vorherigem letzten Anrufen des Heiligen Geistes – über diese Feststellung klar zum Ausdruck.

Kardinal Sterzinsky hat einmal sehr schön ausgedrückt, wie die Gnade und das Erbarmen Gottes in der Kirche und der Verehrung der Heiligen aufleuchtet. Die Gnade, die Menschen, wie wir es sind, dazu führen kann, Heilige zu werden und in uns den Wunsch und das Streben wecken mag, über uns selbst hinauszuwachsen und Heilige zu werden („Wenn dieser es vermochte und jener, warum nicht auch ich?“):
So sehr wir auch Kirche der Sünder sind, so ist die Gnade Gottes auch jetzt schon siegreich. Siegreich in Jesus Christus, dem Sieger über Sünde und Tod, wie es gerade in der Feier der österlichen Geheimnisse aufleuchtet und in seiner Auferstehung zum Hoffnungszeichen wird. Das Sieghafte an dieser Gnade und dem Erbarmen unseres Gottes ist aber auch schon erkennbar im Leben so vieler Menschen, die wir als heilige Frauen und Männer verehren, die mit uns gewöhnlichen Sündern zur Gemeinschaft dieser Kirche gehören. Das ist verwunderlich und tröstlich zugleich. Ich muß mir nicht für die Zukunft eine ideale Kirche erst erträumen. Ich kann getrost in der realen Kirche bleiben, die eine Kirche von Sündern ist, denn der Herr ist nicht gekommen, Gerechte zu berufen, sondern Sünder, und Er hat bereits unübersehbar viele geheiligt, die treu geblieben sind. Uns allen zum Trost.

Kommentare:

Vincentius Lerinensis hat gesagt…

Du meinst also wirklich, Paul VI. stammte eigentlich aus Kalifornien und der Vatikan habe das indirekt mit der Anerkennung des Wunders zugegeben?! Ich habe ja schon viele wirre Verschwörungstheorien gehört, aber die schlägt ja nun wirklich alles!!!!!!1111elf *d&r* SCNR

Braut des Lammes hat gesagt…

Tja, da kannst du mal sehen…! ;)

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