Sonntag, 11. Mai 2014

Glaube, Hoffnung und Liebe – zur Seligsprechung Pauls VI.

Schon vor einiger Zeit ist mir aufgefallen, daß der Verlauf des Seligsprechungsprozesses Pauls VI. den Menschen nicht so präsent zu sein scheint wie etwa der Johannes Pauls II., obwohl viele Menschen sich noch an Paul VI. als Papst erinnern können dürften. (Ich jedenfalls kann.) Jedesmal, wenn ich ein Bild Pauls VI. sehe, finde ich, daß man ihm Güte und Tugend schon am Gesicht ansehen kann.

Das läßt zumindest hoffen, daß wir anläßlich der erwarteten Seligsprechung Pauls VI., die, wie der Heilige Stuhl zu meiner Freude gestern bekanntgegeben hat, am 19. Oktober stattfinden wird, vielleicht keine weiteren Blödsinnigkeiten à la „sind Heiligsprechungen heute noch zeitgemäß?“ lesen oder hören müssen. Abgesehen davon, daß die heutige Zeit nicht das Maß aller Dinge ist, sondern nur einfach die einzige, die wir haben, kann man eine solche Frage einfach nur mit „Ja!“ beantworten. Ja, Heiligsprechungen sind zeitgemäß. Sie waren es zu allen Zeiten und sie sind es auch heute. Sie stellen den Menschen nicht nur das Gute, sondern sogar das Beste vor Augen, das im menschlichen Wesen liegen kann. Sie stellen den Menschen die Herrlichkeit, die Gnade und das Erbarmen Gottes vor Augen. Mehr noch, es stellt den Menschen Hoffnung vor Augen und gibt ihnen Trost.

Kommentare:

Ankerperlenfrau hat gesagt…

Schön und treffend gesagt, Danke!

kalliopevorleserin hat gesagt…

Mir stellen sich immer die Nackenhaare auf bei dem Wort "zeitgemäß".
Das heißt nämlich "nach Meinung der Mehrheit gerade passend". Und das hat mit "wahr und gut" nur gelegentlich zufällig zu tun.

Anonym hat gesagt…

Ich vermute, der Montini-Papst war ein äußerlich wie innerlich zerrissener Mensch: nach außen, weil er sich mit seinem Pontifikat am Ende zwischen alle Stühle gesetzt hatte und damit eigentlich bei niemandem mit guter Beurteilung wegkommt (wenn sie ehrlich sind); nach innen, weil er sehr sehr intellektuell war, sehr viel reflektiert hat, seine Person wie sein Handeln, und so ständig vor Dilemmata gestellt war. - Vielleicht war es die daraus entstandene tiefe Einsamkeit und das Durchleiden dieser Einsamkeit, die ihn heilig gemacht hat. In der Tat: Völlig Unzeitgemäß! Gruß Windlicht.

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