Sonntag, 4. Mai 2014

Das halblateinische Hochamt und der wunderbare Fischzug

Da flüchtet man, wie vor einigen Wochen bemerkt, auch deshalb ins lateinische Hochamt, um vom Gesinge aus dem neuen Gotteslob verschont zu bleiben. Zudem quält man sich hin, weil irgendein seit Montag dräuender Infekt immer wieder neue Blüten treibt, wenn man gerade denkt, selbiger sei jetzt vorüber (dafür kann aber außer mir nun wirklich niemand was.)

Ja, Pustekuchen! An sich ist unser lateinisches Hochamt, vor allem, wenn wir Weihrauch haben, sehr schön. Beim Antwortgesang, dem Danklied und den Lesungen macht man Zugeständnisse an die deutsche Sprache; ich muß sagen, bei letzterem kann ich das sogar verstehen, außerdem liegt mir magisches Verständnis, glaub ich, einigermaßen fern.

Nichtsdestotrotz kommen Leute teils von weit her angefahren, teils auch von nicht so weit her, um des lateinischen Hochamts willen. Da ist es doch ein klein wenig ärgerlich, wenn in der Missa Lux et origo kurz vor dem Hochamt das Credo vom DKM durch das deutsche Credo 178 aus dem GL ersetzt wird, zumal eine jener eintönigen Konstruktionen, bei denen das Volk nur dauernd „Amen, amen, amen, ich glaube“ (oder so) singen darf oder soll. Seit einiger Zeit dräut ohnehin die schrittweise Verwässerung hin zum halblateinischen Hochamt. Oder zum Hochamt mit einigen lateinischen Elementen.

Obwohl man sagen muß, daß das Volk und der Schreihals vom Dienst sich beim Gesang heute bemerkenswert zurückgehalten haben, es mag daran liegen, daß Lux et origo nur dieses eine Mal im Jahr gesungen wird (im Gegensatz zur Missa Adventus et quadragesimae, die immerhin zweimal die Chance hat). Aber glaubt mir, das Volk kann das lateinische Credo – auch in „Ostereiernoten“ – nicht nur singen, es will es auch bzw. es will zumindest nicht ohne Not „Amen, ich glaube“ im lateinischen Hochamt singen. Der Zelebrant war ebenfalls not amused. Immerhin: er hat uns durch eine gute Predigt über den wunderbaren Fischzug – eines meiner liebsten Evangelien – und den Gesang der Präfation Freude bereitet.

Als es Morgen wurde, stand Jesus am Ufer: die Jünger haben ganze Nacht vergeblich gefischt, und in der Morgendämmerung erscheint Jesus am Ufer des Sees Tiberias. Der so schmerzlich Vermißte hat alles, was die Jünger brauchen: Fisch und Brot, Wärme und Licht. Petrus, der ihn an einem anderen Kohlenfeuer verraten hat, erneuert seine Liebe zum Herrn – dreimal, wie er ihn dreimal verleugnet hat. In jeder Eucharistiefeier wenden wir uns dem Glanz dieses Lichtes zu, in dem Jesus am Ufer des Sees steht, wir erneuern unsere Liebe zu ihm, der für uns Mensch geworden ist, sich uns selbst zur Speise darreicht.

Kommentare:

Anonym hat gesagt…

Ooch, das tut mir aber leid ;-)
Aber du wirscht's scho schaffn...

Braut des Lammes hat gesagt…

Den Kommentar verstehe ich jetzt nicht ganz: was werde ich „schaffen"?

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