Mittwoch, 9. April 2014

Was ist Wahrheit?

Wo einer ungewollt die Wahrheit schreibt: wenn im Artikel in der Unaussprechlichen über den Bundesverband Lebensrecht als Zielsetzungen des Verbandes angegeben ist:
Förderung der öffentlichen Gesundheitspflege, der Altenhilfe, der Hilfe für Behinderte, des Schutzes von Ehe und Familie und die Förderung der Volksbildung. So sollen menschliches Leben von der Empfängnis an geschützt werden und schon ungeborene Menschen die notwendige öffentliche Aufmerksamkeit erfahren.[1]
und ein irgendein Anonymus darunterpappt (Hervorhebung von mir):
Gegen die Ziele des BVL stellt sich das 2013 gegründete Bündnis für sexuelle Selbstbestimmung, zu dem unter anderem das Familienplanungszentrum „Balance“, der LSVD Berlin-Brandenburg und der Humanistische Verband Deutschlands gehören.
Ist das nicht traurig? Ich meine, daß sich das Bündnis gegen die Hilfe an Alten und Schwerkranken, die Hilfe für Behinderte, den Schutz der Ungeborenen und vieles mehr, wie etwa die Förderung der Volksbildung, einsetzt, mithin gegen den Schutz und die Würde des Lebens an sich.

Im weiteren ein Versuch, diese Arie mit Lara Fritzsche und dem gespendeten Preisgeld für den Medienpreis der katholischen Kirche im Artikel zu parken, weil sonst kein Raum in der Herberge war. Das brachte mich prompt darauf, einmal darauf hinzuweisen, wie man bei diesem „Bündnis der sexuellen Selbstbestimmung“ tickt: Unter dem Eintrag vom 29. Oktober der über die sich oftmals als Frau über die Kirche ärgernden Lara Fritsche sind auch nach Monaten nur Kommentare irgendwelcher Jubelperser freigeschaltet (nicht, daß ich da seither jeden Tag vorbeisehe…), und auch davon hat man offenbar nicht allzuviele vorrätig. Für meinen eigenen kritisch, aber sachlich formulierten Kommentar sehe ich auf dem Rechner, von dem ich ihn damals abgeschickt hatte, auch heute noch einen Hinweis, mein Beitrag warte auf Freischaltung. Ich möchte nicht wissen, wieviele Leute eben diese Anzeige auch bekommen, mithin, die Kommentare wievieler Menschen dort nicht freigeschaltet werden, weil sie nicht ins Bild passen, das das Bündnis beim Leser erzeugen möchte. Wer dort vorbeiklickt (keine Ahnung, ob das überhaupt jemand tut) kann das aber nicht wissen, erliegt also dem sorgfältig inszenierten Eindruck, den das Bündnis erzeugen möchte. So kann man es natürlich auch machen, seriös ist das allerdings kaum zu nennen.
____
[1] An der entsprechenden Stelle heißt es übrigens vollständig beim BVL:
„Ziel und Zweck des Vereins richten sich darauf, menschliches Leben von der Empfängnis an zu schützen und damit im Sinne der öffentlichen Gesundheitspflege mitzuhelfen, daß schon ungeborene Menschen die notwendige öffentliche Aufmerksamkeit erfahren und die Eltern und Angehörigen Unterstützung darin finden, für den Erhalt des menschlichen Lebens einzutreten. Der Verein setzt sich ein für die Stärkung von Ehe und Familie. Der Verein setzt sich ein für alte, leidende und sterbende Menschen und für die Gleichberechtigung Behinderter, auch in ihrem Leben vor der Geburt.“

Kommentare:

Balthasar hat gesagt…

Sie haben völlig Recht. Mit Meinungsfreiheit hat so etwas nichts mehr zu tun.
Nur, seien wir ehrlich: da sieht es bei "uns", will sagen: in der Blogozese nicht viel anders und besser aus. Es gibt, soweit ich es überblicke, nur sehr wenige katholische Blogs, die auch "liberalere", oder sagen wir einfach: andersdenkende Postings freischalten. Was man einfach daran sieht, dass in den allermeisten Blogs alle veröffentlichten Postings sachlich eng beieinander liegen und den/die jeweiligen Blogbetreiber(in) unterstützen.

Braut des Lammes hat gesagt…

Ich kann nur für mich bzw. diesen Blog sprechen: ich schalte Beiträge auch dann frei, wenn sie erkennbar nicht meine Meinung wiedergeben. Davon ausgenommen sind Beschimpfungen oder vollkommen themenfremde Tiraden. Anderswo scheint das zumeist ganz ähnlich gehandhabt zu werden, wo nicht, kommentiere ich nicht mehr.

Darum ging es hier aber nicht (man läuft Gefahr, sich in diesen „Schaut erstmal bei euch selber"-Fußangeln argumentativ zu verfangen. Ein Bündnis, das sich Selbstbestimmung derart plakativ auf die Fahne schreibt, weist mit solcherart Handlungsweise ganz einfach deutlich auf das mangelhafte eigene Demokratieverständnis hin. Mit „Selbstbestimmung“ ist dann lediglich das eigene Selbst gemeint, nicht das der anderen.

Lauda Sion hat gesagt…

Bei dem Thema fällt mir spontan immer Psalm 45,11 ein...

F. M. hat gesagt…

Braut des Lammes:


Ist das nicht traurig? Ich meine, daß sich das Bündnis gegen die Hilfe an Alten und Schwerkranken, die Hilfe für Behinderte, den Schutz der Ungeborenen und vieles mehr, ….

Das Bündnis für Sexuelle Selbstbestimmung stellt sich ganz bestimmt nicht gegen die Hilfe für Alte und Schwerkranke. Das ist ja auch nicht das Ziel Bundesverbandes Lebensrecht. Das Ziel des Bundesverbandes Lebensrecht ist, den Frauen vorschreiben zu lassen, wie diese ihre persönlichen, ureigensten und intimsten Angelegenheiten zu regeln haben.
Und das Ziel des Bündnisses für sexuelle Selbstbestimmung ist, dafür zu sorgen, das in diesen intimsten und persönlichsten Angelegenheiten nicht von aussen über die Frauen entschieden wird, sondern dass, wie der Name des Bündnisses zeigt, die Frauen SELBST über ihre intimsten und persönlichsten Angelegenheiten bestimmen können.

Es geht also darum dass der Bund Lebensrecht etwas anderes zum Ziel hat, als er in seinem Anspruch formuliert.

Balthasar:

Sie haben völlig Recht. Mit Meinungsfreiheit hat so etwas nichts mehr zu tun.

Sie verwechseln Meinungsfreiheit mit der Freiheit seine Meinung ÜBERALL veröffentlichen zu dürfen. Die LINKE (ich meine die politische Partei) darf auch nicht alles und jedes ohne Einladung der Entscheidenden (oder deren Zensur) im L'Osservatore Romano veröffentlichen.
Aber es darf alles, soweit es nicht die Freiheit anderer beeinträchtigt (wann das der Fall ist, entscheiden die rechtmässig urteilenden Gerichte), veröffentlicht werden, wo es erlaubt und möglich ist, wie zum Beispiel im eigenen Blog im Netz.
Und NIEMAND (noch nicht einmal die gesetzlichen Richter) können Sie zwingen, dort etwas zu veröffentlichen, was ihnen nicht passt.

Braut des Lammes hat gesagt…

Abgesehen davon, daß ich die Ziele des Bundesverbandes für Lebensrecht unmittelbar und wortwörtlich dessen Angaben entnommen hatte und wir dem BVL wohl schon zugestehen sollten, selbst zu definieren, was seine Ziele sind – eben das ist Zweck einer Satzung – ist Ihre Deutung unzutreffend. Weder handelt es sich bei der Schwangerschaft um eine „ureigenste“ Angelegenheit nur eines Menschen, der Mutter, noch beabsichtigt der BVL meines Wissens, den Frauen Vorschriften zu machen. Wo Leben unmittelbar betroffen ist, sind jedoch bei einer Entscheidung für den Tod fast immer auch mehrere Leben tangiert, im Falle einer Abtreibung wird dieses Leben nicht nur tangiert, es wird beendet.

Anonym hat gesagt…

"Höre, Tochter, sieh her und neige dein Ohr, vergiß dein Volk und dein Vaterhaus"? Das verstehe ich nicht...

Psallite Deo hat gesagt…

@ F.M.: Ich finde, jede Frau hat selbstverständlich das Recht, ihre "ureigensten und intimsten Angelegenheiten" selbst zu regeln, also z.B. nicht schwanger zu werden - nur leider sind es, wie Braut des Lammes schreibt, wenn sie einmal schwanger, nicht mehr nur ihre Angelegenheiten, sondern auch die des Kindes und auch die des Vaters - das muß man sich eben vorher überlegen, bevor man es "riskiert", schwanger zu werden.

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