Mittwoch, 16. April 2014

Nicht in dieser Welt, aber in jener – zum Gedenktag der hl. Bernadette Soubirous

Vom Mittwoch der Karwoche verdrängt wurde heute das Fest der hl. Bernadette Soubirous, der Unsere liebe Frau in Lourdes erschienen ist. Die Jungfrau Maria hatte Bernadette, die, obwohl sie selbst schwer krank war, nie gedacht hatte, daß die Quelle von Lourdes auch für sie dasein könnte, einmal gesagt: Ich kann nicht versprechen, sie in dieser Welt glücklich zu machen, aber in jener. Ein wenig sieht man das ihrem Gesicht an.

Die verschiedenen Erhebungen der Reliquien, zu denen seit mehr als 130 Jahren so viele Menschen wallfahrten, ist gut dokumentiert.

Bischof Gauthey von Nevers ließ im Namen der Kirche den Körper Bernadettes am Morgen des 22. September 1909 exhumieren, anwesend waren mehrere vom Postulator des Seligsprechungsprozesses bestimmte Zeugen, dazu zwei Ärzte und eine Schwester der Kongregation der Schwestern von Nevers. Alle bezeugten, daß, obwohl das Sterbekreuz der Sr. Marie Bernarde Grünspan angesetzt, ihr Rosenkranz rostig und ihr Habit feucht geworden waren, ihr Leib frei von Spuren des Verfalls war. Auch entströmte dem Sarg kein Geruch. Dies wurde als eines der Wunder im Seligsprechungsverfahren angeführt.
„Der Kopf war nach links geneigt, das Gesicht weiß. Der Mund stand leicht offen und es war erkennbar, daß die Zähne noch intakt waren. Die Hände, die über Brust gekreuzt waren, waren völlig erhalten, wie auch die Nägel. Sie hielten immer noch den rostigen Rosenkranz. Die Venen der Unterarme traten hervor“.
Man wusch den Körper und kleidete ihn in einen neuen Habit, bevor man ihn in einem neuen, doppelten Sarg, der mit weißer Seide gefüttert war, erneut beisetzte.

Ein zweites Mal wurden die Reliquien am 3. April 1919 erhoben. Ein Arzt, der den Körper Bernadettes untersuchte, brachte zu Papier:
Der Körper ist gut erhalten, teils mit Schimmelflecken und einer beachtlichen Salzschicht bedeckt, die aus Kaliumsalzen zu bestehen scheint. Die Haut hat sich an einigen Stellen aufgelöst, ist aber an den meisten Körperteilen noch vorhanden.
Im April 1925 ließ die Kirche die Grabstätte Bernadettes ein drittes Mal öffnen. Man entnahm Reliquien, die nach Rom gesandt wurden. Ein Abdruck des Gesichts wurde angefertigt, so daß die Firma Piere Imans in Paris auf dessen Grundlage und der einiger Fotos von Bernadette einen Wachsabdruck anfertigen konnte. Zugleich wurden auch Abdrücke der Hände angefertigt. Dies war in Frankreich bei Reliquien durchaus üblich, weil man fürchtete, daß der Anblick dieser Körperteile, so wie sie immerhin sechsundvierzig Jahre nach Bernadettes Tod waren, Pilger verschrecken könne.

Die Überreste wurden im Juli 1925 in ein Reliquar im Mutterhaus der Schwestern von Nevers gelegt, wo sie sich noch heute, über 130 Jahre später befinden. Die bei der Feier versammelten Schwestern sangen am Schrein aus dem Commune virginum.

„Sobald Bernadette verschieden war“, ist in den Archiven der Schwestern von Nevers in einer Niederschrift der Sr. Bernarde Dallas nachzulesen, „erschien Bernadettes Gesicht wieder jung und friedlich, mit einem Ausdruck von Reinheit und Glückseligkeit.“ Die Infirmarinnen kleideten sie in den Habit und bezeugten später: „Wir hatten dabei keine Schwierigkeiten, da ihr Körper noch die volle Beweglichkeit besaß, obwohl sie bereits zwei Stunden zuvor verschieden war. Auch diese Beobachtungen mögen ein Grund sein, daß die Verheißung der Jungfrau Maria auf Bernadettes liliengeschmücktem Reliquar geschrieben steht.

Irgendwie erinnert mich das Sterbebildchen Bernadettes immer auch an das einer anderen Heiligen, der kleinen hl. Therese: beide haben viel gelitten, beide sind mit einem ganz ähnlichen Wort auf den Lippen gestorben: „(Mein Gott) ich liebe (dich)“, beide starben mit dem Ausdruck großer Glückseligkeit: nicht in dieser Welt, aber in jener.

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