Freitag, 7. März 2014

Zelt Gottes unter den Menschen


„Wir sind beeindruckt von der durchweg hohen Qualität der eingesandten Entwürfe und der intensiven Beschäftigung mit der besonderen Würde des Ortes, die sich darin zeigt“
heißt es nach der ersten Sitzung des Preisgerichts, das unter den eingereichten, außerordentlich vielen Entwürfen zur geplanten Umgestaltung des Innenraums der Hedwigskathedrale fünfzehn ausgewählt hat, die in die engere Wahl kommen sollen.

Hohes Gericht, hoffentlich ist das so! Vielleicht bin ich naiv, aber ich hätte gedacht, daß es wesentlich sei, daß ein Architekt, der eine katholische Kirche bauen oder umbauen soll, selbst katholisch ist, um das nötige Gespür für das zu haben, was er plant und umsetzt. Es berührt im Vorfeld nämlich schon etwas merkwürdig, wenn ein Architekt, der an seinem Entwurf arbeitet, vor Ort Erkundigungen einzieht wie: „Sagen Sie mal, ich habe so viel vom Tabernakel gehört. Was ist denn eigentlich ein Tabernakel?“ Die Antwort „Das Zelt Gottes unter den Menschen“ wäre naheliegend, aber erstmal ist man innerlich doch getollschockt.

Gerade die Stelle, an der sich der Tabernakel der Kathedrale befindet und daß eigentlich der ganze Altar, bis hin zur Altarmensa in der Oberkirche sowohl auf diesem Grund ruht als auch die Eucharistie als Frucht täglich und immer neu hervorbringt, hat mir immer besonders gefallen. (Die „Salzkristalle“ auf dem Tabernakel oben drauf vielleicht weniger, die erinnern mich eher an Laugenbrezeln…)

Kommentare:

Psallite Deo hat gesagt…

Vielleicht gibt es nicht genug katholische Architekten (Diaspora)? Oder vielleicht wissen auch die Katholiken nicht mehr, was es damit auf sich hat?
Aber selbst wenn, könnte man sich ja vorher informieren, was man bei Baumaßnahmen in einer Kirche wissen muß...

Braut des Lammes hat gesagt…

Der Punkt ist, vielleicht hätte ich das mehr ausführen sollen: daß man einen Architekten per Wettbewerb sucht, anstatt sich gezielt an einen katholischen Architekten zu wenden und diesen um Entwürfe zu bitten. Irgendwo auf der Welt muß es doch einen katholischen Architekten geben.

Der Gute hätte sich natürlich vor der Frage informieren können, ich meine aber, daß einem Nichtkatholiken oder gar einem Atheisten das rechte Gespür abgeht, worum es hier geht. Das heißt nicht, daß ein katholischer Architekt dieses Gespür in jedem Fall haben muß (wenn man mal schaut, auf welch häßlichen Stelen außerhalb des Altarraums Tabernakel in vergangenen Jahrzehnten manchmal gelandet sind), die Wahrscheinlichkeit ist aber höher.

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