Donnerstag, 27. Februar 2014

Easter bunny asylum (2)

Etwas seltsam berühren mich, wenn ich sie überhaupt sehe, Osterhasen zwei Wochen vor Aschermittwoch ja schon. Diese fielen mir womöglich nur wegen ihrer Farbe ins Auge. Rosa vermüllt das Leben? Glaub ich nicht.

Entweder ist es an sich „vermüllt“, das heißt mit an sich unwesentlichen Dingen überhäuft, dann kann auch die Farbe Rosa nichts daran ändern, oder aber Rosa gibt sogar Dingen, die vielleicht gar nicht so unwesentlich sind, weil sie den Menschen Freude bereiten, noch einen netten Anstrich.

Kommentare:

Cassandra hat gesagt…

Ich freue mich total drauf, in 2 Wochen den ersten rosa Geburtstagskuchen zu backen!

Rosa vermüllt das Leben nicht, ebensowenig wie grün, lila oder schwarz. Sein Leben vermüllt man selber.

Mit brennt dazu was auf der Seele: ich gehöre zu der Generation Mädchen, die komplett rosafrei aufwuchs. Braune Cordhose, Ringelpulli in schreiend-mehrfarbig, orange Sandalen oder Schuhe- so etwa sehe ich auf Kinderfotos immer aus. Haare als Eisenherz-Einheitshaarschnitt oder streichholzkurz (nicht meine Entscheidung!). "Mit dem Tinnef fangen wir gar nicht erst an" hieß es von meiner Mutter, wenn es um "Mädchenkram" ging. Zu Karneval wa rich ein Bayer mit Lederhose, ein Matrose oder ein Cowboy. Wir hatten als ich älter wurde endlose Kämpfe um Sommerröcke, Haarlänge, Ohrringe oder nicht.

Immer wieder stelle ich fest, daß ich da kein "Einzelschicksal" bin, sondern viele Fraune, die jetzt Mütter sind, so groß geworden sind.

Ich fand die Mädchen in ihren Elfenkleidern mit Glitzerflügeln auf dem Spielplatz immer toll: die durften etwas, was ich nicht gedurft hatte und manchmal bekam ich mit, wie die verspäteten Mutter-Tochter-Kämpfe um rosa Röcke zwischen Oma und Mutter ausgetragen wurden. Die Omas wollen "Sachen, in denen sie sich bewegen kann" und übersahen, daß die Mütter recht locker mit sandbestäubten Feen und Matschprinzessinnen umgingen- dann kam das Kleid halt in die Waschmaschine und Risse kann man mit Perlen wieder nähen. Die Mütter (meist in meinem Alter) verwandeln sich in Löwinnen, wenn es das Recht ihrer Töchter auf die Prinzessinnenphase geht.

Ich bezweifle, daß rosa dumm macht- dazu sind ein paar der Mädchen hier zu patent.

Und deswegen backe ich in 2 Wochen meinen ersten Satz rosa Muffins: weil unsere kleine Prinzessin 1 wird und weil die kleine Prinzessin in mir nie rosa Muffins hatte. Sollte sie mir in ein paar Jahren sagen, daß das doof ist und sie lieber was mit Schokolade will, dann bekommt sie es selbstverständlich. Es geht um Anerkennen des Mädchen-seins, um das Feiern der eigenen Weiblichkeit und nicht um Zuckerguß.

Braut des Lammes hat gesagt…

Ich hab sowas auch schon öfter gehört und teils war es bei uns ähnlich, abgesehen davon, daß es seinerzeit insgesamt einfach kaum je Rosa und Glitzer gab. Auch kann ich mich an den erheblichen Streß erinnern, den es gegeben hat, als ich als Kind die Haare wachsen lassen wollte. Ouh, lange Haare muß man viel öfter waschen und dann verstopft der Abfluß… Hätte meine Oma mir nicht geholfen, ich hätte wahrscheinlich den Herrenfriseur, zu dem man mich davor immer schleppte, mit einer seiner Scheren hingemetzelt. Heutzutage kann ich mich dran ergötzen, wenn Babys Haarreifen mit Schleifen auf ihren drei Haaren tragen – da sieht man doch wenigstens gleich, daß das kein Junge ist. Finde ich schön, daß du deinen Mädchen ermöglichst, sich selbst auszusuchen, was sie mögen.

Cassandra hat gesagt…

An meinen Haaren konnte man immer ganz gut sehen, wer im Mutter-Tochter-Machtkampf grad die Oberhand hatte:
raspelkurz: Mutter
wachsen lassen bis man zumindest Rattenschwänze hinbekam: Oma.
Und wenn es da mal wieder krachte, war ein Friseurbesuch angesagt...

Bisher ist unser Mädchen ja noch alleine- also so alleine, wie man es mit drei Brüdern sein kann.

Nach drei Jungen kam ein Mädchen, was mich sehr freute. Es ist nicht so, daß ich keine Jungs mag oder sie langweilig finde, aber... hach, Schleifchen :-)

Ich nähe grad ein Kleidchen zum ersten Geburtstag. Nicht rosa, aber definitiv Mädchen.

Ein paar Dinge entscheidet man für seine Kinder, bis sie sie selbst entscheiden könne. Alles, was ich zum Anziehen aussuche, sagt was aus: wenn sie nur Hosen kriegt, ist das genauso eine Entscheidung als wenn sie ausschließlich Ballettröckchen trägt. Es gibt es nichts neutrales.

Bisher lautet ihr Motto: ich will keine Hose! Hosen werden so fix wie möglich ausgezogen. Deswegen auch das Kleid, vielleicht behält sie das ja an...

Psallite Deo hat gesagt…

Bei mir war es genau andersrum: ich "mußte" als Kind lange Zöpfe und rosa und pink und Röcke/Kleider tragen, und heute geht bei mir weder noch. Jedes Haare wachsen lassen endet unter großen Schwierigkeiten (jetzt hab ich sie schon so lang gezüchtet, da wäre es ärgerlich, sie abzuschneiden) doch wieder mit einem Kurzhaarschnitt, das einzige rosa Kleidungsstück, das ich in den letzten 5 Jahren gekauft habe, habe ich letzten Herbst meiner Schwägerin geschenkt.
Röcke und Kleider trage ich allerdings mittlerweile wieder.
Bei meiner Schwester, die durchaus unter ähnlichen Bedingungen aufwuchs, gab es diese Gegenreaktion nicht so sehr, eher im Gegenteil.
So verschieden sind die Leute...

Zu den Osterhasen: bei uns waren sie schon Mitte/Ende Januar, als teilweise noch die Reste der Weihnachtssüßigkeiten da lagen - furchtbar! Eine Woche vor Ostern würde doch locker reichen!

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