Montag, 3. Februar 2014

Behüte mich in dieser Nacht…

Gegenüber der vorigen Wochenende ist die Temperatur mittlerweile um teils 16 Grad Celsius gestiegen. Wahrscheinlich hat mich das zu Gedanken über Nachthauben angeregt, denn in einer Schlafkammer, in der an den Dauerfrosttagen vorletzter Woche im unteren Teil Wasser von innen an der Scheibe gefror, kann man eine solche gut brauchen.

Erstmals entdeckte ich die Notwendigkeit, sich nachts etwas auf den Kopf zu tun, für mich, als ich längere Zeit in einem Kloster verbrachte, in dem nur die wichtigsten Räume einigermaßen geheizt wurden, Chor und Zellen dagegen nicht (dafür wurde aber auch winters großzügig durchgelüftet), weshalb man in den Chor mit einem Mantel ging und sich im Bett mit den vorhandenen Möglichkeiten irgendwie einmummelte. Die Schwestern pflegten sich im Winter das über den Schlafanzug zu ziehen, was man dort mehrheitlich einen „Schlumpf“ nannte, einen Kapuzenpulli, und die Kapuze beim Schlafen überzuziehen. Auch eine Art Nachthabit.

aus Der Basar
Jahrgang 1889, Nr 1
Mittlerweile entdecke ich in einer Altbauwohnung, in der die Schlafkammer drei Außenwände hat, diese Möglichkeiten für mich neu. (Die Schlafkammer war vormals das Badezimmer: also, wie der Offizier, der die Wohnung weiland hatte, da im 19. Jahrhundert gebadet hat und dann wieder aus der Wanne kam, das muß bei Frost einen heroischen Tugendgrad erfordert haben.) Die Steigerung des „Schlumpfes“ ist übrigens: Nachthaube, Kapuze drüber und, wenn das noch nicht reicht, die Kapuze vom Skianorak, die mit Daunen gefüllt ist. Das reicht dann auch bei Temperaturen, bei denen sich eigentlich Eisblumen bilden würden, wenn sie es an diesem Fenster könnten.

Zumindest teilweise muß der Bedarf für Nachtmützen noch vorhanden sein (vielleicht auf eiskalten schottischen Schlössern?), so haben, wie ich zu meiner Überraschung festgestellt habe, mehrere gediegene britische Herrenausstatter zum Schlafanzug passende Nachtmützen à la Ebenezer Scrooge im Programm, auch kann man sie übers Internet beziehen. Ob es auch irgendwo noch ernstgemeinte Nachthauben – also das Gegenstück für die frierende Frau – gibt, hab ich noch nicht herausgefunden, zur Not kann man eine antike Handarbeitsvorlage hernehmen.

Kommentare:

Anonym hat gesagt…

Seit drei Jahren wohne ich in einem alten Haus mit maroden Holzfenstern. Seit dem gehe ich zuweilen im Winter mit Strickjacke,Handschuhen,Lammfellschuhen und Mütze ins Bett und kann deine Gedanken zur Rückkehr zur Häkelnachthaube gut nachvollziehen.
Nicole-Mathea

Huppicke hat gesagt…

Schlumpf ist ein hübscher Ausdruck dafür.

Und es geht!

Mein Mann und ich erinnern uns sehr gerne daran, als wir frisch verheiratet waren und jung und romantisch veranlagt, da hatte er für uns im ehemaligen Heustall seiner Eltern eine Wohnung hergerichtet. Direkt unterm Dach war das winzige Schlafzimmer und das 1,20m Bett direkt unter dem Dachfenster. Das Dach war völlig vermost und das Fenster schlecht eingepasst. In stürmischen Nächten wehte der Wind über unser Bett, dass der Bezug des Plumeaus sich bewegte und wenn es länger regnete dann tropfte es auf uns. Für den Regenfall hatten wir immer eine dicke lage alter Duschhantücher zusammengefaltet, die wir dann an die spezielle Stelle stelle legten, es tropfte so wenig, dass es nicht bis auf das Plumeau durchging. War aber ein komisches Gefühl, diesen Handtuchhaufen obenauf zu balancieren.

Unsere Katzen mochten dieses Arrangement auch sehr gerne. Wir lagen halt alle "im Wetter". Die Katzen verzogen sich aber bei Nässe und Minustemperaturen unters Bett. ;-)

*romantischer Riesenseufzer* Jaja, jung und frisch verheiratet. Drei Jahre haben wir's da ausgehalten, dann haben wir uns was gebaut.

Welch ein schöner Anstoß zu erinnern hier!
Liebe Grüße,
Huppicke

Matthias Ruckenbauer hat gesagt…

Ich verwende jetzt schon seit einigen Jahren eine Schlafhaube im Winter (eigentlich eine Funktionshaube für Sport von einem Anbieter der sonst eher Kaffee verkauft). Die Schlafzimmertemperatur deutlich zu senken und dafür vielleicht beim Schlafen etwas mehr an und eine Haube auf dem Haupt zu haben hat, so bilde ich mir ein, meine Erkältungsfrequenz deutlich gesenkt. Auch schlafe ich besser. Ich möchte die Schlafhaube nicht mehr missen.

Matthias

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