Dienstag, 21. Januar 2014

Stark wie der Tod ist die Liebe, hart wie der Scheol die Leidenschaft − zum Fest der hl. Agnes

Denn stark wie der Tod ist die Liebe, hart wie der Scheol die Leidenschaft. Ihre Gluten sind Feuergluten, eine Flamme JHWs. 

Am Fest der hl. Agnes fließen alljährlich mehrere Dinge zusammen: eines der Feste des Ordo virginum, die Segnung zweier Lämmer durch den Heiligen Vater, die auf die Nähe der beiden Worte Agnes und Agnus zurückzuführen ist und die Verbindung, die dadurch zu den Bischöfen besteht, die das Pallium aus der Hand des Heiligen Vaters empfangen haben. Schließlich die Antiphonen des Stundengebets des Tages, die teils der hl. Agnes zugeschrieben werden. Sie sprechen von bräutlicher Hingabe und Liebe, die treu ist bis in den Tod.

Von Christus, auf dem sich die Jungfrau in der Weihe vermählt und auf immer versprochen hat, heißt es in der Antiphon, die die Neugeweihte unmittelbar nach dem Empfang von Schleier, Ring und Stundenbuch singt, daß Sonne und Mond seine Schönheit bewundern. Und so ist das Fest der heiligen Agnes, wiewohl nicht mein Weihetag (der ist im Frühsommer) ein Fest bei dem ich mich in jedem Jahr voll Dankbarkeit an meinen Weihetag erinnere und Gott danke für meine Berufung.

Heute gabs wunderschönerweise das erste Hochgebet und ausnahmsweise einmal Gaben- und Schlußgebet von den jungfräulichen Märtyrinnen (und noch eine eigene Jungfrauen-Fürbitte. Es ist gut möglich, daß wir die Gebete aus dem richtigen Commune dem Herrn Weihbischof verdanken, vielleicht wars aber auch der Küstervertreter). In der Predigt erinnerte der Herr Weihbischof em. daran, daß die hl. Agnes eine sehr junge Heilige war − die Ikonographie zeigt sie ja verblüffenderweise nahezu immer mit allen Attributen einer ausgewachsenen Frau, vielleicht, weil die Künstler sich unter einer Braut Christi kein Kind vorstellten. Und doch gab es jugendliche, ja kindliche Heilige, die von so unmittelbarer und tiefer Liebe zu Christus ergriffen waren, daß sie ihr Leben für ihn gaben und all ihr Sehnen auf ihn richteten. Die hl. Maria Goretti und einige der Märtyrer von Nagasaki und Uganda sind solche Menschen, die, kaum dem Kindesalter entwachsen, diese tiefste und unwiderruflichste Bindung an Christus eingingen. Die hl. Agnes war zum Zeitpunkt ihres Martyriums erst zwölf oder dreizehn Jahre alt, zuvor hatte sie sich Christus für immer versprochen und so, wie das Schlußgebet sagt, die zweifache Krone erworben. Ein Vorbild der Standhaftigkeit auch in schweren Zeiten − die wahre und tiefste Leidenschaft des Herzens kann hart sein wie der Scheol. Mögen es auch die Törichten sein, die Gott so sehr lieben, so hat Gott selbst sie doch erwählt.

1 Kommentar:

Lauda Sion hat gesagt…

Mir sagte mal ein Rabbi, dass viele das auserwählt sein sowohl als Segen als auch als Fluch empfinden. Konnte ich gut nachvollziehen. Ich bin durch deinen Beitrag jedenfalls inspiriert worden mehr zu danken, als zu jammern. Danke ;-)

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