Dienstag, 28. Januar 2014

Schuhwerk als Form der darstellenden Kunst

Ausnahmsweise seichte Themen, ach ja, bitte! Der Hollerbusch verlinkt unterm Titel Raus aus den Stöckelschuhen eine Kolumne von Cristina Odone, in der diese vom Mitnehmen ihrer Stöckelschuhe in einer Tragetasche bis zum dauerhaften Schwelgen in Schuhen mit dicken Gummisohlen fortschreitet. Nachvollziehbar.

Es gibt in der einschlägigen Literatur zum Stöckelschuh übrigens auch etliche weniger edle Ansätze neben dem mangelnder Alltagstauglichkeit. Jene bieten auch für das Phänomen eine Erklärung, daß nicht nur Frauen gerne Stöckelschuhe tragen, sondern, warum Männer das oft so favorisieren. Eines hat mir jedenfalls schon in früher Jugend eingeleuchtet: wer Stöckelschuhe trägt, kann nicht schnell weglaufen.

Mit Stöckelschuhen zu gehen ist eine Fähigkeit, die man übrigens, ungleich Fahrradfahren oder Schwimmen, ohne weiteres wieder verlernen kann. So ist es mir ergangen. Vor nun schon einigen Jahren wollte ich einmal auf einer Party Pumps mit höherem Absatz tragen. Ich kam bis zu meiner eigenen Haustüre ein paar Treppen tiefer, dann wurde mir klar, daß ich dieses Vorhaben wieder aufgeben mußte – es wäre einfach nicht gegangen, buchstäblich. Ich hätte mit den Schuhen nur stehen, sitzen oder liegen können, nicht aber das, wofür Schuhe eigentlich gemacht sind: gehen (am liebsten zügig). Natürlich hätte ich wieder üben können, wollte ich aber nicht. Seither bin ich stöckelschuhlos glücklich; es reicht mir völlig, sie an Figuren wie Carrie Bradshaw zu sehen, tragen muß ich sowas wirklich nicht. Das muß so ähnlich sein, wie sich das Gemälde vom Mann mit dem Goldhelm zu betrachten, ohne zugleich den Wunsch zu haben, selbst einen solchen Goldhelm tragen zu wollen.


Aufschlußreiche Bilder
bei Dreharbeiten…
…ah, ja! :)

Kommentare:

Bellfrell hat gesagt…

Ääh! Und warum ausgerechnet blaue Stöckelschuhe, wo doch momentan alle Welt über rote Schuhe philosophiert und deren Kommunikationsfähigkeiten interpretiert? ;-)

Braut des Lammes hat gesagt…

Vielleicht hätte ich eine Bildunterschrift machen sollen: die blauen Schuhe gehören ebenfalls Carrie Bradshaw und ich kann mich dran erinnern, sie seinerzeit einfach wunderhübsch gefunden zu haben (tue ich noch, eben in der Art, wie man einen Kunstgegenstand schön finden kann). Bei Frauen sind rote Pumps zudem auch immer so etwas na ja…

Bleibt wohl festzustellen, daß man auch mit blauen Schuhen etwas aussagen kann.

Bellfrell hat gesagt…

:-D

Psallite Deo hat gesagt…

Die höchsten Schuhe, die ich jemals besaß, waren die, die ich mit 15 zur Firmung bekam: schwarz, geschlossen, 3 cm Absatz. Sie dienten später lange Jahre als Orgelschuhe. ich habe einmal versucht, höhere (6 cm oder so) von meiner Schwester anzuziehen - mir gings ähnlich wie bei dem Versuch im Blogbeitrag: ich hatte nach 3 Schritten Angst, mir die Knöchel zu brechen und bin dann wieder auf meine flachen umgestiegen.
Aber schön aussehen tut´s schon (ok, nicht immer, aber es gibt wirklich sehr schöne hohe Schuhe).

Braut des Lammes hat gesagt…

Mit 11cm-Absätzen konnte ich mal gehen (was mir die Welt aus einer ganz anderen Perspektive gezeigt hat), aber wie gesagt, das war eine temporäre Angelegenheit.

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