Donnerstag, 23. Januar 2014

Heilige Jungfrauen und Märtyrinnen im Januar: hl. Messalina von Foligno

Detail eines Mosaiks am Portal
der Kathedrale von Foligno. Zu
Füßen der hl. Messalina blühen weiße
Lilien, Sinnbild ihrer Jungfräulichkeit.
Nur zwei Tage nach dem Fest der hl. Agnes feiert die Kirche den Gedenktag der hl. Messalina von Foligno. Wie jene, zählt die Kirche sie zu den geweihten Jungfrauen – es wird berichtet, daß der hl. Bischof Felicianus, dessen Schülerin sie war, ihr Propositum entgegennahm. Wie auch die hl. Agnes erlitt sie das Martyrium, womöglich nur etwa vier Jahre später.

Als Kaiser Decius auf der Rückkehr aus der Schlacht mit seinen Legionen in Foligno haltmachte, kam ihm der Ruf des altehrwürdigen Bischofs Felicianus zu Ohren, auf dessen Wirken hin sich viele taufen ließen. Als Messalina, die zu dieser Zeit erst achtzehn Jahre alt war, davon hörte, daß Decius ihren Bischof und geistlichen Vater einkerkern ließ, suchte sie ihn ungeachtet der Gefahr täglich im Kerker auf, brachte ihm Lebensmittel und sprach anderen Gefangenen Mut zu. Als man sie durch schöne Reden dazu bringen wollte, den römischen Göttern ein Rauchopfer darzubringen, kniete sie stattdessen in Gegenwart ihres Bischofs nieder, bekannte ihren Glauben und die Liebe zu Christus, ihrem Bräutigam. Daraufhin nahm man sie gefangen und ließ sie mit Knotenstöcken und scharfkantigen Knütteln erschlagen.

Mosaik an der Kathedrale von Foligno, das den
erhöhten Christus in himmlischer Herrlichkeit
zeigt, mit den hll. Märtyrern Felicianus und Messalina
(und dem knienden Stifter Leo XIII).
Der Leib der ersten Märtyrin von Foligno, der so sehr gelitten hatte, wurde von den Christen heimlich, aber mit großer Ehrfurcht an dem Ort bestattet, an dem sich heute die Kathedrale von Foligno erhebt, die ihr und dem hl. Felicianus geweiht ist. Als man die Grabstätte der Märtyrin im 16. Jahrhundert wiederentdeckte, fand man einen Sarkophag mit der Inschrift Hic subtus iacet corpus sanctae Messalinae. Bei der Erhebung der Reliquien am Fest der hl. Lucia im Jahre 1599 entwich diesem ein Blumengeruch, und es ereigneten sich in der Folge zahlreiche Wunderheilungen. Als diese immer noch zunahmen, führte man ab 1613 eine feierliche Dankprozession ein. Die Reliquien der hl. Messalina ruhen heute in der Marienkapelle der Kathedrale.

Ein denkbar kurzes Zeugnis, das über die Jahrtausende geblieben ist: Hierunter ruht der Leib der hl. Messalina. Mit diesem hat sie Zeugnis abgelegt, im Leben wie im Sterben. Und doch ist das nicht das Letzte und nicht das, was einzig überdauert hat.

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