Montag, 27. Januar 2014

Die roten Schuhe – zum dritten

Manchmal kann man sich ja schon wundern. Das ist ja schön, daß P. Hagenkord zusammen mit Chiara Giaccardi eine „kopernikanische Wende in der Kommunikation“ zu erkennen vermag: Unter Kommunikation sei nicht mehr die Weitergabe von Inhalten zu verstehen, sondern
die Reduzierung von Distanz.
Besser kann man gar nicht zusammenfassen, wie dieser Papst agiert. Da sind die Umarmungen, da ist die gereinigte Symbolsprache ohne rote Schuhe und so weiter, da ist die zugängliche Art zu predigen, da ist die auch für Nichttheologen nachvollziehbare Art, Texte vorzulegen wie etwa Evangelii Gaudium: Alles das baut Distanzen ab.
Also, das nenne ich pastorales Geschwurbel vom feinsten. Man kann es meinethalben finden wie man will, daß der eine Papst rote, der andere braune und der dritte schwarze Schuhe trägt. Etwas ähnliches habe ich ja durchaus auch schon zum Ausdruck gebracht. Man muß aber den Leuten nicht das Nichtbeachten einer alten Tradition, mithin eigentlich einen Verlust, als „gereinigte Symbolsprache“ und „abnehmende Distanz“ verkaufen wollen. (Gereinigt von was eigentlich genau?)

Denkt man eigentlich bei solcherart Vergleichen, die sich ja wohl nicht nur auf rote Schuhe beziehen sollen („…und so weiter“), daß Benedikt in seiner bescheidenen Art meist nur einfach das genommen hat, was man ihm aus den Wandschränken der diversen Sakristeien, mithin aus dem ohnehin Vorhandenen anbot, während mittlerweile, wie man hört, aufwendig von anderswoher Gewänder herangekarrt werden, die eine Einfachheit suggerieren, die spätestens dann nicht mehr gegeben ist? Was war denn an den roten Schuhen so ungeheuer distanziert im Vergleich zu schwarzen oder braunroten? Allein die Tatsache, daß sich herausstellt, Papst Franziskus habe wie viele Menschen einen Orthopäden nötig, kann es ja nicht sein, was hier zur Distanzminderung beigetragen hat. Und: wenn unter Kommunikation nunmehr nur noch die Reduzierung von Distanz verstanden wird, wo bleiben da eigentlich die Inhalte?

Kommentare:

jos.m.betle hat gesagt…

:-)
Es sollte nicht unbeachtet bleiben, dass solche Worte, wie sie P. H. und viele andere benützen, eine große Distanz zu Papst Benedikt suggerieren.

Marta Salazar hat gesagt…

Sind Sie ein nicht empathischer ultra-konservativer Schwätzer ?

Braut des Lammes hat gesagt…

@Marta: Äh, nein – das war jetzt einfach.

Anonym hat gesagt…

Es ist schon erstaunlich, welches Interesse Schuhe auslösen können. Aber sind es einfach Schuhe oder stehen diesse symptomatisch für sehr viel mehr und rechtfertigen die Auseinandersetzung damit. Denn es sind ja nicht die Schuhe der Queen oder eines Staatspräsidenten. Es sind die Schuhe des Heiligen Vaters / des Papstes. Und hier sehe ich die Differenz zw. unserem emeritierten Heiligen Vater Benedikt XVI. und dem Papst Franziksus. Für den einen hatte die Symbolik einen hohen Wert. Für den anderen nicht. Für mich ist ja auch ein Unterschied, ob eine Heilige Messe gefeiert wird oder ein Gottesdienst. Ich sehe uns in einer Zeit der Verweltlichung und Entheiligung alles kultischen. Das mögen manche gut finden. Ich sehe jedoch nicht, dass die Begeisterung für die frohe Botschaft durch diese Verweltlichung wächst. Im Gegenteil. Wenn es doch "nichts besonderes ist", dass Brot und Wein konsekriert werden, wieso sollte ich dann noch zu Heiligen Messe gehen. Vielleicht gibt es ja schon einen App dazu.
Und aus diesem Grund sehe ich einen Heiligen Vater Benedikt XVI., der um die Bedeutung des Ritus wusste und einen Papst Franziskus. Interessieren würde mich, wie unser emeritierter Hl. Vater Benedikt XVI. dies sieht, denn letztendlich hat er mit seinem Rücktritt zu diesen heutigen Zuständen geführt.

jeannedarc hat gesagt…

Ja, das würde mich auch interessieren, was jetzt im Kopf von Benedikt vorgeht und ob er den Rücktritt inzwischen insgeheim bedauert. Wir werden es wohl nie erfahren. Jedenfalls glaube ich nicht, dass Bergoglio der von Benedikt erhoffte Nachfolger war.
Ich finde Franziskus hat das Petrusamt banalisiert und ich persönlich kann mit ihm und der von ihm propagierten "Feldlazarett-Kirche" nichts anfangen. Eine Begebenheit bringt das was ich fühle gut zum Ausdruck: eine Bekannte sprach mit ihrem Pfarrer über den Unterschied Benedikt-Franziskus. Der Pfarrer sagte: "Ja mei- der Papst Benedikt war halt heiligmäßig". Dem ist eigentlich nichts mehr hinzuzufügen.

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