Montag, 6. Januar 2014

Der Stern, der den Weg zum Herrn führt

Drei Anbetungsszenen an der Krippe gibt es wohl in der Kunst (in Wirklichkeit gibt es natürlich soviele, wie es Menschen gibt): die Verehrung durch die eigenen Eltern, denen der Maler manchmal noch Heilige beigesellt (Beato Angelico etwa die hl. Katharina von Siena und den hl. Petrus Martyr), die Anbetung durch die Hirten, die von nahebei zur Krippe kommen, und die Anbetung der Könige oder Sterndeuter, die von weit her kommen. Während die Anbetung durch die Hirten eine intime Szene ist, zu der einfach die Menschen herbeigeeilt sind, die ganz in der Nähe ihrem Broterwerb nachgingen, sieht man auf manchen Darstellungen der Anbetung der Könige hinter den Königen einen unübersehbar langen Zug sich über die Landschaft ergießen. Dies ist nicht etwa das Gefolge der Könige, sondern es sind sinnbildlich wir, die Menschen aller Zeiten, aller Hautfarben und Rassen, die der Apostel auffordert, dem Vater mit Freude zu danken, weil er uns fähig gemacht hat Anteil zu haben am Los der Heiligen, die im Licht sind.


So schreibt der hl. Papst Leo der Große in seiner dritten Predigt über das Hochfest der Erscheinung des Herrn darüber, wie die Christus Geweihten selbst zum wegweisenden Stern werden sollen (passend hat Papst Benedikt vor einigen Jahren die gottgeweihten Jungfrauen Sternen verglichen, „die den rechten Weg weisen“). So etwas würde ich zwar von mir selber nie sagen, aber es ist ein hoher Anspruch.
Durch einen Stern also, der glänzender war als alle anderen Gestirne, werden die Magier, die im fernen Osten wohnen, aufmerksam gemacht. Aus dem hellen Scheine dieses wunderbaren Himmelslichtes erkennen jene Männer, die sich gar wohl auf solche Beobachtungen verstehen, die Wichtigkeit dieser Erscheinung. Bewirkte doch zweifellos die Erleuchtung Gottes in ihrem Innern, daß ihnen die geheimnisvolle Bedeutung eines so herrlichen Phänomens nicht verschlossen blieb und ihrem Verstande offenbar wurde, was ihren Augen ungewöhnlich erschien. Kurz, sie treffen Vorkehrungen, die ihnen zugefallene Aufgabe frommen Sinnes zu erfüllen, und versehen sich mit solchen Gaben, die deutlich erkennen lassen, daß sie gleichzeitig an dreierlei glaubten, wenn auch ihre Anbetung nur einem gelten soll: Durch Gold ehren sie ihn als König durch die Myrrhe als Menschen und durch den Weihrauch als Gott. …


Kundgetan hat der Herr sein Heil: vor dem Angesichte der Völker hat er geoffenbart seine Gerechtigkeit. Dies ist ja, wie wir wissen, der Fall, seitdem der Stern die drei Weisen aus ihren fernen Ländern herbeirief und zur Erkenntnis und Anbetung des Königs über Himmel und Erde führte. Offenbar ermahnen uns seine Dienste, dem Beispiele seiner Willfährigkeit zu folgen. Sollen wir doch nach Möglichkeit jener Gnade dienen, die alle zu Christus ruft. Jeder nämlich, der in der Kirche ein frommes und keusches Leben führt, der auf das seinen Sinn richtet, was oben, nicht aber auf das, was auf Erden ist, gleicht gewissermaßen einem Himmelslichte: während er selbst den Glanz eines heiligen Lebens bewahrt, zeigt er gar vielen wie ein Stern den Weg, der zum Herrn führt.

Kommentare:

Bellfrell hat gesagt…

Nun, dieses Dein Blog ist aber schon ein ziemlich guter Wegweiser! ;-)

Braut des Lammes hat gesagt…

Zuviel der Ehre! Ein einfacher, bescheidener Arbeiter im Weinberg…

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