Freitag, 13. Dezember 2013

Unser Freitag, der 13.

Der 13. Dezember ist der Sterbetag, des vorletzten Berliner Bischofs, der in diesem Amt verschieden ist, Alfred Kardinal Bengsch, weshalb wir in der Kathedrale nie die hl. Lucia feiern (allerdings taucht sie seit einigen Jahren kurz im Hochgebet auf). Als im vorletzten Jahr Kardinal Sterzinsky starb, hätte das jährlich für unsere Bischöfe gefeierte Requiem eigentlich zum 30. Juni „wandern“ sollen (und wir hätten mithin die Aussicht auf die hl. Lucia gehabt), das wollte man aber nicht. So ist das Pontifikalamt für die verstorbenen Berliner Bischöfe am 13. Dezember geblieben und nicht, der Tradition folgend, zum Sterbetag des letzten Bischofs gewandert. Eigentlich aber paßt dieses Requiem gut in die Adventszeit. Die Präfation für die Verstorben ist ganz kurz und schlicht und zugleich voll der adventlichen Hoffnung:
In ihm erstrahlt uns die Hoffnung, dass wir zur Seligkeit auferstehen. Bedrückt uns auch das Los des sicheren Todes, so tröstet uns doch die Verheißung der künftigen Unsterblichkeit. Denn deinen Gläubigen, o Herr, wird das Leben gewandelt, nicht genommen. Und wenn die Herberge der irdischen Pilgerschaft zerfällt, ist uns im Himmel eine ewige Wohnung bereitet.
Daß ein Requiem zugleich immer ein Hochamt im gregorianischen Choral bedeutet, ist etwas Schönes. Es wird alles gleich soviel ruhiger, auch unsere Bewegungen. Außerdem liebe ich das Kyrie im Requiem. Wann, wenn nicht bei einem Requiem, käme man auch zur Besinnung, auch darüber, daß die eigene „Herberge der irdischen Pilgerschaft“ irgendwann unweigerlich zerfallen wird? Schön ist auch, wenn die Kirche beim Requiem für die verstorbenen Bischöfe ganz voll ist. Ich stelle mir vor, die sind alle gekommen, um des Bischofs, der ihnen Hirte war, voll Dankbarkeit im Gebet zu gedenken.

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