Sonntag, 22. Dezember 2013

O König aller Völker


O König aller Völker,
ihre Erwartung und Sehnsucht;
Schlußstein, der den Bau zusammenhält:
o komm und errette den Menschen, den du aus Erde gebildet!

Die Antiphon des heutigen Tages nennt Christus nicht nur den König der Völker, sondern zugleich ihre Erwartung und Sehnsucht: etwas Wunderschönes. Komm und errette den Menschen, den du aus Erde gebildet. – Interessant fand ich diesmal, daß es hier in der lateinischen Fassung eigentlich nicht so poetisch heißt, aus Erde gebildet, sondern, daß es heißt, quem de limo formasti, den du aus dem (Ur-)Schleim gebildet.

Auch heißt es in Bezug auf den Schlußstein: lapisque angularis, qui facis utraque unum: Eckstein, der du aus beiden eines machst. Mit den beiden, die Christus eint, mögen der alte und der neue Bund gemeint sein, vielleicht auch die göttliche und die menschliche Natur, die in Christus eines werden, ohne sich zu vermischen: wahrer Gott und wahrer Mensch. Gott wurde Mensch, er blieb was er war und nahm an, was er nicht war, ohne Vermischung und ohne Teilung. So wurde Gottes Schöpfung neu.

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