Donnerstag, 5. Dezember 2013

Das feurige Ende eines sehr langen Lebens

4,5 Milliarden (!) Jahre ist er alt geworden und hat uns zuletzt durch seine schiere Schönheit erfreut. Am Ende ist er der Sonne wohl einfach etwas zu nahe gekommen. Mittlerweile hat sich auch die NASA dazu entschlossen, vom Kometen C/2012 S1 ISON – warum hieß der eigentlich nicht Nevski-Novichonok? – in der Vergangenheit zu sprechen: sie bestätigt, daß der Komet seine Reise um die Sonne nicht überlebt hat. Ich hatte mich zwischenzeitlich zum Trost schon aufs Essen von Lebkuchenkometen mit Zuckerstreuseln und Schokoladenrückseite verlegt.
Tough the exact time of ISON's death is uncertain it does appear to be no more. All that is left is a cloud of debris without a nucleus.
War’s das jetzt? Nein – Hubble will uns Bilder von den Überresten zeigen, die entweder winzig sein können oder aber im besten Fall der Koma des Kometen ähneln werden. Oben noch einmal das prächtige Bild des Kometen mit seinem über 90.000 Kilometer langen Schweif. Wie der Astronom Karl Battams in seiner Kometen-Eulogie bemerkte: This is how comet C/2012 S1 (ISON) wished to be remembered.

Mir bleibt auch die Erinnerung an die hochinteressante und spannende Liveübertragung vom Kometen-Perihel mit wehmütigen Momenten, für die, nebenbei bemerkt, wohl viele im Übertragungszentrum der NASA und auch die zugeschalteten Astronomen ihr Thanksgiving-Essen geopfert haben. Wohl noch niemals haben wir einen Kometen so gut und mit solchen Mitteln beobachten und uns darüber informieren können, darüber habe ich mich auch mit einem Kollegen in der Teeküche ausgetauscht: noch vor zehn oder fünfzehn Jahren wäre so etwas nicht möglich gewesen. Das war zwar, Kohelet zufolge, nichts Neues unter der Sonne  – was man getan hat, wird man wieder tun: die Sterne beobachten und ihre Schönheit bewundern – aber doch eine schöne Variante.

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