Samstag, 23. November 2013

Denk an mich, wenn du in dein Reich kommst – Christkönig

Das Evangelium des Christkönigsfests stellt uns in diesem Jahr die Begegnung mit dem Schächer am Kreuz vor Augen. Was dem Volk zur Verhöhnung dient – das Wort König im Titulus des Kreuzes – wird dem Schächer letztlich zur Hoffnung auf die Erlösung: Denk an mich, wenn du in dein Reich kommst.

Wenn man sich das einmal vorstellt: drei Verbrecher, außerhalb der Stadt gekreuzigt, über dem einen hängt zum Spott eine Tafel, die besagt, er sei der König der Juden, einer der Gekreuzigten schlägt in dieselbe Kerbe und der dritte nutzt die letzte Chance, buchstäblich den letzten Atem, der ihm noch bleibt, und setzt seine Hoffnung auf das Königreich, das jener verheißen hat – und dieser gewährt es ihm, unmittelbar und sofort. Mich läßt diese Handlungsweise Jesu an das Lied vom Gottesknecht denken: Das geknickte Rohr zerbricht er nicht und den glimmenden Docht löscht er nicht aus. Nur dieser König kann ewiges Leben schenken.

Fünfmal nennt die Litanei, die zu Christus vincit gesungen wird, Christus einen König – König des Weltalls, König der Völker, König des Friedens, König der Zeiten, König der Herrlichkeit – und sie fährt in wundervollen Lobpreisungen fort: Abglanz des Vaters, Sohn der Jungfrau, Licht der Menschen, Heiland der Kranken, Retter der Sünder, Erlöser und Heiland. Und mit Recht nennen wir ihn so. Der Apostel Paulus führt in seinem wundervollen Lobgesang aus, warum wir Christus mit Recht als diesen König ansehen und kommt mittelbar ebenfalls beim Schächer am Kreuz heraus:
Christus geleitet den reuigen Schächer ins Paradies
Denn Gott wollte mit seiner ganzen Fülle in ihm wohnen, um durch ihn alles zu versöhnen. Alles im Himmel und auf Erden wollte er zu Christus führen, der Frieden gestiftet hat am Kreuz durch sein Blut.
Alles im Himmel und auf Erden, das heißt jeden, der dies wahrhaft will und zuläßt. Auf manchen Ikonen sieht man Dismas bereits mit dem Heiligenschein und zu Füßen der Kreuzigungsgruppe die geöffneten Gräber derer, die, flehentlich die Arme zum Kreuz erhoben, dieselbe Bitte an Christus richten. Denk an mich, wenn du in dein Reich kommst – leicht abgewandelt ist das ein Wort, das ich mir gut als letztes vorstellen kann: erbarme dich meiner, damit ich in dein Reich komme.

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