Montag, 14. Oktober 2013

Es war einmal… Beauty and the beast (drei Variationen)

Alte Schwarz-Weiß-Filme anschauen macht Freude. Zum 50. Todestag Jean Cocteaus zeigt Arte Die Schöne und die Bestie. Ich glaube, das ist meine liebste, weil geheimnisvollste, Verfilmung dieses Märchens. Weniger, weil die Darsteller so begnadet spielten (in der Tat erinnert mich die Darstellung der Bella teils eher an die Stummfilmzeit). Bei diesem Film ist es die Ausgestaltung: die Animation des verzauberten Gartens und Hauses, in dem das Biest wohnt, in edlem Schwarz-Weiß mit seinem Spiel von Licht und Schatten, zu einer Zeit, als die Spezialeffekte und Aufbauten noch nicht sämtlich aus dem Computer kamen (was zuweilen wirklich etwas öde ist).

Neben dem Zauberspiegel und dem Handschuh (beides Motive, die, wenn ich mich recht erinnere, auch in Cocteaus Orpheus vorkommen) immer wieder gern gesehen: die „Armleuchter“ im Schloß und die Statuen, Karyatiden und ähnliches, die ihre Köpfe und Augen bewegen oder sogar mit Pfeilen schießen… Die Kostüme mögen etwas zuviel Bling haben, irgendwie gehört das aber zur Atmosphäre des Märchens. So ein Krönchen wie Bella hätte wahrscheinlich jede gern einmal als kleines Mädchen aufgesetzt. Gleichzeitig erinnern die Kostüme eigenartigerweise an Vermeers Bilder und Zeit. Der Film versetzt den Betrachter gleichsam in seine Kinderzeit und ist doch eigentlich ein Film für Erwachsene.





Diana, die Göttin der Jagd, bringt einen Menschen zur
Strecke, der sich letztlich tierischer verhält als das Biest
Disney hat dieses Bild eines „beseelten“ Hauses
auf seine eigene Weise aufgegriffen, witzigerweise aber
vom Stil her recht ähnlich


Ein Film, der meines Erachtens oft gar nicht als Umsetzung von Die Schöne und das Biest erkannt wird, ist The Trap von 1966; dabei heißt der Fallensteller sogar genauso: Jean la Bête. Dort ist zwar nicht das Haus märchenhaft und verzaubert, aber die umgebende, gewaltige Natur British Columbias.




Kommentare:

Anonym hat gesagt…

Mensch, danke... den Film "The Trap" hab ich so lange vergeblich gesucht! Gottes Segen!

Braut des Lammes hat gesagt…

Gerne.Eine Anmerkung zu The Trap: in Westdeutschland ist der unter dem sinnlosen Titel Wie ein Schrei im Wind gezeigt worden.

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