Samstag, 7. September 2013

Zwischendurch… – Fast- und Gebetstag um Frieden

Wenn einer eine Einladung zum Fasten und zum Gebet an alle Menschen guten Willens auf der ganzen Erde ausspricht, dann ist man über so manche Reaktion erstaunt. Da geht es: Ja aber, wir wissen doch gar nicht, wann wir fasten sollen (gefastet wird immer von Mitternacht bis Mitternacht[1]) und wie (ich würde mal denken: einmalige Sättigung und morgens und abends je eine kleine Stärkung).

Gute Güte, wo ist denn das Problem? Der Papst hat eine Einladung ausgesprochen, von der natürlich zu hoffen ist, daß ihr möglichst viele Menschen auf der Welt, die guten Willens sind, folgen werden – deshalb war es eine ernste und dringende. Dabei ist der einzelne auch frei, sich dem Gebet anderer anzuschließen oder in der Stille zu beten. In Gemeinschaft zu fasten und zu beten ist halt einer der Grundvollzüge der Kirche.

Wer dieser Einladung nicht folgen möchte, der folgt ihr eben nicht und kann sich dann meinethalben wie etwas fühlen, das irgendwo zwischen Babaorum, Laudanum und Aquarium liegt. Petitbonum nicht zu vergessen. Schade, aber so einfach ist das manchmal. Wenn der Felsen, auf den Christus seine Kirche gebaut hat, zum Fasten und zum Gebet aufruft, wie kann dann für einen Katholiken überhaupt etwas Falsches daran sein? Von Papst em. Benedikt wurde gestern bekannt, daß er mitfastet und mitbetet, logisch, so hieß es.

Mir ist zum ausgerufenen Fasten unwillkürlich der Prophet Jona in den Sinn gekommen – auch die vierte Fastenpräfation kann weiterhelfen: Durch das Fasten des Leibes hältst du die Sünde nieder, erhebst du den Geist, gibst du uns die Kraft und den Sieg durch unseren Herrn Jesus Christus. Was soll man viele Worte machen, manchmal wird man ihrer auch so überdrüssig. Es kann doch auch wirklich nicht sein, daß um einen Aufruf für den Frieden gestritten wird. Wir beten und fasten einfach. Wer sich dem Gebet des Herrn Kardinals anschließen will, ab acht Uhr am Abend in St. Bonifatius in der Yorckstraße. Bei den Vinzentinern in St. Clemens findet eine Vigil statt, dort besteht auch mindestens bis Mitternacht die Möglichkeit zur Anbetung.

Es gibt auch einen Rosenkranz für den Frieden, mit dem man Unsere liebe Frau, die Königin des Friedens, in dieser Intention anrufen kann:
Jesus, bei dessen Geburt Engel den Frieden verkündeten
Jesus, der unsere Schritte auf den Weg des Friedens lenkt
Jesus, der seliggepriesen hat, die Frieden stiften
Jesus, der seine Jünger gesandt hat, den Frieden zu bringen
Jesus, der uns seinen Frieden hinterlassen hat.
____
[1] bei der zweiten Mitternacht war ich mir früher auch nicht so sicher. Ich hatte weiland überlegt, ob man nicht vielleicht fastet, bis der eigene Tag ganz vorüber ist, mithin, daß wenn ich nach Mitternacht ins Bett gehe, das Fasten weiter anhalte.

Kommentare:

hat gesagt…

Den Rosenkranz für den Frieden kannte ich noch nicht.
Vielen Dank dafür!

Angelofberlin hat gesagt…

Die Geistlichen und Gläubigen der Rosenkranz Basilika in Berlin Steglitz hatten sich auch besonders von der Einladung des Heiligen Vaters angesprochen gefühlt, da unsere Basilika durch Papst Pius XII. zur Basilica Minor erhoben worden war und damit eine besondere Beziehung zu Rom und den Päpsten besteht. Also wurde ganz kurzfristig und spontan für heute abend nach der Vorabendmesse beschlossen, sich mit dem Heiligen Vater in Rom zumindest für die Zeit zwischen 19 und 21 Uhr im Gebet zu vereinigen. Vor dem ausgesetzten Allerheiligsten und einem großen Bild des Barmherzigen Jesus wurden die Gebete gesprochen, die Kirche In Not sehr schön für die vergangenen Woche formuliert hatte. Dazwischen Stille und meditative Gesänge. Zu den Fürbitten brachten alle Anwesenden berennende Teelichter und stellten sie auf die Stufen vor den Altar. Abgeschlossen wurde das Friedensgebet für Syrien mit dem Eucharistischen Segen und dem Salve Regina. Es war sehr schön und anrührend. Hätten ein paar mehr Beter sein können ... Aber na ja, dafür, daß es eine so spontane Aktion war, die nicht mal am vergangenen Sonntag hatte abgekündigt werden können, war es absolut ok!

PS ich finde es sehr schade, daß in den Nachrichtensendungen das Friedensgebet des Papstes wieder mal nur sehr knapp bedacht und nicht mal erwähnt wurde, daß selbiges nicht nur in Rom stattfand sondern von Millionen Menschen auf der ganzen Welt mitgebetet wurde. Bin mal gespannt, wie viele Worte der „Marsch für das Leben“ den Berliner Medien in 14 Tagen wert sein wird. Wenn ich da an das letzte Jahr denke ...

Anonym hat gesagt…

@Angel of Berlin
Hierzudorfs wurde gestern (und heute) anlässlich des Stadtfests von der Katholischen Kirchengemeinde Kaffee und Kuchen angeboten. Ich habe nicht den Eindruck, dass unserem Bischof sehr viel dran lag, die dringende Aufforderung des Heiligen Vaters mit derselben Ddringlichkeit weiter zu kommunizieren. Uns gehts glaub ich wirklich zu gut.

Juergen hat gesagt…

Nun hat das Fasten und Beten ja ein Ende und wir können wieder zur Tagesordnung übergehen…

Braut des Lammes hat gesagt…

Vieleicht liegts an mir, aber irgendwie finde ich diesen Kommentar unter den gegebenen Umständen unverständlich. Ebenso wie das Handeln der von dir zitierten Piusbrüder, die schon, bevor das Gebet überhaupt stattgefunden hatte und trotz gegenteiliger Ankündigung des Heiligen Stuhls davon ausgingen, es fände keine Anbetung vor dem Allerheiligsten statt. Im Grunde war diese Äußerung wieder nur ein Vehikel, um die eigenen Ressentiments zu transportieren. Bedauerlich und bedauerlich, daß man einen solchen Anlaß dazu hernimmt.

Ich jedenfalls freue mich, daß dem Aufruf des Heiligen Vaters so viele gefolgt sind. Btw: Beten ist unsere Tagesordnung.

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