Mittwoch, 4. September 2013

Write a blog – meet other people

Einen Blog zu schreiben ist in mehr als einer Hinsicht kommunikativ. Beim oder über das Bloggen lernt man Menschen kennen. Die vielleicht meisten Begegnungen ergeben sich mit Leuten, die fragen, warum ich das gerade fotografiere, was ich fotografiere oder schreibe, was ich da schreibe? Ich habe einen Blog, auf den will ich es stellen. So ging es mir mit dem Kuh-Hund, der am Sonntagabend in der U-Bahn neben mir Platz nahm (und in der Folge der Dame auf seiner anderen Seite heftig ins Gesicht wedelte) und auch mit den Kürbissen eins weiter unten. Daraus ergeben sich manchmal total nette Gespräche.

An dieser Stelle, vielleicht weil es sich so schön zwanglos ergibt, fällt es mir auch gar nicht schwer, zu erwähnen, daß ich einen Blog habe, vielleicht, weil mich keiner kennt, vielleicht, weil die meisten Menschen heutzutage einen Blog zu haben scheinen. Ein Geheimnis ist es nicht, daß ich blogge, aber ich fange sonst eigentlich selten selber davon an. Manchmal bin ich dann wiederum ganz überrascht, wer alles den Blog liest oder dort mal vorbeigeschaut hat und mich dann nach einer Prozession oder sonst darauf anspricht. Es ist auch schon vorgekommen, daß sich jemand aus einem anderen Bistum in der Sakristei erkundigt hat, ob ich diejenige mit dem Blog…? Das war eine wirklich nette Begegnung.

Ein reichlich merkwürdiges Erlebnis hatte ich allerdings vor Jahren, als ausgerechnet in einer Runde von Mitschwestern mit Geistlichen, unter denen auch der Bischof war, sich eine Mitschwester über dies und jenes beschwerte und auch über „den Quatsch“, der in Blogs geweihter Jungfrauen stünde. Mancher mache es gar nichts aus, offen hinzuschreiben, welchem Stand sie angehöre (an dieser Stelle nebenbei bemerkt: warum sollte es das auch? Hoffärtigkeit ist eine Sünde, aber doch nicht das gelebte Zeugnis).

Es gebe ein Faltblatt über unsere Berufung, das wäre „das beste“, was auf diesem Gebiet geschrieben wurde, mehr bräuchte es nicht. Leider würde das Faltblatt nicht mehr aufgelegt. Der Hinweis, daß das Faltblatt aber als pdf im Internet verfügbar war und mit der pdf-Datei auf Wunsch wiederum beliebig viele Faltblätter erzeugbar gewesen wären, war an dieser Stelle vergebens und verfehlt auch den eigentlichen Punkt der Sprecherin: es wurde bereits etwas über unsere Berufung geschrieben. Ein Faltblatt. Daher hat jede weitere Reflexion oder jedes weitere Zeugnis, auch mittels anderer Medien, zu unterbleiben. Punkt. Was willst du da noch sagen? Sowas halte ich an der Stelle auch nicht für eine Frage des Alters, sondern eigener Grenzen, das sich in dem Wunsch äußert, andere mögen ebenso begrenzt sein oder handeln.

An dieser Stelle hab ich seinerzeit geschwiegen, nicht nur weil es zu jener Zeit mehrere Blogs geweihter Jungfrauen gab und gar nicht klar war, ob etwa auch der eigene gemeint war. Auch hätte mich zunächst einmal die Füllung des Wortes „Quatsch“ mit einem Inhalt interessiert, was dem einen Quatsch ist, bedeutet dem anderen alles. In einem persönlichen Gespräch hätte man sich danach erkundigen und vielleicht auch etwas dazu sagen können. Davon, daß ein Blog andere Facetten und Möglichkeiten bietet als ein Faltblatt, noch ganz zu schweigen. Was soll man aber von einer solchen Aussage an sich halten, zumal zu diesem und jenem, worüber sich im vorhinein ebenfalls beschwert wurde, Papst Benedikt, Kardinal Burke, der hl. Paulus und, wenn ich mich recht erinnere, auch Erzbischof Gerhard Ludwig Müller gehörten? Da befinden sich die Bloggerinnen unter den geweihten Jungfrauen weltweit ja in der allerbesten Gesellschaft.

Kommentare:

Bellfrell hat gesagt…

Stimmt!
Das Headerbild gefällt mir sehr gut, aber den "Kuhhund" kann ich beim besten Willen nicht finden.

Braut des Lammes hat gesagt…

War das verwirrend? Den Kuhhund habe ich noch nicht verbloggt, ebensowenig wie einen Gartenzwerg auf dem Operationstisch

Bellfrell hat gesagt…

Das wird ja immer noch spannender!Jetzt aber mal rasch ins Web damit! ;-)

Related Posts Plugin for WordPress, Blogger...