Samstag, 21. September 2013

Mindestens 4500 beim Marsch für das Leben 2013

Der Marsch erreicht das Brandenburger Tor
Jedes Jahr dasselbe Spiel mit den Teilnehmerzahlen bei den Berichten über den Marsch für das Leben. Dieses Jahr: 4500, 1000, nein knapp 2000, bis zu 3000, 4000, doch 4500! Da staunt der Fachmann und der Laie wundert sich. Richtig ist, wir waren sehr viele, und schon bei der Kundgebung war für mein Gefühl erkennbar, daß wir noch mehr als im letzten Jahr waren, als selbst die dem Marsch durchaus nicht gewogene taz von der „bisher machtvollsten Demonstration“ geschrieben hatte. Im letzten Jahr waren wir mehr als 3000. Ergo kommt 4500 Teilnehmer für den diesjährigen Marsch für das Leben hin. Und nächstes Jahr werden es wieder mehr.

In der Tat kann diese Demonstration gar nicht machtvoll genug sein, tritt sie doch für das Leben selbst ein, etwas ungeheuer Machtvolles und in manchen Stadien des Lebens eben auch etwas ungeheuer Zartes und Verletzliches. Deshalb braucht es Schutz, Fürsorge und Liebe. Ich wünschte von Jahr zu Jahr, unsere Demonstration wäre so machtvoll wie etwa der March for Life in Washington mit Hunderttausenden von Teilnehmern und kann eigentlich nicht einsehen, wieso wir das in Europa, das man auch die Wiege der Kultur nennt, nicht zuwege bringt.

Die Zahl der Gegendemonstranten bewegte sich hingegen auf einem Niveau von etwa 200, die auch noch Hase und Igel spielten. Laut waren sie halt, auch fand ich es schade, daß ihnen während der Kundgebung meines Dafürhaltens mehr Aufmerksamkeit geschenkt wurde, als es hätte sein müssen. Der Marsch selbst verlief dann sehr ruhig und, von innen her gesehen, auch sehr friedlich. Zwischendurch hab ich gedacht: warum soll es uns anders gehen als dem Herrn? Er aber schritt mitten durch die Menge hindurch und ging weg.

War ja eh wieder klar…
Direkt neben uns gabs Femenoberkörper und sofort stürzten sich die Medien drauf, als wenn es nichts anderes gäbe und auch kein Morgen mehr. Das fand ich bezeichnend, mehr als ein Teilnehmer am Marsch formulierte das auch als Anmerkung: das sind die Bilder, die später durch die Medien gehen bzw. die, die Medien wollen. Falls der Eindruck entstanden ist, die Femen hätten den Marsch irgendwie gestört: haben sie nicht. Wir haben einfach den Blick abgewandt und sind weitergegangen. Beindruckend fand ich einen Teilnehmer, der ein kleines Kruzifix mitgebracht hatte, und damit fortwährend die Gegendemonstranten segnete. Das ist Christi Wort wörtlich genommen: segnet eure Verfolger, segnet sie, verflucht sie nicht.

Im Vorfeld hieß es, man wolle uns (unter anderem) „wegglitzern“. Da hatte ich mich schon gefragt, wie ist das gemeint? Wird mehr Lametta sein als früher? Kommt Elton John? Tatsächlich fiel aus einem Zuckerstreuer ein wenig Glitter auf manchen Teilnehmer am Marsch, was im Sonnenlicht richtig hübsch aussah. Leider hab ich keinen Glitzer abbekommen, dafür aber, und das ist viel wichtiger, wieder ein Kreuz. Mit einem Kreuz geht alles besser, auch der Marsch für das Leben.

Für das nächste Jahr sollten die Veranstalter unbedingt anstreben, für den Schlußgottesdienst wieder eine Kirche zu finden. So ein Freiluftgottesdienst ohne rechte Mitte und ohne Allerheiligstes kann nur eine Notlösung sein. Der Schlußgottesdienst war in früheren Jahren nach dem eigentlichen Marsch ein wichtiger weiterer Kristallisationspunkt; in diesem Jahr zerfranste der Gottesdienst im Lustgarten zu einer Art zweiter Kundgebung, was auch an der Gestaltung lag, die, auch unter freiem Himmel, wirklich liebevoller hätte sein können. Vor dem Marsch erreichte uns noch ein Segenswort des Heiligen Vaters:
Gerne verbindet sich Seine Heiligkeit mit den Teilnehmern am Marsch für das Leben im Gebet und bittet Gott, alle Bemühungen zur Förderung des uneingeschränkten Schutzes des menschlichen Lebens in allen seinen Phasen mit seinem Segen zu begleiten.
Hier noch ein paar Bilder vom heutigen Marsch:

Die Kundgebung, von ziemlich weit hinten aufgenommen.
Wie auch hier zu erkennen, sind sehr viele gekommen,
aus allen Altergruppen und Ständen.
An der „Kreuzausgabestelle“: jeder nur ein Kreuz!
Hier hätt ich auch gern ein bißchen Glitter gehabt
auch solche Schilder gab es
Unterwegs zum Abschlußgottesdienst…
…im Lustgarten.  

Kommentare:

Angelofberlin hat gesagt…

Mein Mann und ich waren auch beim Marsch für das Leben und haben heute abend gespannt auf die Berichterstattung in den Berliner Medien gewartet. Offizielle Polizeiangaben sprachen von 4500 Teilnehmern und selbt die rbb Abendschau nannte über 4000 Teilnehmer. Dagegen hieß es in den online ausgaben der BERLINER MORGENPOST und des TAGESSPIEGEL ausnahmsweise mal unisono "2000 Abtreibungsgegner". Mir scheint, daß da ganz bewußt etwas kleingeredet wird. Ebenso wie durchgehend negativ von "Abtreibungsgegnern" statt Lebensschützern die Rede ist. Ich finde das sehr traurig und habe an die Morgenpost einen Leserbrief geschrieben mit der Bitte um korrekte Zahlen. Na ja, wird wohl kaum was bringen. Was den Abschlußgottesdienst betrifft, liebe Braut des Lammes, da stimme ich Ihnen zu. Aber würden die vielen Leute in eine Kirche passen? Schade fand ich, daß wieder keiner unserer Berliner Oberhirten mitgegangen ist. Wenn ich mich recht erinnere war Weihbischof Matthias Heinrich vor 2 Jahren noch dabei?

Angelofberlin hat gesagt…

Also da wusste ich nun wirklich nicht, ob ich weinen oder lachen sollte. Message auf einem der Schilder, die von einer Gruppe offensichtlich schwuler Gegendemonstranten hochgehalten wurde:

Jesus loves bondage!

... .... ...

Und meine süsse Bessere Hälfte fragte mich ganz unschuldig: Was heisst denn das?

kalliopevorleserin hat gesagt…

Ich fand den Freiluftgottesdienst einerseits nicht klar genug organisiert, andererseits trotzdem schön (und viel bessere Musik als letzteres Jahr hatten wir auch).
Obwohl ich zustimme, daß eine Kirche der bessere Ort für einen Gottesdienst gewesen wäre, habe ich auch gedacht, auf diese Weise wird der Gottesdienst nicht übersehen. In eine Kirche muß der vorübergehende Tourist ja nicht schauen, aber auf einen so auffälligen Platz schon.

Braut des Lammes hat gesagt…

Ich fand, daß man sich beim Ablauf des Gottesdienstes allzuseher hat „treiben lassen“, da es keinen eigentlichen Liturgen zu geben schien. Da machte der Liedersänger unbefangen noch ein bißchen Werbung für die eigene CD, patzte dabei aber beim Singen des Liedguts, der Ruf zu den Fürbitten schien ungeschickt gewählt, und es fehlte irgendwie die geistliche Sammlung, die man in einem Kirchraum hat. Daß ein Gottesdienst gesehen wird, finde ich nicht so wichtig. Gesehen werden soll der Marsch für das Leben, der Gottesdienst ist die geistliche Stärkung (sollte es wenigstens sein).

@Angel: erfahrungsgemäß bleiben nicht alle Teilnehmer des Marsches zum Gottesdienst, da manche weite Wege haben. In den vergangenen Jahren sind wir mit der Kathedrale räumlich gut gefahren.

Pfade der Vorzeit hat gesagt…

Es ist unglaublich, wie viel Aufmerksamkeit Femen und anderen Gegendemonstranten geschenkt wird. Man könnte lange argumentieren, aber es ist mir, als Frau, unverständlich, wie Frauen sich so präsentieren können, aber sich dann über Sexismus und angebliche Diskriminierung Beschwerden. Irgendwas stimmt da im Kopf nicht ;-) Aber Jesus liebt auch sie und kann ihnen helfen.

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