Dienstag, 13. August 2013

Ürks!

Wäscheleine bei den Hutterischen (Foto: Lenita Waldner)
Bei der gestrigen Empfehlung kath.nets für „christliche Mode“ hab ich mich gefragt, also was zum…? Zum einen die Vorgeschichte: die Initiatorin Kylie Bisutti war als Unterwäschemodell tätig. Darüber, daß ein Fotograf eines Tages allzu eindeutige Posen verlangte, heißt es: Da sei ihr klargeworden, daß sie dafür bezahlt werde, „sich auszuziehen und provokant zu posieren, um Männer zu reizen.“ .oO(Ach?!)

Nun gut, die Naiven sterben nimmer aus, oft genug gehöre ich selbst zu ihnen. Hier muß man sich allerdings wirklich fragen, ja was hat sie sich denn gedacht, wozu nicht nur diese Aufnahmen, sondern diese ganze Art Unterwäsche insgesamt gut ist? (Allenfalls kann man damit auch Frauen reizen.) Neulich hab ich übrigens bei der Suche nach einem neuen Stück, das ein altes ersetzen soll, festgestellt, daß es wirklich wunderschöne BHs gibt, deren schierer Anblick, wie sie da in der Kabine auf dem Bügel hängen, einen bis in den Schlaf verfolgen kann. Aber bin ich bereit, für Spitzenbesatz auf zartem Blaßgelb 72 Euronen auszugeben? Never ever, schon weil es mich ärgert, daß eine Körbchengröße kleiner desselben Modells fast 20 Euro weniger gekostet hätte. Das sind über 140 Mark, ihr Wahnsinnigen!)

Kylie Bisutti, um zur christlichen Mode zurückzukehren, posierte jedenfalls fortan nicht mehr in Unterwäsche, sondern zog einen Versandhandel für christliche Mode auf. Fein, dachte ich, sowas gibts ja außerhalb Nordamerikas viel zu selten. Auf der Website heißt es obenan: „A new style of Christian clothing! Check our exclusive skinny jeans for…“ Im guten alten Usenet hätte man geschrieben: Ab da hab ich dann nicht mehr weitergelesen… – „Bei Schönheit geht es nicht darum, wie man aussieht. Es geht darum was in deinem Herzen ist. Das ist das Wichtigste überhaupt.“ .oO(Deshalb bin ich Unterwäschemodell geworden…)

Was sich ansonsten an Tanktops und „Skinny jeans“ mit Bibelsprüchen auf der Website von Godinspiredfashion (!) die Hand gibt – also ich würde mich so weder in die Kirche noch sonstwohin trauen, auch würde man es nicht von mir erwarten. Den Effekt, die Bibelstellen drauf entziffern und womöglich mit dem Kleidungsstück in irgendeine Verbindung bringen zu wollen, fand ich auch einigermaßen irritierend. Wenn man das Zeug erst anhat, dürfte es sich für die Trägerin noch wesentlich irritierender anfühlen. Zum Tanktop mit dem Namen und der Aufschrift Ich schäme mich des Evangeliums nicht fällt mir wirklich nur ein: …des Evangeliums nicht… Absolut unbezahlbar ist ja das Spaghettiträger-Nichts mit dem Lob der tüchtigen Frau (Eine tüchtige Frau, wer findet sie? Sie übertrifft alle Perlen an Wert…). Hier möchte man dann in Anlehnung an Vers 19 sagen, hätte sie sich doch Garn für was Größeres gesponnen, vielleicht mit Ärmeln dran.

1 Kommentar:

Anonym hat gesagt…

Ehrlich gesagt finde ich es nicht nur lächerlich, sondern höchst bedenklich.
Ein Muslim käme nicht auf die Idee Koransuren auf seinen Jeans-Hintern drucken zu lassen!
Dieser höchst oberflächliche und gedankenlose Umgang mit der Hl. Schrift, mit Ikonen usw. zeigt zum einen, wie schlecht es um unseren Glauben tatsächlich bestellt ist (Rosenkränze als Halskette, riesige Kreuze vor einem üppigen Ausschnitt, Engelsnippes und Jesus-T-Shirts...), denn wenn wir wirklich glauben, dass hier von GOTT die Rede ist, würden wir uns kaum so respektlos verhalten. Zum anderen degradieren wir uns zu Witzfiguren oder bestenfalls einem Ambiente-Wohlfühl-Esoterik-Verein. So wie man halt auch Buddha-Statuen im Vorgarten hat, wegen der schönen meditativen Ausstrahlung...

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