Freitag, 23. August 2013

…und mit ihnen deine Liebe in meinem Herzen – Fest der hl. Rosa von Lima

Da einige Leser nach Fürbitten zum Fest (ein Gedenktag der Kirche, für den Ordo Virginum aber ein Fest) der hl. Rosa von Lima gesucht hatten: es sind die der Jungfrauenfeste:
Gepriesen sei Jesus Christus, denn er ist der Ruhm und die Krone der Jungfrauen. Zu ihm laßt uns beten: König der Jungfrauen, erhöre uns.

Du hast Maria, deine Mutter, zur Königin der Jungfrauen erhoben; auf ihre Fürsprache schenke uns die Reinheit des Herzens.

Dir allein haben sich die heiligen Jungfrauen geweiht; gib, daß auch uns nichts von deiner Liebe trenne.

Die heiligen Jungfrauen haben dir mit ungeteiltem Herzen gedient; gib, daß nichts uns hindere auf dem Weg zu dir.

Du bist der Bräutigam, auf dessen Ankunft die klugen Jungfrauen gewartet haben; gib, daß wir stets wachsam deine Wiederkunft erwarten.
Von der Heiligen weiß man vor allem, daß sie als Jungfrau und Mitglied des dritten Ordens des Predigerordens in Abgeschiedenheit auf dem Grund und Boden ihrer Familie lebte, daß sie die eigene Schönheit verachtete – weil sie fürchtete, diese könne eine Versuchung für andere darstellen – und sich besondere Werke der Buße und Entsagung auferlegte. Liest man die Niederschrift der hl. Rosa, die die zweite Lesung der Matutin ist, kann man in etwa nachvollziehen, wieso ein Zelebrant die Liebe der Heiligen zu Kreuz und Leiden „barock“ genannt hat. Weniger bekannt ist, daß sie sich späterhin sehr für die Arbeiter eingesetzt hat, die in den Minen der spanischen Konquistadoren beim Abbau von Edelmetallen ein Leben in Armut und Elend fristeten.

In den letzten Jahren drei Jahren ihres Lebens litt sie sehr, sowohl an körperlicher Krankheit als auch an der Erfahrung großer Verlassenheit und Ferne von Gott. Trotzdem war sie imstande, zu beten: Herr, laß meine Leiden zunehmen und mit ihnen deine Liebe in meinem Herzen.

Schädelreliquie der hl. Rosa in der Kathedrale von Lima –
im Tode immer noch mit Rosen bekrönt
Unmittelbar nach ihrem Tode am 24. August 1617 brachte man ihren Leib in großer Prozession zur Dominikanerkirche, wo am selben Tag die Beisetzung erfolgen sollte und der Bischof eine Eulogie, eine Lobrede auf die Heilige hielt. Es war ihm jedoch nicht möglich, mit der Beisetzung fortzufahren, weil so viele die Jungfrau noch einmal sehen und berühren wollten. Als die Beisetzung verschoben wurde, schnitten die Menschen kleine Stückchen Tuch aus dem Habit heraus, in den man die hl. Rosa gekleidet hatte. Dies wiederholte sich so oft, daß der Habit sechsmal ausgetauscht werden mußte. Am Ende wurde die Heilige in aller Stille in der Siestazeit beigesetzt, da der Bischof befürchtete, die Menschen würden die Beisetzung erneut nicht zulassen.

Nach ihrem Tod ereigneten sich viele Wunder, das erste, die Heilung des gelähmten Beines eines kleinen Jungen, der neben der Aufgebahrten niederkniete, noch vor ihrem Requiem. 1667, nur fünfzig Jahre nach ihrem Tod, sprach Papst Klemens IX. Rosa von Lima selig. Da so oft über tatsächliche oder vermeintliche Unschönheiten bei der Kalenderreform in der Folge des zweiten Vatikanums geschrieben wird: diese hat die Feier des Gedenktags der hl. Rosa von der Mutter Gottes, der Jungfrau von Lima, auf ihren Todestag gelegt, an dem man ihn zuvor wegen des Festes des hl. Bartholomäus nicht feiern wollte. Über Jahrhunderte hinweg wurde der Gedenktag der hl. Rosa daher am 30. August begangen. In den Regionalkalendern einiger Länder ist das Fest eben wegen der langen Tradition daher am 30. August geblieben.
Der Herr und Heiland erhob seine Stimme und sprach mit unvergleichlicher Hoheit: „Alle sollen wissen, daß auf die Anfechtung die Gnade folgt; sie sollen einsehen, daß die Größe der Gnadengaben in dem gleichen Maß wächst, wie die Mühsale zunehmen; sie sollen erkennen, daß wir ohne die Last der Bedrängnis nicht zum Gipfel der Gnade gelangen können. Die Menschen sollen sich vor Irrtum und Selbsttäuschung hüten. Das ist die einzige Leiter zum Paradies: ohne Kreuz findet niemand den Aufstieg zum Himmel.“

Als ich diese Worte hörte, kam ein heftiges Verlangen über mich, als müßte ich mich mitten auf den Platz stellen und mit lautem Schreien allen Menschen jeden Alters, Geschlechts und Standes zurufen: „Hört ihr Völker, hört, ihr Stämme! Im Auftrag Christi und mit den Worten aus seinem Mund ermahne ich euch: Wir können keine Gnade erwerben, wenn wir keine Drangsale erleiden; notwendig müssen sich Mühen auf Mühen häufen, wenn wir Anteil an der göttlichen Natur erhalten, die Herrlichkeit der Kinder Gottes und das volle Glück der Seele gewinnen wollen.

Der gleiche Stachel trieb mich an, die Schönheit der göttlichen Gnade zu verkündigen. Das bedrückte mich mit Not, trieb mir den Schweiß aus den Poren und ließ mich lechzen. Es kam mir vor, als könne meine Seele nicht länger im Leib gefangen bleiben. Würde man sie aber festhalten, dann werde sie die Ketten zerbrechen und frei und ungehindert die ganze Welt durcheilen und rufen: „O wenn doch die Sterblichen erkennen wollten, wie erhaben die Gnade Gottes ist, wie schön, wie edel, wie kostbar; welche Reichtümer sie in sich birgt, wieviel Freude und Jubel! Ohne Zweifel würden dann die Menschen mit Eifer und Fleiß danach streben, sich selber Leiden und Schmerzen zuzufügen! Auf dem ganzen Erdkreis würden alle Menschen eher Unglück, Krankheit und Qual als Glück suchen, um den unendlichen Schatz der Gnade zu erlangen. Das ist der Lohn und der letzte Gewinn des Leidensmutes. Keiner würde sich über Kreuz und Mühe beklagen, die ihm etwa begegneten, wenn er die Waage erkennen würde, auf der sie den Menschen zugewogen werden.“ (aus den Schriften der  hl. Rosa)

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