Montag, 12. August 2013

Der hl. Josef braucht nicht zu warten

Nachdem der Heilige Stuhl zum Gedenktag des hl. Josef des Arbeiters die Aufnahme des Heiligen in alle Hochgebete angekündigt und in dem Dekret die Worte „von nun an“ verwendet hatte, überlegten einige, daß dies ad hoc umzusetzen sei und der hl. Josef ab sofort im Hochgebet jeder Heiligen Messe genannt werden könne. Andere meinten, der heilige Josef müsse bis zum Erscheinen der Übersetzung neuen Meßbuchs ins Deutsche warten. Das liturgische Institut Trier hat netterweise Mitte Juni eine deutsche Fassung für die Hochgebete II bis IV veröffentlicht.

Und siehe! Seither ist mir der hl. Josef ziemlich oft im Hochgebet begegnet. Man will den hl. Josef offenbar nicht (ewig?) warten lassen und von nun an war anscheinend auch hinreichend eindeutig. Zwar hat gerade gestern ein Liturgiker mir gegenüber ausgeführt, warum er die Aufnahme des hl. Josef in andere Hochgebete als das erste (und vielleicht noch das dritte) für nicht sinnvoll hält, indes tut es meiner Freude keinen Abbruch. Etwas werden sich die Heiligen Väter – Benedikt XVI., dessen Taufname Josef lautet und der ob seines Wappens als Verehrer der heiligen Familie bekannte Franziskus – wohl gedacht haben, wenn sie die Worte bereitwillig und dankbar verwenden. Wie sieht es bei euch aus? Ist der hl. Josef schon im Hochgebet angekommen?

Kommentare:

Juergen hat gesagt…

Bei einer Messe auf Latein habe ich den Hl. Joseph schon im II. Hochgebet gehört.
Bei Messen auf Deutsch nicht.

Es ist auch nicht verwunderlich, da gemäß der entsprechenden Anweisung im kirchlichen Amtsblatt, die Einfügung warten muß, bis das neue Meßbuch erscheint.

Im dem römischen Dekret ist eben von der "dritten Auflage" die Rede und die derzeitige deutsche Übersetzung ist die der zweiten Auflage.
Da meinen wohl die Verantwortlichen, daß demzufolge das Dekret nicht anwendbar ist.

Vgl. auch meinen Beitrag vom 7. August zu dem Thema:
»Joseph muß warten«

Juergen hat gesagt…

Noch ein Nachtrag:
Es entsteht der Eindruck als habe das lit. Institut die dt. Fassung erstellt.
Tatsächlich wurde sie aber von der Gottesdienstkongretation als Anhang zum Dekret in mehreren Sprache (auch in Deutsch) veröffentlicht.

Pro Spe Salutis hat gesagt…

Beim heutigen (indischen) Zelebranten bei den Benediktinerinnen von der hl. Lioba in Freiburg: Ja ... das zweite Hochgebet wird dadurch aber leider auch nicht wirklich länger ... ;-)

Anonym hat gesagt…

Schön! Bei uns ist er schon lange angekommen, wir vergessen ihn nie!
Auch das pro multis wird bei uns seit über 4 Jahren gebetet.
Gottes reichen Segen!

Huppicke hat gesagt…

Nein. Ich weiß nicht, ob er noch lange warten muss.

Braut des Lammes hat gesagt…

Bei der deutschen Übertragung hast du recht, Jürgen, ich hatte die Beifügung bei der Ankündigung seinerzeit nicht bemerkt. Anscheinend ist man aber beim liturgischen Institut nicht unbedingt der Auffassung, man müsse warten, bis die 3. Auflage erscheint. Wie lange sollte man darauf wohl auch noch warten?

Pro multis wird bei uns ab und zu gesagt, aber längst nicht so häufig wie der selige Josef.

Maria hat gesagt…

Wir waren neulich wieder mal bei unserem Lieblingspfarrer in der Kirche: ja, er hat den Hl. Josef genannt! Der Pfarrer ist übrigens ein ausgewiesener Liturgieexperte, promovierter Liturgiewissenschaftler und im wirklichen Sinne konzilstreu (d.h. er hat die Texte auch gelesen und setzt sie auch wirklich um, im Gegensatz zu so vielen angeblich "konzilstreuen" Modernisten).

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