Samstag, 27. Juli 2013

Nun gehen wir nach Jerusalem hinauf – Gedenktag des sel. Titus Brandsma

2579 Priester sind im sogenannten Priesterblock des Konzentrationslagers Dachau gefangengehalten worden, mehr als die Hälfte von ihnen sind zu Tode gekommen. Einer von ihnen war der sel. P. Titus Brandsma, ein Karmelit, der erste jener Märtyrer, der seliggesprochen wurde.

P. Brandsma trat als junger Mann bei den Karmeliten der alten Observanz ein und wirkte nach der Priesterweihe vorwiegend unterrichtend: als Lehrer, als Universitätsdozent, als Regens eines Seminars der Karmeliten, schließlich als Rektor der Universität von Nijmegen: all unserer Arbeit muß der Stempel der Liebe, der leidenschaftlichenLiebe zu Jesus aufgeprägt sein.

1935 übertrug man ihm die Verantwortung und das geistliche Rektorat für die katholischen Journalisten in den Niederlanden. In dieser Funktion sprach er sich mit großer Klarheit und Glaubenskraft für die Freiheit der katholischen Erziehung und der katholischen Presse aus. Spätestens, als er sich 1935 gegen die sogenannte „erste Verordnung zum Blutschutzgesetz“ äußerte, wurden die Nationalsozialisten auf ihn aufmerksam, später sprach er sich gegen die Veröffentlichung von Schriften der Nationalsozialisten in den katholischen Medien der Niederlanden aus und stellte öffentlich die Frage, wie jemand Katholik genannt werden könne, der dies tue.

Als P. Brandsma 1942 eine entsprechende Anweisung der Bischöfe persönlich übergab, wurde er verhaftet und in der Folge von einem Gefängnis ins andere verlegt, bis man ihn ins Konzentrationslager Dachau brachte. Entkräftet, halbverhungert und mißhandelt, diente er trotzdem seinen Mitgefangenen als Priester und Seelsorger, was zu weiteren Mißhandlungen führte. Dennoch bat er die anderen Gefangenen, für das Heil der Wächter zu beten. Als er nicht mehr auf der Dachauer Plantage arbeiten konnte, führte man medizinische Experimente an ihm durch. Am 26. Juli 1942 gab ihm einer der Lagerärzte eine tödliche Spritze. Am Tag seines Todes veröffentlichten die niederländischen Bischöfe ihr Hirtenwort zur Deportation der Juden.
Der sel. Titus Brandsma als junger Ordensmann
Jesus hat selbst gesagt, daß er das Haupt des mystischen Leibes ist, dessen Glieder wir sind. Er ist der Weinstock, wir sind die Reben. Er hat sich auf der Kelter ausgestreckt und sie bedient. So hat er uns den Wein gegeben, damit wir, wenn wir ihn trinken, von seinem Leben leben und an seinen Leiden teilhaben. Wer mein Jünger sein will, der nehme täglich sein Kreuz auf sich. Wer mir nachfolgt, wird das Licht des Lebens haben. Ich bin der Weg. Ich habe euch ein Beispiel gegeben, damit auch ihr so handelt, wie ich an euch gehandelt habe. Und da seine Jünger von sich aus nicht verstanden, daß sein Weg ein Weg des Leidens sein mußte, erklärte er es ihnen so: Mußte nicht der Messias all das erleiden, um so in seine Herrlichkeit zu gelangen? 
Da brannte den Jüngern das Herz in der Brust. Das Wort Gottes begeisterte sie. Und als der Heilige Geist auf sie herabkam wie göttliches Feuer, das sie in Brand setzte, da freuten sie sich, Verachtung und Verfolgung erleiden zu dürfen, denn so waren sie dem ähnlich, der ihnen auf dem Weg des Leidens vorausgegangen war. Schon die Propheten hatten den Leidensweg Christi angekündigt, und die Jünger verstanden auf einmal, daß er ihn sich nicht erspart hatte. Von der Krippe bis zur Marter am Kreuz waren Armut und Unverständnis sein Los. Er hatte sein Leben damit zugebracht, die Menschen zu lehren, daß Gott Leid, Armut, Unverständnis der Menschen anders sieht, als es die Torheit menschlicher Weisheit tut. Auf die Sünde mußte das Leiden folgen, so daß, durch das Kreuz, die verlorene Herrlichkeit und das Leben des Menschen durch Gott wiedererlangt würde. Leiden ist der Weg zum Himmel. Im Kreuz ist Heil. Und das Kreuz ist der Sieg. Gott hat es so gewollt. Er selbst nahm die Pflicht des Leidens im Hinblick auf die Herrlichkeit der Erlösung auf sich. Der hl. Paulus macht uns deutlich, wie alles Unheil seines irdischen Lebens unbedeutend ist, wie es als nichtig und vergänglich betrachtet werden muß im Vergleich mit der Herrlichkeit, die uns offenbar werden wird, wenn die Zeit des Leidens vergangen ist und wir Gottes Herrlichkeit schauen. 
Maria, die alle Worte Gottes in ihrem Herzen bewegte, verstand in der Fülle der Gnade, die ihr gewährt wurde, den großen Wert des Leidens. Als die Apostel flohen, ging sie, um den Erlöser auf dem Weg zum Kalvarienberg hinaus zu sehen und stand unter dem Kreuz, um seinen Gram und seine Schande bis zum Ende zu teilen. Und sie trug ihn zum Grab, in der festen Überzeugung, er werde auferstehen. 
Es widerstrebt uns, wenn er uns den Kelch des Leidens reicht. Es ist so schwer für uns, uns dem Leiden zu ergeben. Sich daran zu erfreuen erscheint uns heroisch. Was ist das Opfer unserer selbst wert, wenn wir uns an jeden Morgen nur in Wort und Geste, nicht aber in Gedanken und im Willen mit jenem Opfer vereinen, das wir mit der Kirche darbringen, mit ihm, mit dem wir in einem Leibe vereint sind? (aus den Niederschriften des sel. Titus Brandsma O. Carm.)

1 Kommentar:

Lauda Sion hat gesagt…

Vor allem die Märtyrererzählungen haben mir früher (das halbe Jahr um meine Konversion herum)Trost u. Kraft gegeben, als ich dem Spott etc. meiner "Geschwister" ausgesetzt war. Ist gut sie im Bewusstsein zu halten.

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