Dienstag, 2. Juli 2013

Gegrüßet seist du Maria – Visitatio B.M.V.

Das Fest der Mariä ist vielleicht auch eines, bei dem man überlegen könnte, ob man es nicht künftig anders benennt – zu sehr hat sich die Bedeutung des Wortes Heimsuchung im Deutschen gewandelt. So heißt es auf lateinisch einfach Visitatio, Besuch. Was macht diesen Besuch so besonders? Auf den ersten Blick scheint er etwas alltägliches: eine junge Frau steht einer älteren Verwandten in der Zeit vor der Geburt ihres ersten Kindes bei. Selbst ist sie auch schwanger, aber noch nicht lange. Auf diesem Mosaik der Begegnung unserer lieben Frau mit Elisabeth, bei dem auch der hl. Josef als Begleiter mitgekommen ist, fällt auf, daß alle Heiligenscheine tragen und daß Elisabeth, die Ältere, vor Maria kniet. Eigentlich kniet sie vor dem, den Maria in sich trägt. Die Kirche nennt die Geburt Mariens die Dämmerung unserer Erlösung. Nun ist der Tag fast angebrochen.

Eigentlich ist das Fest der Heimsuchung Mariens der erste Augenblick, in dem ein Mensch den Erlöser erkennt: Da hüpfte das Kind in ihrem Leibe – der ungeborene Johannes, den man später den Täufer nennen wird, verweist auf den, der nach ihm kommen wird. Deshalb feiern wir das Fest seit dem Mittelalter am Oktavtag des Geburtsfests Johannes des Täufers.

Als die eintretende Maria Elisabeth grüßt, antwortet diese mit den Worten, die jeder Katholik mehrmals täglich spricht und liebt: Du bist gebenedeit unter den Frauen und gebenedeit ist die Frucht deines Leibes. Maria antwortet mit einem einzigen Lobgesang auf Gott, den Schöpfer, dem Magnifikat. Meine Seele preist die Größe des Herrn – auch dieser Lobgesang vereint die betende Kirche täglich.

Berührend, vielleicht auch wegen der herrlichen Texte weniger bemerkt, finde ich, daß es heißt Und Maria blieb etwa drei Monate bei ihr; dann kehrte sie nach Hause zurück. Wie sehr mag diese lange Zeit des Beieinanderseins Elisabeth, ihren Sohn und vielleicht auch Zacharias geheiligt haben.

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