Montag, 29. Juli 2013

Du liebe Güte!

Wenn man etwa dächte, diese Opferlichter müßten direkt dem iKEA-Katalog entsprungen sein, würde man iKEA beleidigen, denn dort gibt es zu jeder Zeit besser aussehende. Ich würde ja nichts sagen, wenn die Gemeinde wirklich kein Geld hätte. Wenn man aber mitkriegt, wofür es dann doch da ist und wofür offenbar nicht, dann ist dieser Anblick doch leicht verbitternd. Gäbe wohl es anderswo ein noch häßlicheres bzw. billiger aussehendes Votivlicht? Dann würde ich doch ruhig das bestellen. Schlecht verarbeitet sind sie außerdem, von denen, die ich in die Hand genommen hab, war bei jedem einzelnen der Aufdruck verschmiert. Hätte ich das beruflich bezogen, ich hätte die Lieferung zurückgehen lassen. Wozu der Aufdruck überhaupt gut sein soll, hat sich mir nicht recht erschlossen: sollen die Votivlichter als Souvenir mitgenommen werden?

Wo sind die hübschen Votivlichter auf ihrem Leuchter hingekommen, die mit ihren bernsteinfarbenen Schalen so gut in die Kathedrale gepaßt haben? Für die Kirche scheint offenbar das Häßlichste und Billigste grade gut genug – ist ja nur für Gott und seine Heiligen. (Ja, ich weiß schon: Psalm 1, Bank, Spötter.)

Vorher…

…und nachher.  Voilà, von schön nach scheußlich.

Fazit: Die Muttergottes erhebt sich nunmehr über Gestrüpp, damit nicht etwa einer sein Lichtlein, wie früher gern geschehen, zu Füßen der Mondsichelmadonna entzünde, mithin, um die Statue vor dem erneuten Verrußen zu schützen. Täte der Gläubige das jetzt, so hätte er den brennenden Dornbusch. Und die Anzahl an Votivlichtern unter der Muttergottes ist deutlich übersichtlicher geworden, um nicht zu sagen, äußerst überschaubar. War das so gewollt?

Kommentare:

Pro Spe Salutis hat gesagt…

Wenn die Statue Unserer Lieben Frau so kostbar ist, daß man sie nicht dem Ruß von Opferkerzen aussetzen möchte, dann könnte man auch darüber nachdenken, ob man nicht ein anderes Bildnis verwendet. Vielleicht irgendwas Abwaschbares aus dem 19. Jahrhundert ... ;-)

Braut des Lammes hat gesagt…

Also hab ich auch schon gedacht, in der Kirche kokelt es halt, dann läßt man die Madonna einmal in fünfzig Jahren entschwärzen.

Warum mit dem Wunsch nach weniger Schwärze aber auch alle anderen Veränderungen, bis hin zum Ersatz de Leuchter (es gab zwei davon) durch diese minimalistischen schwarzen Bänkchen einhergehen mußte, ist mir unbegreiflich.

Angelofberlin hat gesagt…

Ich habe genau die gleichen 'Lichter' (nur in weiß statt rot aber ebenfalls mit Aufdruck) kürzlich in St. Peter und Paul in Potsdam gesehen und mir ebenfalls die Frage gestellt, was denn dieser Aufdruck solle ... Diese 'Lichter' haben mich gerade in St. Peter und Paul doch recht erstaut, da diese Kirche ansonsten - zumindest nach meinem Geschmack - ein echtes Juwel ist!
Wenn es tatsächlich um den Schutz vor Ruß geht, dann sollte man sich ein Beispiel nehmen an der Rosenkranz Basilika in Berlin Steglitz. Die Kerzen sind zwar etwas teurer (0,70€) aber mit garantiert nicht-rußendem Öl gefüllt (ist wichtig wegen der Fresken)und sehen ansonsten aus wie kleine Kerzen. Ich ziehe die Modelle mit den bernsteinfarbenen oder roten 'Töpfchen' auch vor, weil sie ein schönes, anheimelndes Licht spenden. Aber diese seltsamen 'Dinger' hier sind wirklich scheußlich und sehen billig und einfach unwürdig aus.

Braut des Lammes hat gesagt…

Mit dem Licht hast du völlig recht, Angel, ich find das grade so heimelig und "typisch katholisch" wenn in einer dämmerigen Kirche das ewige Licht und die Lichter vor der Muttergottesstatue flackern.

Brennen oder flackern tun diese Billigteile übrigens auch kaum, da viel weniger Stearin (oder was beißt mich) drin ist als in einem der früheren Opferlichter; die Lichter sehen zwar höher aus, bestehen aber größtenteils aus dem Plastikhalter, in dem eine winzige Menge Brennstoff drin ist.

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