Sonntag, 23. Juni 2013

Vigil des Hochfests der Geburt des Täufers

Die Vigil des Hochfests scheint dieses Jahr einige „eiskalt erwischt“ zu haben. So hatten wir heute in der Abendmesse die Lesungen und das Evangelium vom 12. Sonntag im Jahreskreis (ich möchte meinen, weil der Zelebrant die Predigt über das Evangelium des Sonntags vorbereitet hatte. Eigentlich ein wenig schade um die Texte des Hochfests, denn dieses gehört zu den wenigen, die eine eigene Vorabendmesse haben. Die Ostkirche nennt dieses Hochfest Die Geburt des heiligen Propheten, Vorläufers und Täufers Johannes und nennt ihn im Kontakion die Fülle aller Weissagung.
Die vormals Unfruchtbare gebiert heute den Vorläufer Christi. Dieser aber ist die Fülle aller Weissagung: Er wurde von den Propheten vorhergesagt, er, der im Jordan durch Handauflegung bezeugte die Erscheinung des Wortes Gottes, er, der Prophet, Verkünder und Vorläufer ist.
Dafür hatten wir aber immerhin die Gebete der Messe des Täufers mit seiner eigenen Präfation (ich hatte vorher so ein komisches Gefühl…[1]). Schön, wenn auch etwas drollig war es, die adventlichen Lieder 801 und 106 mitten im Sommer zu singen – die Knallhitze ist gottseidank einem schönen Sommerwetter mit malerischen Wolkenschiffen gewichen – und dabei die etwas erstaunten Gesichter der Gemeinde darüber zu bemerken, uns in weißen Paramenten feiern und Tauet Himmel, den Gerechten singen zu sehen. Ein wahrhaft adventliches Fest, denn die Geburt des Täufers kündet von der Geburt des Erlösers, schon in der Geburt weist er auf den hin, der nach ihm kommen soll.

Alles in allem paßten dann die Lesungen des 12. Sonntags doch gar nicht einmal so schlecht wie ursprünglich befürchtet, da sie sich auf das Kreuzesopfer Jesu beziehen. Der Antwortpsalm mit seinem Kehrvers Meine Seele dürstet nach dir, mein Gott, ist wie geschaffen für den Täufer:
Gott, du mein Gott, dich suche ich,
meine Seele dürstet nach dir.
Nach dir schmachtet mein Leib
wie dürres, lechzendes Land ohne Wasser.
Darum halte ich Ausschau nach dir im Heiligtum,
um deine Macht und Herrlichkeit zu sehen
.Als Extrageschenk vom Täufer verbindet sich das Hochfest mit dem diesjährigen Supermoon, der in diesem Jahr besonders groß ausfällt, weil sich der Mond fast so nahe an der Erde befindet wie es überhaupt nur geht. Am Punkt der dichtesten Annäherung ist uns der Mond rund 50.000 Kilometer näher als zum Zeitpunkt seiner größten Entfernung von der Erde. Beim Supermoon im August 2014 wird er uns dann noch einmal fünf Kilometer näher sein.

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[1] Einer der hiesigen Priester war durchaus der Ansicht, der Sonntag stäche hier den Vorabend. Nein, tut er nicht, und genau für solche Fälle hat der liebe Gott das Direktorium erfunden.

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