Sonntag, 2. Juni 2013

Gott hat uns die Hoffnung gegeben – Fest der hll. Karl Lwanga und Gefährten

Zu den Eigenlesungen des Gedenktags des hl. Karl Lwanga und seiner zwölf Gefährten, das wir morgen feiern, gehört die Perikope über das Leiden und Sterben der makkabäischen Märtyrer. Wie die Rede Schadrachs, Meschachs und Abed-negos vor dem König Nebukadnezzar verfehlt sie nie ihren tiefen Eindruck auf mich, und aus demselben Grund: die Unerschrockenheit und das schiere Gottvertrauen, mit denen die Heiligen dem Machthaber und der Aussicht auf einen schrecklichen Tod gegenübertreten:
Du Unmensch! Du nimmst uns dieses Leben; aber der König der Welt wird uns zu einem neuen, ewigen Leben auferwecken, weil wir für seine Gesetze gestorben sind. … Gott hat uns die Hoffnung gegeben, daß er uns wieder auferweckt. Darauf warten wir gern, wenn wir von Menschenhand sterben. Für dich aber gibt es keine Auferstehung zum Leben.
Der heilige Karl hat, noch während das Feuer ihn verzehrte und der Henker ihn verspottete, etwas ähnlich Berührendes gesagt:
Was du Feuer nennst, ist mir nur kühles Wasser. Nimm du dich lieber in acht, daß Gott, den du beleidigst, dich eines Tages nicht in das wahre, niemals erlöschende Feuer taucht.“ Und im Augenblick seines Todes rief er noch: „O mein Gott!“
Wie die drei Jünglinge im Feuerofen, zeichnet solche Martyrer eine große Würde aus:
Wenn überhaupt jemand, so kann nur unser Gott, den wir verehren, uns erretten; auch aus dem glühenden Feuerofen und aus deiner Hand, König, kann er uns retten. Tut er es aber nicht, so sollst du, König, wissen: Auch dann verehren wir deine Götter nicht und beten das goldene Standbild nicht an, das du errichtet hast.
Tut er es aber nicht, so sollst du, König, wissen, auch dann verehren wir deine Götter nicht. Anders als bei den drei Jünglingen, die zum Martyrium bereit waren, es aber nicht erlitten haben, hat Gott hier nicht sichtbar eingegriffen. Vielleicht war aber doch auch ein Engel mit im Feuer, so daß der Heilige im Moment seines Todes bereits Gott gesehen hat, so wie er ist, von Angesicht zu Angesicht.

Wir wissen nicht, wieviele Menschen aufgrund des Zeugnisses dieser heiligen Märtyrer Christen geworden sind, sie werden dort hoch verehrt. Seit Jahren nimmt die Christenverfolgung in Afrika zu, stehen Christen vor neuen Machthabern, solchen, die sie mit Gewalt zu ihrem eigenen Glauben pressen wollen. Und sie bleiben dennoch standhaft. Die Feste dieser Märtyrer sind so zeitlos und für die Christen so tief berührend wie je. Der hl. Karl und seine Gefährten sind Schutzpatrone für die Opfer von Folter und Gewalt. Bitten wir sie um ihre Fürsprache für diese und die Christen überall auf der Welt, die in großer Bedrängnis und Verfolgung leben und für jene, die angesichts großer Gefahr Christen werden, weil sie Christi Angesicht suchen, welches das Angesicht der Liebe ist.

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