Donnerstag, 27. Juni 2013

Die Sehnsucht nach frischem Gras – Rising Hope

Den Kurzfilm Rising Hope, der erstmals auf der Berlinale im letzten Jahr gezeigt wurde und seither einige Preise gewonnen hat, hab ich mir mehrmals angeschaut und finde ihn jedesmal wunderschön. In wenigen Minuten kommt man an einem ganzen Spektrum von Emotionen vorüber, von Sehnsucht über Einsamkeit und Verlassensein, Freundschaft, Lachen und Traurigkeit bis hin zur Reisekrankheit beim Rückwärtsfahren – dieses Pferd mit den Spiegeleieraugen ist einfach ein Sympathieträger. Todkomisch ist sind auch die Szenen mit dem Windhund: genauso würden solche Tiere wohl motoradfahren, wenn sie es könnten.

Zum Schluß bleibt eine leise Traurigkeit, daß das Ende im Grunde wohl eine Unmöglichkeit darstellt, nicht nur, weil Pferde nicht motorradfahren können. Mit Windhunden, die nicht mehr die gewünschte „Leistung“ bringen, wird teilweise unsäglich umgegangen, wie es mit Rennpferden ist, vermag ich nicht genau zu sagen, vielleicht nicht viel besser. Ich hab mich erstmal gefragt, ob es solche Flachbildschirme in Pferdetransportern tatsächlich wirklich gibt? Trotzdem zeigt der Film die Erfüllung einer Sehnsucht auch in uns selbst: hier reitet nicht der Cowboy in den Sonnenuntergang, sondern das Pferd biegt von der Autobahn ab und wird eins mit seinem Traum – und der ist nicht der Siegerkranz, sondern die Sehnsucht nach Stille, einer sanften Brise, die durchs Haar streicht, und grünem Gras.











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