Dienstag, 14. Mai 2013

Kommunionausteilung

Father Z. hat ist seiner Rubrik Quaeritur die Frage des Mitnehmens von Hostien bei der Spendung der Heiligen Kommunion aufgegriffen und kommt zu folgendem Fazit:

Wiewohl es sein kann, daß die beiden, die da eine Hostie mitnehmen wollten, nicht katholisch waren, ist dies ein Problem, das sich zugleich aus der Spendung der Kommunion in der Form der Handkommunion als auch auf jahrzehntelange mangelhafte Katechese zurückführen läßt.
Wir brauchen bessere und häufigere Predigten über die Eucharistie und die sakramentale Dimension der Messe. Wir brauchen klare Aussagen in Pfarrbriefen darüber, wie man die Kommunion empfangen sollte und wer hinzutreten darf. Wir müssen die Menschen davon überzeugen, von der Praxis des Empfangs als Handkommunion Abstand zu nehmen.
Gleich die erste Kommentatorin bringt den Gedanken ins Spiel, ob nicht die Praxis der knienden Empfangs eine Möglichkeit sei, daß Leute, die gar nicht katholisch sind, es sich überlegen, bevor sie sich einreihen, wenn sie sehen, daß man sich zum Kommunionempfang hinknien muß.

Ich sehe das ganz ähnlich. Bei uns haben sich sogar schon Leute zur Kommunionbank begeben, die gar nicht getauft sind (dem gewissenhaften Priester fiel dabei etwas auf, jedenfalls kam von der Kommunionbank die Bitte, sich doch zunächst taufen zu lassen). Diese Person war wahrscheinlich einfach völlig ahnungslos. Es gibt aber auch den Fall des Mannes, der mehrmals beobachtet wurde, wie er Hostien mitnimmt oder mitzunehmen versucht − wenigstens einmal hat ihn ein gewissenhafter Ministrant(!) dran gehindert. Dieser Mann ist geistig beeinträchtigt, er ist der Ansicht, ihm gehöre die Kirche, deshalb darf er das. Und wiewohl es bekannt ist, daß er gar nicht katholisch ist und eben auch schon versucht hat, die Kommunion mitzunehmen, unternimmt niemand etwas, und er wird bei der Spendung auch nicht zurückgewiesen oder stattdessen gesegnet. Auch wir haben schon Hostien im Gesangbuch gefunden und hatten Firmlinge da, die sich während des Kommuniongangs lauthals darüber beschwerten, daß sie „dazu jetzt auch noch nach vorn“ müßten. Von der Frage der Mitnahme des Allerheiligsten zum Zwecke des Mißbrauchs noch ganz abgesehen. Dies wird durch die Praxis der Mundkommunion deutlich erschwert, wenn nicht ganz unmöglich gemacht (die ganz dünnen Hostien verlieren ihre Gestalt doch sehr schnell, wenn sie auf die Zunge gelegt werden).

Vor Jahren hab ich mal vor einem der großen Gottesdienste (wenn ich mich recht erinnere, die Osternacht) erlebt, daß der Zeremoniar des Kardinals vor der Messe darauf hingewiesen hat, wer eigentlich zum Empfang der Heiligen Kommunion disponiert ist und daß man bitte der Würde des Sakramentes wegen in Ruhe zum Empfang hinzu- und wieder wegtreten solle. Das hat mir gut gefallen, ist aber seither nie wiederholt worden. Ich frage mich warum? Hat man in dieser Frage resigniert, weil man niemanden verschrecken möchte? Das wäre meiner unmaßgeblichen Meinung nach das falsche Signal.

Kommentare:

Admiral hat gesagt…

Eine Enweisung vor der Messe, wer zum Kommunionempfang disponiert ist habe ich, wenn ich mich erinnere, beim WJT in Köln gehört.

Ich habe auch später Reaktionen über diese angebliche "Bevormundung" gelesen und daß das beim letzten Papstbesuch in Berlin doch bitte nicht passieren sollte (was dann auch nicht geschehen ist).

Von mir aus kann man das vor jeder normalen Sonntagsmesse sagen. Mich würde es nicht stören.

Braut des Lammes hat gesagt…

Bei der Sonntagsmesse sollte man in der Regel davon ausgehen können, daß die die da sind, darum wissen, bei Messen, bei denen die Kirche oder der Ort der Meßfeier aus allen Nähten platzen, muß man aber damit rechnen, daß auch solche da sind, die es eben nicht wissen oder vielleicht auch nicht wissen können. Grad etwa in der Christmette. Man kann sowas ja, wie es der Zeremoniar gemacht hat, ernst aber durchaus nicht unfreundlich zu Gehör bringen.

Pro Spe Salutis hat gesagt…

Während der Kommunionspendung soll man ja nicht unbedingt zuschauen - allzu oft kann man sich das aber auch nicht mit anschauen.

Das Heilige den Heiligen, rief einst der Diakon - wie weit sind wir heute oft davon entfernt, sowohl, was den Begriff des Heiligen wie den der Heiligen betrifft.

taia hat gesagt…

"Das Heilige den Heiligen!", dieser Ruf vor der Spendung der Kommunion ist in der orthodoxen Liturgie bis heute zu hoeren.

Wer disponiert ist, wird sich ueber diesen Ruf freuen, wer es nicht ist, mag am Grad seines Aergers darueber ablesen, wie fern er schon der communio ist, bevor sie faktisch geschieht.

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