Dienstag, 14. Mai 2013

Das Zeugnis der 800 Märtyrer von Otranto

Reliquien der Märtyrer von Otranto
Ein schönes Statement von Damian Thompson im Telegraph als Gegenstück zu teilweise doch recht eigenartig anmutenden Kommentaren (der Herr Alipius berichtete hier auch schon) zur Heiligsprechung der Märtyrer von Otranto.
There are, however, good secular reasons for welcoming this canonisation. Our history is distorted by a nagging emphasis on Christian atrocities during the Crusades combined with airbrushing of Muslim Andalusia, whose massacre of Jews in 1066 and exodus of Christians in 1126 are rarely mentioned. Otranto reminds us that Islam had its equivalent of crusaders – mighty forces who nearly captured Rome and Vienna.

The Muslim Brotherhood is still committed to a restored Caliphate; this week its supporters prophesied the return of a Muslim paradise to Andalusia. These are pipe dreams, it goes without saying. But they matter because they inspire freelance Islamists whose fascination with southern Europe has nothing to do with welfare payments. They think of it as theirs because they know bits of history that we’ve forgotten.

Our amnesia comes in handy in dialogue with Muslims: we grovel a few apologies for the Crusades, sing the praises of the Alhambra, and that’s it. But what does this self-laceration achieve? Arguably it’s counterproductive, because it shows Muslims that we’re ashamed of our heroes as well as our villains. Which is why the mass canonisation of 800 anonymous men is so welcome: it ensures that, even though the West has forgotten their names, it won’t be allowed to forget their deaths.
„Eigenartig“ schreibe ich, weil manches dann doch alternativ den Blutdruck kurzfristig in die Höhe oder einem auch das Wasser in die Augen treibt, je nachdem. Bald hält es einer für „Greuelpropaganda“, daß die Märtyrer durch Enthauptung gestorben seien, bald soll es sie gar nicht gegeben haben, sodann stellt einer die „theologische Berechtigung“, der Kirche, „eine Lebensleistung auf eine einzige Entscheidung zu reduzieren“ in Frage und nennt die Märtyrer im gleichen Atemzug einen Mythos. Erlaube, das Martyrium ist das finale und unwiderruflichste Bekenntnis zu Christus, eben das, was buchstäblich einen Märtyrer ausmacht, ich sehe da keine Reduktion, sondern die Fülle des Zeugnisses und des Glaubens.

Der Versuch, den Märtyrern das Martyrium, sprich ihr Zeugnis schlechthin, das ihres Blutes, posthum abzusprechen, macht sie in gewisser Weise zweifach oder erneut zum Opfer. Sie waren Opfer, es soll sie aber nicht gegeben haben oder man möchte sie am liebsten nicht erwähnen, oder vielleicht, wie ein Diskutant so sarkastisch in der Unaussprechlichen schreibt, war es auch so, daß die Moslems eigentlich nur mit Schiffen voller Salz und kostbarer Gewürze kamen und die Christen sich alle selbst getötet haben, um es den Moslems in die Schuhe schieben können.

Ich habe keinen Grund zu glauben, daß die Märtyrer von Otranto nicht so gestorben sind, wie es in den Kanonisationsberichten zu finden ist. Meines Wissens sind im Vorfeld der Heiligsprechung auch umfassende historische Nachforschungen erfolgt, wie auch in vielen Medien berichtet wurde. Dem verschiedentlich zu bemerkenden Versuch, das Martyrium in den Bereich der Legenden verschieben zu wollen oder die Heiligsprechung medial als „unklug“ zu bezeichnen, weil nicht sein kann, was nicht sein darf, ist mit großer Skepsis zu begegnen. Ich hab in der Schule mehr über Grausamkeiten der Kreuzfahrer gelernt als etwa über Martyrien wie jene derer von Otranto. Vielleicht sollte man, bevor man mit Keulen wie der „islamfeindlichen Hetze“ ausholt, auch bedenken, in wievielen Ländern die Glaubensgeschwister dieser Christen heute von dem angeblich so friedliebenden Islam von Folter, Verfolgung und Tod bedroht sind.

In anderer Weise sind die Märtyrer von Otranto natürlich völlig darüber hinaus. Sie sind bei der Hochzeit des Lammes. Wir aber dürfen sie nicht verschweigen, wir müssen für ihr Zeugnis eintreten, denn sie haben es nicht nur für Christus, sondern auch für uns gebracht. Die Namen dieser Märtyrer sind, bis auf einen, den des Antonio Primaldo, im Strom der Geschichte verlorengegangen, wie so viele Namen unserer Märtyrer. Die Kirche tut gut daran, das Zeugnis selbst ins Martyrologium aufzunehmen, auf daß man sie nicht vergesse, sondern sich wenigstens einmal jährlich an sie erinnere bis zum Ende aller Tage.

Kommentare:

damasus hat gesagt…

man könnte denen, die das MARtyrium der 800 nicht zulassen können, empfehlen zu lesen, was bei der osmanischen Belagerung von Famagusta knapp 100 Jahre später passierte -und auch sonst üblicherweise wenn sich Christen den Usurpationswünschen der Osmanen nicht beugen wollten. Sind dann die östlichen Mittelmeerinseln, der gesamte Balkan & die Levante den osmanischen Gewürzhändlern- äh Eroberern freiwillig zugelaufen?
Selbst nach der Annektion Nordzyperns durch türkische Truppen 1974 wurden die Kirchen geschändet ausgeplündert und teilweise in Tierställe umgewidmet- nichts Neues also.

Angelofberlin hat gesagt…

Habe eben diese Nachricht auf gloria.tv gelesen.

Pater der Johannesgemeinschaft zusammengeschlagen
Nachrichten 15.5.2013 12:50:03
Am Montag abend wurde Pater Grégoire von der Johannesgemeinschaft im Pfarrzentrum Saint Ruf in der südfranzösischen Stadt Avignon zusammengeschlagen. Der Geistliche schickte eine Nachricht auf seinem Handy, als ihn vier Jugendliche aus Nordafrika überfielen. Sie schlugen auf ihn ein, brachen ihm die Nase und verursachten Prellungen und Wunden auch im Gesicht. Mitbrüder der Johannesgemeinschaft versuchten, dem Geistlichen zu helfen und wurden dafür mit dem Messer bedroht.

Die Angreifer waren vermutlich Muslime. Der muslimische Rat der Region Paca verurteilte in einer Stellugnahme die Aggression. In einer gestrigen Pressekonferenz verurteilte Erzbischof Jean-Pierre Cattenoz von Avignon den Anschlag und sprach von häufigen Angriffen gegen Ordensleute.

siehe auch
http://www.katholisches.info/2013/05/15/priester-der-johannesgemeinschat-in-arabisch-islamischer-zone-von-avignon-angegriffen-erzbischof-beklagt-zunehmende-gewalt/

Heilige Märtyrer von Otranto betet für uns!

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