Montag, 29. April 2013

Seraphische Jungfrau – Fest der hl. Katharina von Siena

O Lehrerin des Glaubens und Licht der Kirche,
du hast Gottes Weisung  geliebt. Heilige Katharina,
bitte für uns bei Gottes Sohn.
Begrabt mein Herz an der Biegung des Flusses trifft es in Bezug auf die Reliquien der Heiligen zwar nicht ganz, in der Tat ist aber mit den Reliquien der Heiligen – da sie eine solch hohe Verehrung genoß – eine einigermaßen ungewöhnliche „Verteilung“[1] vor sich gegangen: ihr Körper ruht in Santa Maria sopra Minerva in Rom, allerdings ohne das Haupt, das ihr Beichtvater wie auch einen Finger in ihre Heimatstadt Siena senden ließ, wo sie immer noch in San Domenico verehrt werden. Ein Fuß der hl. Katharina wiederum befindet sich in Venedig.

Der Reliquie ihres Hauptes – noch immer mit Wimpel und Schleier bekleidet – wird ein Foto nicht gerecht, man muß es selbst gesehen haben. Es hat nichts von Geisterbahn; in der Gegenwart solcher Reliquien ist man tatsächlich in der Gegenwart des Heiligen.

Fingerreliquie der hl. Katharina
in San Domenico in Siena

Die Inschrift an ihrem Grab in Santa Maria sopra Minerva gibt Auskunft über ihren Stand: Jungfrau aus Siena, dem Orden der Dominikaner zugehörig. Wie die heilige Teresa ist die hl. Katharina Kirchenlehrerin, wie diese nennt man sie seraphische Jungfrau. Seraphim sind die Engel, die in der ewigen Anschauung Gottes leben und vor Liebe glühen. Über die hl. Katharina sagt das Tagesgebet, daß ihre Liebe im Dienst an der Kirche zu einem lodernden Feuer wurde. Ein Feuer, das sie ganz verzehrt und die Kraft ihrer Liebe doch nicht ausgebrannt hat.
Du ewige Dreifaltigkeit, bist ein tiefes Meer, in dem ich immer wieder Neues entdecke, je länger ich suche. Und je mehr ich finde, desto mehr suche ich dich. Gleichsam auf unersättliche Weise sättigst du die Seele; denn in deinem Abgrund sättigst du die Seele so, daß sie doch immer noch hungrig bleibt, nach dir, ewige Dreifaltigkeit, verlangt und sich danach sehnt, dich, das Licht in deinem Licht zu schauen. … Im Spiegel dieses Lichtes erkenne ich dich, das höchste Gut, das Gute über allem Guten, das selige Gute, das unermeßliche Gute, das unschätzbare Gute; die Schönheit über aller Schönheit, die Weisheit, größer als jegliche Weisheit. Du Speise der Engel, du der sich den Menschen schenkt im Feuer der Liebe. 
Du bist das Gewand, das meine Nacktheit bedeckt; da wir hungern, gibst du uns die Speise deiner Süße; denn süß bist du ohne alle Bitterkeit.  (aus der ersten Lesung der Matutin zum Fest der hl. Katharina)
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[1] Der Vollständigkeit halber sollte man vielleicht anmerken, daß ihr Leib nicht künstlich zerteilt wurde; da das ursprüngliche Grab schlecht versiegelt worden war, war ihr Leib zu diesem Zeitpunkt bereits im entsprechenden Zustand.

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