Montag, 8. April 2013

Gott wurde Mensch – Verkündigung des Herrn

Das Hochfest der Verkündigung in diesem Jahr nicht nur in der Osterzeit, sondern wegen der Verlegung aus der Karwoche an diesem Tag zu feiern, fühlt sich schon wegen des „krummen“ Datums irgendwie eigenartig an, vielleicht aber auch, weil wir gerade aus der Oktav des Festum summum kommen und nun gleichsam betrachten, wie alles anfing.

Und doch gäbe es ohne diesen Anfang und die Antwort Marias auf die Botschaft des Engels, die die Botschaft Gottes ist, keine Erlösung durch das Kreuz Christi. Mit Recht stellt daher etwa der Flame Rogier van der Weyden auf seinem Altarbildnis das Vesperbild umgeben von der Geburt Christi und der Begegnung Mariens mit dem Auferstandenen dar. Verkündigung des Herrn ist Advent im Frühling.

 Mein liebstes Verkündigungsbild ist, glaub ich, eines des Fra Angelico, wegen seines Bezuges auf die Vertreibung aus dem Paradies, dem das Geschehen der Menschwerdung und Erlösung entgegengesetzt ist, wie Maria der Eva. Was die Jungfrau Eva durch ihren Ungehorsam gebunden hat, hat die Jungfrau Maria durch ihren Glauben gelöst, schreibt der hl. Kirchenvater Irenäus. Der Garten der Vertreibung führt den Engel daher geradewegs in den Bau der Kirche mit seinem schöngestirnten Gewölbe hinein, einem Abbild des Himmels. Neben der Hand Gottes, die den Lichtstrahl auf die junge Maria hin auszusenden scheint – zusammen mit der Taube des Geistes (im Lichtstrahl) und dem Christusbildnis über der Säule die ganze heilige Dreifaltigkeit – sitzt auch noch eine Schwalbe mit im Bild, ein altes Symbol der Auferstehung Christi.



Daß Maria auf die Botschaft des Engels die Frage gestellt hat: Wie soll das geschehen, da ich keinen Mann erkenne? haben die Väter nicht nur als Hinweis auf die Erfüllung der messianischen Prophezeiung gesehen – die Geburt des Immanuel aus einer Jungfrau –, sondern auch darauf, daß Maria schon zu diesem Zeitpunkt den Vorsatz gefaßt hatte, Jungfrau zu bleiben. Obwohl die Perikope der Verkündigung so einfach ist, öffnet sie uns mit dem Fiat Mariens die Tür zu einem Geheimnis, das eigentlich alle Fassenskraft übersteigt: Gott wurde Mensch, er blieb was er war und nahm an, was er nicht war, ohne Vermischung und ohne Teilung. So wurde Gottes Schöpfung neu.

Kommentare:

Stanislaus hat gesagt…

Bei Fra Angelico könnte ich jedesmal schwach werden. Das sind echt schöne Bilder!

Braut des Lammes hat gesagt…

Das finde ich auch, deshalb bin mal eigens nach Florenz getreckt, nur um sie im Original sehen zu können (obiges hängt allerdings leider in Madrid).

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