Samstag, 27. April 2013

Fußwaschung à la ZDK


So sieht das aus, wenn Papst Benedikt jemandem angeblich die besockten Füße mit wenigen Tropfen Weihwasser bespritzt (ein Bild der Fußwaschung 2011. Das kann ich deshalb mit Gewißheit sagen, weil das Bild zu jener Zeit hier verbloggt wurde).

Das ist so eine von diesen Ausführungen, die mich an die Geschichte vom Gottesdienst erinnern, in der die Pfarrerin anhub mit, „Das Evangelium des Tages steht bei Jesaja“, und in der ersten Reihe steht einer auf und sagt, „Nein, tut es nicht!“

Ich weiß nicht, welches Bild Frau Dr. Lücking-Michel vor Augen hatte, da sie die Zuhörer in ihrer Referatseinführung bei der Vollversammlung des ZDK zuversichtlich darauf anspricht, sie könnten sich gewiß daran erinnern, das der Fußwaschung in der Liturgie am Gründonnerstag mit dem Heiligen Vater war es jedenfalls nicht.

Was soll man dazu nun sagen? Ein Vortragender muß sicher sein, daß das, was er als Faktum vorträgt, auch stimmt. Ist er sich nicht sicher, muß er es vorher noch recherchieren. Die, die gelacht haben: anscheinend hat sich keiner von euch einmal einen solchen Gottesdienst mit dem Heiligen Vater angesehen? Dafür kann man als achtbare Entschuldigung hernehmen, daß man zur entsprechenden Zeit unter Umständen selbst in der Liturgie vom letzten Abendmahl war. Für die Vortragende gibt es keine solche, allenfalls muß sie sich fragen lassen, worum es ihr beim Aufbau eines solch scheinbaren, künstlichen Gegensatzes zwischen den Päpsten Benedikt und Franziskus eigentlich ging?

Daß eine solche Darstellung unter allen Priestern nun gerade Benedikt XVI. betrifft, der großen Wert auf die schöne und würdige Feier der Liturgie legt, ist wirklich bedauerlich. In der ersten Antiphon zur Fußwaschung heißt es: Jesus … goß Wasser in eine Schüssel und begann, den Jüngern die Füße zu waschen: dies Beispiel hat er ihnen gegeben. Genau das hat Benedikt XVI. getan und diesem Beispiel ist er treu gefolgt.

Kommentare:

buenpastor hat gesagt…

Aus solchen und hinreichend anderen Gründen bin ich mehr denn je als kleiner Stadtrandpfarrer geneigt, dem ZDK keine Kollektengelder mehr zukommen zu lassen. Denn die Maliziösität der wahrheitswidrigen Aussagen von Dr. Lücking Michel belegt einmal mehr: diese Damen und Herren wollen eine andere Kirche.
Ich komme von einem Firm-Fit-Tag mit 100 Firmlingen unserer Seelsorgeeinheit. Wann werden unsere Bischöfe fit genug sein, solche Beiträge öffentlich als das zu entlarven, was sie sind: wahrheitswidrig, spalterisch und kontraproduktiv? Der Madame hätte längst öffentlich widersprochen und ihr Posten infrage gestellt gehört.

Meckiheidi hat gesagt…

Hallo! Ich habe Deinen Text in Facebook an die Chronik von der Frau Claudia Lücking Michel gepostet. Nachdem sie zuerst diesen Kommentar gelöscht hatte, ist er jetzt wieder da und sie hat sich - wenn auch schwächlich - entschuldigt.
Immerhin! :-)
Ich fand das super, was Du geschrieben hast! Alles Liebe
Mechthild

Braut des Lammes hat gesagt…

Danke, wie lieb von dir! :) Den Beitrag hab ich jetzt an der Pinnwand zwar nicht gefunden, aber immerhin eine einigermaßen ausführliche Entschuldigung.

Meckiheidi hat gesagt…

Vielleicht unter diesem Link:

https://www.facebook.com/photo.php?fbid=380330275413049&set=a.346054795507264.76253.344243725688371&type=1&theater

Braut des Lammes hat gesagt…

Die Entschuldigungsbitte klingt ja durchaus ernsthaft. Mehr als einen Fehler zutiefst bedauern, um Entschuldigung bitten und bei nächster Gelegenheit eine Richtigstellung anstreben kann man zunächst einmal nicht.

In der Folge stellt sich mir allerdings wieder die schon oben angerissene Frage: warum? Lücking-Michels schreibt, es sei ihr nicht darum gegangen, Papst Benedikt herabzusetzen, sondern sie wollte hervorheben, "wie großartig das Zeichen" Papst Franziskus' war. Um so etwas zu tun, hätte sie doch aber nicht diesen künstlichen Vergleich gebraucht, im Grunde genommen hätte sie Papst Benedikt dazu nicht mit einem Wort erwähnen müssen. Ein komisches Gefühl bleibt zurück.

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