Sonntag, 7. April 2013

Erstkommunion

Manchmal kann man sich schon ernsthaft fragen, warum ausgerechnet die Gläubigen, die der Mundkommunion oder von mir aus zuweilen auch der Heiligen Messe in der außerordentlichen Form den Vorzug geben, in den Gemeinden zuweilen mit solchem Argwohn betrachtet werden.

Irgendwas läuft bei dieser Art des Erstkommunionempfangs jedenfalls richtig, das anderswo völlig falsch zu laufen scheint. Wetten, dieses kleine Mädchen weiß nicht nur, was es bei der heiligen Kommunion empfängt, sondern auch, wie man ein Kreuzzeichen macht und das Vaterunser und ein Ave Maria betet? Daß das daran liegt, daß unter solchen Umständen in aller Regel ein Priester die Katechese macht, mag ich nicht behaupten, auch von Laien können sehr fromme und dem Lehramt treue Katechesen gehalten werden.

Hier kann man zum Thema Erstkommunion hingegen erfahren, daß „beim Abendmahl Brot in heiliges Brot verwandelt“ wird, man sich beim Kreuzzeichen irgendwie im Gesicht herumwedelt, wie man das Vaterunser aus einem Leporello abliest und daß man beim Rosenkranz „bei jedem Würfel einmal beten“ kann. Außerdem dürfen oder müssen die lieben Kleinen bei den Wandlungsworten um den Altar herumstehen. Na toll, das lädt doch gleich zur Ehrfurcht ein. Das Video ist etwas über dreizehn Minuten lang (falls man solange durchhält) und kann einem glatt das Wasser in die Augen treiben, ob Zornestränen oder andere, lasse ich dahingestellt.

Ich finde das Filmchen in mehrfacher Hinsicht einigermaßen bestürzend. Das ist die Seite der Bischofskonferenz, mit erheblichen finanziellen Mitteln unterstützt, da erwarte ich sowas wirklich nicht. Weder, daß es dort veröffentlicht, noch daß solches Zeugs, das zur Verwässerung des Glaubens beiträgt, letztlich aus den Mitteln der Kirche finanziert wird, während man es besser einstampfen oder am besten gleich einen anderen Film hätte produzieren sollen.

Und: wenn das die Vorbereitung auf die Erstkommunion sein soll, dann gute Nacht! Da schlumpt der Pfarrer bei der Probe in einem Aufzug am Altar herum, daß man wirklich wünschte, er hätte es lieber gelassen; die Pastoralreferentin wiederum trägt dann in der Meßfeier ein Gewand, das sich von dem des Priesters eigentlich wenig unterscheidet (dieses stolaähnliche Gebilde über der Schulter der Mantelalbe lädt zum mindesten zu Mißverständnissen ein). Dem Kind, und das ist viel wichtiger, dessen Weg zur Erstkommunion der Film begleitet, hat ganz offenbar und traurigerweise noch nicht einmal jemand beigebracht, was der Sinn des Kreuzzeichens ist und was man dabei laut oder im Stillen sagt. Vom Sinn der heiligen Kommunion noch ganz zu schweigen.

Statt Wissensvermittlung zum Glauben und zum Sakrament werden in der Vorbereitung Brote gebacken und Flüsse mit Fähren überquert. Was das mit dieser Brotbackerei eigentlich soll, hat mir noch keiner erklären können. Wärs nicht viel günstiger, man erklärte den Kindern überhaupt erst einmal, was das Sakrament der heiligen Kommunion eigentlich bedeutet und vermittelte ihnen, falls im Elternhaus noch nicht geschehen, die christlichen Grundgebete? Falls man dann im Folgenden durchaus auf die äußere Gestalt abheben will, kann man vielleicht mal schauen, wie Hostien gebacken werden. Geschichten wie die Draufsicht auf dieses Fladenbrot tragen in Bezug auf den Empfang eines Sakraments eher zur Verwirrung bei, zumal in dem Alter.

Für die Veröffentlichung des Videos Jesus is on the floor mußte ich mir auf dem Blog und auf Facebook auch harsche Kommentare gefallen lassen. Wie auch immer, ich muß sagen, in Jesus is on the floor hab ich x-mal mehr echten Glauben an das Geheimnis der Realpräsenz in der Eucharistie gefunden als in diesem Machwerk mit dem „heiligen Brot“ und den Betwürfeln. Und: ein Kind kann diesen Film verstehen.

Kommentare:

Admiral hat gesagt…

'Jesus is on the floor' ist der Beste Kurzfilm, den ich in letzter Zeit gesehen habe. Also laß Dich nicht ärgern!

Archangelus hat gesagt…

Und jetzt rate mal, was mir passiert, wenn ich als Priester versuche, mich diesem ganzen Erstkommunionunfug in meiner Pfarrei zu widersetzen?

jeannedarc hat gesagt…

Bei uns gibt's momentan eine Diskussion über die sog. "Stempelkarten". Jedes Kind, dass zur Erstkommunion gehen wird, muss eine gewisse Anzahl von Stempeln vorweisen d.h. es bekommt, jedesmal wenn es die hl. Messe besucht, einen Nachweis dafür. Einige Eltern regen sich jetzt darüber auf, weil sie mit ihren Kindern in die Kirche gehen "müssen". Einerseits finde ich es schon gut, wenn ein Kind wenigstens einige Male vor der Erstkommunion die Messe besucht hat. Andererseits, wenn es unter Zwang geschieht, und den Kindern/Eltern kein Bedüfnis ist....?? Ich weiss nicht recht.
Unser Pfarrer sagte dazu neulich: von ihm aus können die Eltern die ganze Vorbereitung übernehmen. Er testet dann die Kinder und nur wer wirklich Bescheid weiss, darf zur Erstkommunion gehen.- Auch eine Möglichkeit, aber ob das der richtige Weg ist??

VLG v. J.d.A.

Frischer Wind hat gesagt…

Vor einigen Tagen hatte ich auch dieses Video auf katholisch.de gesehen und war genauso entsetzt. Danke für den Beitrag: so traurig es ist, man muss doch auf die Defizite hinweisen - in der Hoffnung, dass die Verantwortlichen sich besinnen und umgehend solch traurige Produkte durch authentisch katholische ersetzen.

Übrigens fehlt auch die Beichtvorbereitung, die - man muss es annehmen - gar nicht stattgefunden hat.

Richelieu88 hat gesagt…

Menno! Mit uns hat man keine Flussfahrt gemacht! Und was bei der Wandlung geschieht oder wo beim Rosenkranz die Batterien hinkommen hat uns auch niemand verraten... xD

Eugenie Roth hat gesagt…

Liebe Mutter des Erstkommunionkindes, Sie haben sich früher in der (Pfarr-?) Gemeinde engagiert und Ihrem Kind bis zu seinem 9. Lebensjahr nicht einmal das Vater Unser, Ave Maria, Morgen-, Abendgebet (lieber "und" als "oder") beigebracht?
Ich bin - gelinde gesagt- irritiert!
Ja, der Admiral hat Recht, Jesus on the floor - so sollten wir unsere Kinder erziehen ...

Braut des Lammes hat gesagt…

Danke für die vielen Kommentare. An sich schreib ich solche Beträge nicht gern (und hatte auch überlegt, diesen zu entfernen, zumal mich die Sache mit dem Kreuzzeichen vorgestern bis in den Halbschlaf verfolgt hat).

Stempelkarten, Jeanne, gabs bei uns für den Konfirmandenunterricht: mit zuwenigen Stempeln konnte man nicht konfirmiert werden. Dabei war mir eigentlich eher peinlich, später die Sakristei zum "Abstempeln" aufsuchen zu müssen, an sich finde ich solche Karten eigentlich für nicht einmal so schlecht, jedenfalls ist es eine pragmatische Sichtweise. Der Sakramentempfang ist auch etwas, worum sich der Empfangende etwas bemühen muß, sei es, daß er entsprechend disponiert ist, sei es, daß er seiner Liebe Ausdruck gibt.

Archangelos, das weiß ich leider nicht. In der Gemeinde, in der ich früher war, haben Ehrenamtliche, die der Pfarrer angesprochen hat, die Katechesen der Firmlinge übernommen, die Erstkommunikanten hat er selbst vorbereitet. Kann man das als Priester in der Gemeinde nicht selbst in diesem Sinn in die Hand nehmen? (Die Frage ist nicht kritisch gemeint, ich würd es wirklich gern wissen).

Psallite Deo hat gesagt…

Mein Kommentar ist etwas länger geworden, daher habe ich es bei mir als Post veröffentlicht, hier der Link:
http://psallitedeo.blogspot.de/2013/04/sinn-und-unsinn-in-der.html

Anonym hat gesagt…

Und diesen Kurzfilm habe ich am Weissen Sonntag gesehen... hilfe....

Braut des Lammes hat gesagt…

Man kann nicht sagen, daß ich dich nicht gewarnt hätte… 8)

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