Samstag, 13. April 2013

Domine, miserere super ista peccatrice

Vor Jahren erzählte mir jemand, er sei als Klausurgast in der Abtei Sowieso gewesen, da er sich mit dem Gedanken trug, vielleicht dort einzutreten. Als er aber sah, daß es in den Zellen der Mönche einfache Kreuze anstelle von Kruzifixen gab, wandte er sich von dannen; an dieser vermeintlichen Stätte des Modernismus wollte er auch nicht eine Stunde länger bleiben. Ich fands seinerzeit einfach nur schade, daß er zuvor nicht das Gespräch mit dem Prior gesucht hatte, der hätte ihm sicherlich etwas Erhellendes dazu sagen können.

Nun ist eben diese Sitte typisch für die Klöster der Unbeschuhten, wie auch auf dem alten Foto aus dem Jahre 1904 zu sehen ist. In der Zelle ein Kreuz ohne Korpus zu haben, ist jedoch weit entfernt von Bedenklichkeiten, etwa den Leib des Gekreuzigten nicht ansehen zu wollen (was für eine Idee…), sondern Ausdruck dessen, daß an diesem Ort der eigene Leib, das eigene Leben gleichsam mitgekreuzigt ist, um der Liebe zu Christus willen. Den Zettel darunter, Domine, miserere super ista peccatrice – Herr, erbarme dich über diese Sünderin, finde ich besonders anrührend, er faßt den ganzen Gedanken zusammen.

Zelle einer Karmelitin mit Kreuz, Weihwasserbecken,
Schädel und Holzpritsche, auf der eine mit Stroh gefüllte Matratze
liegt. Außerdem gibt es nur noch einen Hocker.

Kommentare:

Anonym hat gesagt…

Liebe Braut des Lammes,
ich bin persönlich ein großer Verehrer der hl. Teresa vom Kinde Jesu (auch wenn das nach Aussage eines Priesters für einen jungen Mann, ich bin 21 Jahre alt, untypisch ist). Ich interessiere mich sehr für den Karmeliter Orden und wollte dich fragen ob du mal einen Beitrag dazu verfassen kannst wie ein Karmeliter Kloster inetwa aufgebaut ist. Das heißt zum Beispiel wie es mit dem Klausurgitter aussieht in der Kirche und wie sich das alles im Laufe der Geschichte verändert hat.
Ich würde mich sehr freuen =)

Braut des Lammes hat gesagt…

Danke für die Anregung, die ich gerne aufgreifen werde.

So untypisch finde ich die Vorliebe für die kleine hl. Therese nicht, auch Thomas Merton hat sie schon als junger Mann verehrt, unser verstorbener Kardinal Sterzinsky fällt mir dazu auch ein, der später ein Bildnis der kleinen Therese in seinem Büro hängen hatte.

Anonym hat gesagt…

Papst Franziskus ist auch ein Verehrer der hl. Therese vom Kinde Jesu! :)

Simplicius hat gesagt…

So groß kann man gar nicht werden, dass man dem "kleinen Weg" der hl. Therese entwächst. Sehr beeindruckendes Bild, vielen Dank!

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