Montag, 25. März 2013

Das geknickte Rohr zerbricht er nicht – Montag der Karwoche

In der Karwoche hören wir die wunderbaren Lieder vom Gottesknecht. Warum sie wunderbar sind? Sie stellen uns das Wesen unseres Herrn und Königs vor Augen, der gekommen ist, damit die Menschen das Leben haben und der dafür unsere Menschennatur angenommen hat.

Das geknickte Rohr zerbricht er nicht und den glimmenden Docht löscht er nicht aus – was für ein Bild des Sichkümmerns und der Sorge um jeden einzelnen Menschen, den er so annimmt, wie er ist, mit seinen Unvollkommenheiten und Begrenzungen. Vielleicht kann das geknickte Rohr wieder aufgerichtet und der glimmende Docht wieder angefacht werden, vielleicht nicht. Er jedenfalls wird das Schilfrohr nicht mit Gewalt brechen und die Flamme nicht ersticken. Was für eine Antithese gerade auch zu unserer heutigen Gesellschaft, in der oft alles auf bloßes Funktionieren oder sogar auf Zerstörung ausgerichtet ist. Er schreit nicht und lärmt nicht und läßt seine Stimme nicht auf der Straße erschallen – auch hier: welch ein Gegensatz zu den weltlichen Machthabern, zu Diktatoren und Unrechtsregimes. Wahre Güte vollzieht sich in der Stille.

Ich hielt meinen Rücken denen hin, die mich schlugen, und denen die mir den Bart ausrissen meine Wangen, haben wir zu Beginn der Heiligen Woche gestern gehört:  für mich ist das kein Bild von Schwäche, sondern von ungeheurer Stärke, denn er hat es freiwillig getan, nur aus Liebe zu uns. Wohl uns solch eines Herren.

1 Kommentar:

Admiral hat gesagt…

Bemerkung zum geknickten Rohr:

das Zerbrechen eines Rohres war vor dem römischen Gericht nach meinen Informationen das Zeichen, daß das Urteil gefallen ist und nicht revidierbar ist.

Ich finde die Stelle aus diesem Grund auch sehr hoffnungsvoll: Der Weltenrichter, der niemanden entgültig verwirft, sondern immer noch auf Besserung hofft und so die Chance bestehen läßt.

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