Samstag, 9. Februar 2013

Von Labeln, Zugriffszahlen und – Jesus Christus

Pro spe salutis setzt sich, angeregt durch einen Beitrag anderswo, in seinem Beitrag Blogozesanes …fehlt die rechte geistliche Gesinnung? mit Labeln und Zugriffszahlen auseinander. Anders gefragt: ist es wohl ein Armutszeugnis für ein katholisches Blog, wenn es kein Label Jesus Christus hat? Ein(e) Blogger(in) hat anscheinend die auf der katholischen Bloggerliste vertretenen Blogs daraufhin gewogen und für zu leicht befunden.

Vorweg: Ich fänds schade, wenn wir jetzt anfangen, uns gegenseitig zu beharken. Seht, wie sie einander lieben, hieß es von den ersten Christen. Schön wärs ja, könnte man das auch von uns sagen.

Um mich aber mit dem Gedankengang auseinanderzusetzen – ich halte die Argumentation mit den Labeln für verfehlt. Zum einen, um eine Anleihe beim Apostel zu machen: wenn ich mit Menschen- und mit Engelszungen redete, hätte aber der Liebe nicht, so wäre ich ein tönend Erz oder eine klingende Schelle.

Zum anderen: ich habe Jesus Christus tatsächlich nicht auf meiner Labelliste. Nicht weil Jesus Christus hier und in meinem Leben nicht vorkommt, sondern, weil letztlich alles darauf verweist: ein Label wie Leben der Heiligen oder Märtyrer – wem haben die Heiligen nachgeeifert, wem sind die Märtyrer in ihrem Sterben ähnlich geworden? Christus. In seinen Heiligen wird Christus selbst verherrlicht. Wessen Kommen erwarten wir im Advent, wessen Gedächtnis des Leidens und Sterbens vollziehen wir in der Heiligen Woche mystisch nach, wen besingen die O-Antiphonen? Wessen Verherrlichung dient die Liturgie? Wem sind die geweihten Jungfrauen mystisch vermählt? Wessen Stellvertreter auf Erden ist der Papst? Wessen Stimme ist die der Kirche im Stundengebet? Die der Braut, die zu ihrem Bräutigam spricht – Christus. Wer ist derjenige, der Christen zu allen Zeiten und allen Orten von ihren Netzen weg in seine Nachfolge beruft? Jesus Christus.

Von „selbsterklärenden“ Labeln wie dem Heiligsten Herzen Jesu, den Christussymbolen oder christlicher Ikonographie einmal abgesehen (letzteres Label hatte irgendwann soviele Beiträge, daß fortan eine Untergliederung sinnvoll erschien). Et cetera. Jesus Christus kann also durchaus auch irgendwo „drin“ sein, auch wenns nicht als Etikett draufklebt.

Wordle: BdLUm einen Schritt weiterzugehen: es wäre ein Leichtes gewesen, ein Label Jesus Christus einzurichten, in dem wären dann womöglich fast alle 2241 Beiträge dieses Blogs drin. Ich weiß nicht, ob das sinnvoll wäre. (Aufschlußreicher in solcher Hinsicht wäre wohl eher ein Wordle aller Zeiten über das gesamte Blog. Meines Wissens geht das nicht. Das aktuelle Wordle spricht für sich selbst.)

Andersrum find ichs aber farbiger: farbiges Licht ergibt in der Summe weiß. Die Labels eines christlichen Blogs zusammen ergeben die Facetten eines katholischen Blogs. Über Labels wie Catholic pomp, Augenblicke, NerdZine oder Glamour and glitz mach ich mir da keinen Kopf – es darf nämlich auch ein wenig Spaß und Augenzwinkern dabei sein. Um es mit dem hl. Thomas Morus zu sagen, dem dieses Gebet zugeschrieben wird: Herr, schenke mir Sinn für Humor, gib mir die Gnade, einen Scherz zu verstehen, damit ich ein wenig Glück kenne im Leben und anderen davon mitteile.

Die Sache mit den Zugriffszahlen ist auch so eine. Bei manchem Beitrag, der sich mit dem Tagesheiligen oder dem Festgeheimnis befaßt, ist es schon so, daß ich den eigentlich eher für den Geist der kommenden Weihnacht schreibe. Das ist mir bewußt, es macht mir aber gar nichts. Die Sache mit der „kommenden Weihnacht“ liegt wohl auch daran, daß ich solche Beiträge fast immer am Tag selber oder am Vorabend veröffentliche und nicht schon Tage oder Wochen vorher. Im Jahr darauf oder auch noch Jahre danach kann ich dann allerdings erleben, daß der Artikel durchaus gesucht und auch gefunden wurde. Zudem läßt sich bei aktuellen Blogbeiträgen zur Zeit der Veröffentlichung wenig darüber aussagen, wieviele Leute diesen Artikel tatsächlich gesehen (von gelesen noch ganz zu schweigen) haben, weil viele die erste Seite eines Blogs aufrufen, und damit meist die ersten sieben oder auch zehn aktuellen Beiträge.

Andererseits war in einem Jahr ein Betrag, den ich am Samstagnachmittag nach der Non zum Sonntag Laetare geschrieben habe, in kürzester Zeit der Renner, vielleicht fragten sich an dem Nachmittag gerade besonders viele, was ist das mit diesem Laetare? A la longue, in Bezug auf die Zugriffszahlen nicht nur tagesbezogen, sondern insgesamt, schneiden Beiträge ausgesprochen geistlichen Inhalts gar nicht einmal so schlecht ab. Manchmal bin erstaunt, wenn ich en passant sehe, daß ein „frommer“ Beitrag in den letzten zwei Jahren 3726 mal angeklickt worden ist. Der absolute Spitzenreiter auf Braut des Lammes ist allerdings ein kurzer Beitrag über eine kleine schwarze Maus in einem U-Bahnschacht. Gott weiß, warum, ich weiß es nicht. Heilige Gertrud von Nivelles, bitte für uns!

Einen bemerkenswerten Blogbeitrag zum Thema katholisches Bloggen habe ich im letzten Herbst bei Happy Catholic gefunden: Catholic bloggers: are we the 1st corinthians of the internet? Ausführlich, lohnt sich aber, nicht nur diagonal zu lesen. Unter anderem enthält er elf Ratschläge für katholische Blogger, die mit Remember Christ chose you beginnen und mit God grants the increase aufhören. That's good advice. :) Auch des Apostels Mahnung, daß der Widersacher wie ein brüllender Löwe umhergeht, dem es gilt, in der Kraft des Glaubens Widerstand zu leisten, ist es wohl wert, bedacht zu werden.
It’s not about numbers. Or followers or comments or book deals or SEO or speaking engagements or any of the other ways we invent to gauge our success. We were called to tell the good news. How are we doing at that?

I remember when I first began blogging I came across a blog, whose name I can’t now remember. But the person was reflecting on the past year of blogging, saying that they had only had about 6 regular visitors but they didn’t count the time wasted. I have always tried to keep that mindset.

But we all have those days. Those envious days when we need to regain perspective. Those days when instead of rejoicing at someone else’s success for the kingdom, we think, “What about me?” I can prescribe nothing better for that than The Curt Jester’s Litany of Blog Humility. Jeff Miller, The Curt Jester, is a “must read” for me every day but it is his litany which speaks so much to the Catholic soul … which loves nothing better than a good litany, some humor, and a lot of sincerity … Here’s a bit:

From the desire of my blog being read – deliver me dear Jesus.
That other blogs may be loved more than mine – Jesus, grant me the grace to desire it.
That Google may never list my blog  – Jesus, grant me the grace to desire it.

Kommentare:

Admiral hat gesagt…

Hübsches Bild ganz oben. Selbst gemacht?

Ein Label ist doch nur ein Schlagwort zum besseren Suchen und finden. Manchmal vergeß ich überhaupt, daß es Labels gibt. Und jeder setzt eh seine Labels nach eigenem Gusto. Eine Untersuchtung der Labels wäre doch nur sinnvoll, wenn wir eine einheitliche Regelung zur Labelbenutzung hätten.

Braut des Lammes hat gesagt…

Nein das Bild kam von der Association of catholic women bloggers.

Das mit der Verschlagwortung sehe ich genauso, weshalb ein Label, das zu groß geworden ist, seinen Sinn zu verlieren beginnt.

Akatair hat gesagt…

So ein Label wäre wirklich nicht sinnvoll. Aus den oben genannten Gründen.

Cinderella01 hat gesagt…

Du sprichst mir aus der Seele. Danke!
Machen wir so weiter, wie es ist und freuen wir uns an der Vielfalt der Bloggerszene.
Je mehr wie sind, um so besser ist es!
Dir einen gesegneten Sonntag!

Pro Spe Salutis hat gesagt…

Den ein oder anderen Gedanken, den Du einbringst, hatte ich auch noch im Hinterkopf, ohne das dann auch noch ausführen zu wollen - umso schöner, es jetzt hier bei Dir zu finden. Danke!

Das mit dem Lesen scheint übrigens auf Gegenseitigkeit zu beruhen ... :-)

Related Posts Plugin for WordPress, Blogger...